Ein Jahr später, und was ist passiert? (Gedanken am Dienstagabend)

in Deutsch Unplugged5 years ago

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Heute hatte ich mal wieder einen diesen Momente, in denen ich mich gefragt habe, wo denn die Zeit hin ist. (Un?)-glücklicherweise wurden meine beruflichen Termine heute Abend abgesagt, was zwar Verdientsausfall bedeutet, mir aber dafür aber ein paar extra Stunden beschert, die ich mich den den besten Mädels auf der ganzen Welt verbringen durfte.

Und wie ich in der letzten Zeit öfters schon betont hatte, zieht es mich und uns zu jeder Gelegenheit nach draußen, und so habe ich dann auch kurzfristig ein Picknick für den Dienstagabend anberaumt. Und da wir nicht ganz so viel Zeit hatten, um wirklich aus rausfahren zu können, haben wir uns auf den Shinanogawa-Fluß geeinigt, der bei uns durch die Stadt fließt. Und als wir da so rumgetollt sind, habe ich mich wieder an den einen Abend vor genau einem Jahr erinnert, an dem wir an genau der selben Stelle genau das gleiche Programm durchgezogen haben.

Aber etwas war anders, die Kleinen waren ein Jahr älter und genauso war das bei uns Großen leider auch. Wenn man viel Zeit mit seinen Kindern verbringt, fallen einem Veränderungen und die Entwicklungen, die die Jüngsten durchlaufen manchmal gar nicht so auf, es verläuft ja alles irgendwie fließend. Aber wenn man ich dann den heutigen Abend und den Abend vor einem Jahr vergleiche, muss ich doch feststellen, dass sich vieles zum Guten entwickelt hat. Und leider auch, wie schnell dieses Jahr vergangen ist, weil es -trotz der auch hier angespannten Situation- für uns eigentlich ein wunderbares Jahr gewesen ist.

Ich selber habe natürlich auch ein Jahr zugenommen, und auch wenn man das selber gar nicht so gerne zugeben möchte, kann man den Lauf der Zeit immer schlechter leugnen. Gestern hatte ich per Email von einem alten Freund ein Foto zugeschickt bekommen, dass uns in früheren Jahren zeigt und den Kontrast zu heute noch einmal verdeutlicht hatte.

Ein Jahr war früher eine so richtig lange Zeit, die nicht vergehen wollte. Erinnert ihr euch noch an ein Schuljahr, dass war doch unendlich und nahm einfach kein Ende. Und so war das auch mit einer Woche, der Freitag war immer so lange hin, dass man schon am Montag keine Lust auf die Arbeit hatte.

Und heute, ein Jahr ist gar nichts mehr. Wenn die Kinder demnächst wieder Geburtstag haben, werde ich wieder mit Überraschung und wohl auch Erschrecken feststellen müssen, dass die Zeiten, in denen ich noch alleine ganz unbeschwert durch die Gegend streifen konnte, schon eine Ewigkeit her sind und natürlich auch nie wiederkommen werden.

Nicht das ich ich gerade tauschen möchte. Den Herausforderungen, denen ich auch jetzt immer noch gegenüberstehe, stelle ich mich gerne, und auch die Verantwortung als Elternteil möchte ich nie mehr abgeben. Vielleicht bin ich im Augenblick einfach dort, wo ich hingehöre, aber ich weiß auch, dass dieser Zustand nicht für immer anhalten wird. Ganz im Gegenteil, die Zeit der großen Entscheidung rückt für uns immer näher und lässt sich bald auch nicht mehr groß aufschieben. Und damit wird wohl für mich ein weiterer Lebensabschnitt enden, ob ich das will oder nicht.

Auch wenn das alles noch nicht morgen geschieht, weiß ich doch, dass die Zeit herunterläuft und ein wie auch immer gearteter Einschnitt kommen wird. Auf die Zeit als schützenden Faktor kann ich mich hier leider nicht verlassen, denn die Zeit hat uns doch schon das ganze Leben über im Stich gelassen und in trügerischer Sicherheit gewogen.

Ein, zwei oder drei Jahre?! Das ist wenn man schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat doch gar nichts mehr und fühlt sich fast so an, als wäre das nächsten Monat. Und dann bildet man sich ein, noch schnell ganz viel machen zu müssen. Wenn ich ehrlich bin, geht mir das auch so im Sommer, wenn er kurz vor dem Ende steht. Und auch im Winter, Frühling und Herbst, denn auch wenn es oft zu heiß und dann wieder zu verscheit ist, habe ich scheinbar doch zu jeder Jahrezeit so viel Spaß gehabt, dass ich sie nie enden lassen wollte.

Und das gilt auch für jeden einzelnen Tag. Ich brauche mindestens 30 Stunden am Tag, 6 Stunden mehr klingt echt passabel. Denn jedesmal wenn es eigentlich Zeit für die Koje wird, bin ich so richtig wach und würde eigentlich noch gerne so viel machen. Lust aufs Bett habe ich nie, einschlafen klappt eh nicht wie gewollt und geplant, was ich leider jeden Morgen von Neuen spüren muss. Aber das ist ein anderes Thema.

Wie es scheint, bin ich ein wenig abgeschweift von dem, über das ich eigentlich schreiben wollte. Aber das macht auch nichts, denn wie ich immer mal wieder feststelle, schreibe ich manchmal einfach nur, um meine Gedanken festzuhalten und dabei weiterzuspinnen. Und dazu eignet sich ein Blogbeitrag doch ziemlich gut.

Ein wenig Melancholie war immer schon Zutat in meinem Leben und dazu gehört auch heute immer noch eine große Prise an Träumen. Eine Mischung, die mich genau dahin gebracht hat, wo ich jetzt gerade sitze und diese Zeilen tippe. Und die mir jetzt sagt, dass es Zeit wird für heute mal ab- oder umzuschalten. Und genau das werde ich jetzt machen, denn für heute scheint alles geschrieben zu sein.

Wer es bis hierher geschafft und alles gelesen hat, dem sage ich ein ganz ehrliches "Arigatou!". Und ich wünsche euch einen wundervollen Abend und eine angenehme Woche!

Bis bald...

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 5 years ago 

どういたしまして。当時のことを少し考えてみると楽しかったです。これが老いの最初の兆候でなければいいのですが。成熟のために... ;-)

 5 years ago 

そうでしょうね!実は毎日楽しいけど、なんか俺はいつもちょっとブルーな気持ち。じゃ、明日も頑張りましょう!またね、よい一日一を。。

 5 years ago (edited)

Man konnte gar nicht aufhören...
Danke!
VG @jensvoigt

 5 years ago 

Das freut mich zu hören, so erging es mir auch fast beim schreiben :)

 5 years ago 

was für ein gefühlvoller post
das kenne ich auch --zeit die rennt-

alles liebe dir....

 5 years ago 

Danke sehr!! Und genau, schon wieder ist ein Tag vorbei, und der war auch wieder ganz toll! ;)

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 5 years ago 

Vielen Dank!

 5 years ago 

Euch auch einen wundervollen Abend - und neue Träume...! Wenn die alten 'mal ausgedient haben, ist es vielleicht Zeit für andere. Alles wird gut ;-))

 5 years ago 

Wir arbeiten daran, auch wenn es wohl schwer fallen wird, die alten Träume aufzugeben. Aber etwas wird sich schon ergeben, und das wird dann auch gut!

Schlaft gut!!!! Noch jemand mit Reflexionen:-)!!

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