Projektstapel in der Werkstatt - Workshop Project Pile-Up (DE/EN)
Werkstatt-Notiz: Wenn sich Projekte stapeln und ich erst mal nur davor stehe
Workshop Note: When projects pile up and I just stand there for a moment
Manchmal fühlt sich meine Werkstatt nicht nach „kreativ“ an, sondern nach „Baustelle“. Nicht, weil ich unordentlich bin, sondern weil zu viele Projekte gleichzeitig nach mir rufen. Und genau dann passiert etwas Komisches: Statt motiviert loszulegen, stehe ich davor wie vor einem vollen Regal und denke nur noch: Wo soll ich bitte anfangen?
Ich mag dieses Gefühl eigentlich nicht, weil es Energie frisst, ohne dass irgendetwas entsteht. Aber vielleicht gehört es auch dazu, wenn man gerne Dinge baut, repariert, druckt und bemalt: Irgendwann hat man mehr Ideen als freie Abende.
Sometimes my workshop doesn’t feel “creative” at all, it feels like a construction site. Not because I’m messy, but because too many projects are calling my name at the same time. And then something strange happens: instead of jumping in with motivation, I just stand there, like I’m staring at an overfilled shelf, thinking: where am I even supposed to start?
I don’t really like that feeling, because it eats energy without producing anything. But maybe it’s part of the deal when you love building, repairing, printing, and painting: at some point you simply have more ideas than free evenings.
Abschnitt 1: Das DMG-Board, das erst mal „atmen“ muss
Section 1: The DMG board that needs to “breathe” first
Da liegt die dritte Gameboy-Platine, ein DMG-Board, bei dem man auf den ersten Blick sieht, dass es keinen leichten Weg geben wird. Batteriereste überall, grünliche Spuren, als hätte die Zeit selbst das Board angegriffen. Ich habe den Ersatz-Modulslot schon hier liegen. Das ist eigentlich ein gutes Zeichen, weil es bedeutet, dass ich mich entschieden habe, dieses Board nicht einfach als Totalschaden abzuschreiben.
Aber trotzdem liegt es da wie ein stiller Vorwurf, weil ich weiß, dass ich zuerst aufräumen muss, bevor ich überhaupt anfangen kann. Erst reinigen, erst Ordnung in das Chaos bringen, erst die Grundlage schaffen, damit sich überhaupt wieder etwas lohnt. Manchmal ist genau dieser erste Schritt der schwerste, weil er nicht spektakulär ist. Er ist einfach nur notwendig.
There’s the third Game Boy mainboard, a DMG board, and one glance is enough to know this won’t be a quick win. Battery residue, greenish traces, like time itself attacked the board. I already have the replacement cartridge slot here, which is actually a good sign, because it means I decided not to write this board off as a total loss.
Still, it sits there like a quiet accusation, because I know I have to clean up first before I can even begin. Clean first. Bring order into the chaos. Create a base that’s worth building on. Sometimes that very first step is the hardest one, not because it’s complicated, but because it’s not spectacular. It’s just necessary.
Abschnitt 2: Sega Master System II – Der Sync-Endgegner
Section 2: Sega Master System II – Sync as the final boss
Nebenan wartet die Sega Master System II, beziehungsweise besser gesagt: sie wartete. Denn dieses Projekt konnte ich nach sehr viel Tüfteln endlich beenden. Das Ziel war klar: Der RGB Mod sollte nicht nur irgendwie funktionieren, sondern auch an heutigen Smart Fernsehern stabil laufen.
Und genau da lag der Endgegner: die Synchronisation vom Videosignal. So eine Kleinigkeit, die dich stundenlang beschäftigen kann, weil alles fast richtig aussieht, aber eben nur fast. Bild da, Bild weg, Bild instabil, Fernseher „greift“ nicht richtig diese Art Probleme lässt dich irgendwann zweifeln, ob du gerade einen Fehler suchst oder ob du das Thema grundsätzlich falsch angehst.
Ich habe geprüft, verworfen, neu gedacht, wieder getestet. Kein perfektes YouTube-Setup, sondern echte Werkstattarbeit: Kabel, Lötzinn, Geduld und dieser Moment, in dem man die Zeit vergisst. Und dann kam er endlich: Power an, und plötzlich stand das Bild. Stabil. Klar. Nutzbar.
Das war einer dieser Augenblicke, in denen Retro wieder Zukunft wird. Eine Konsole von damals, die heute an einem modernen Fernseher läuft, als wäre es das Normalste der Welt. Genau dafür mache ich sowas.
Next to it was the Sega Master System II or rather, it used to be waiting, because after a lot of tinkering I finally finished this project. The goal was clear: the RGB mod shouldn’t “sort of” work, it needed to run stable on modern smart TVs.
And that’s where the final boss showed up: video sync. A tiny detail that can eat hours, because everything looks almost right, but only almost. Picture on, picture off, unstable signal, the TV not properly “locking” problems like that eventually make you doubt whether you’re chasing a simple mistake or whether you misunderstood the whole thing.
I checked, rejected, rethought, and tested again. No perfect YouTube setup, just real workshop work: wires, solder, patience, and that moment where you forget time. And then it finally happened: power on and the image just stayed. Stable. Clear. Usable.
That was one of those moments where retro becomes future again. A console from back then working on a modern TV like it’s the most normal thing in the world. That’s exactly why I do projects like this.
Abschnitt 3: Turtle Nummer zwei – fast fertig und genau deshalb liegt sie da
Section 3: Turtle number two – almost finished, and that’s why it’s still there
Und dann ist da noch der zweite Turtle. Sie steht da, als wäre sie eigentlich schon bereit fürs Regal. Aber die Wahrheit sieht man auf den zweiten Blick: Die Base ist noch nicht fertig.
Und genau diese letzten Schritte sind es, die Zeit brauchen. Nicht, weil sie schwer sind, sondern weil sie Ruhe im Kopf verlangen. Im Moment fehlt mir diese Ruhe. Ich komme einfach nicht dazu, und das ärgert mich, weil ich genau weiß, wie viel Wirkung so eine fertige Base am Ende macht.
Trotzdem erinnert mich die Figur jedes Mal daran, warum ich das überhaupt mache: Weil aus einem Haufen Plastik und Farbe irgendwann ein kleines Stück Welt wird. Und manchmal ist es auch okay, wenn so ein Ruheprojekt genau das bleibt: etwas, das nicht drängt, sondern wartet, bis der richtige Moment wieder da ist.
And then there’s turtle number two. From a distance it looks like it’s basically ready for the shelf but the truth shows up the moment you look closer: the base isn’t finished yet.
And those final steps are exactly what takes time. Not because they’re hard, but because they need a calm head. Right now I don’t have that calm. I simply can’t get to it, and it annoys me because I know how much difference a finished base makes in the end.
Still, the figure reminds me every time why I do this at all: because a pile of plastic and paint can turn into a small piece of a world. And sometimes it’s okay if a “calm project” stays exactly that something that doesn’t push, but waits until the right moment comes back.
Abschnitt 4: Der Toiletten-Spülkasten-Hebel – wenn 3D-Druck plötzlich Alltag rettet
Section 4: The toilet cistern lever – when 3D printing suddenly saves everyday life
Als ob der Stapel nicht schon hoch genug wäre, kam jetzt noch eine Anfrage aus der Verwandtschaft: Ob ich eine Hebevorrichtung nachbauen kann. Kein Deko-Teil, kein Spielzeug, sondern ein Hebel aus dem Spülkasten der Toilette. Der ist gebrochen, und man kann ihn nicht einzeln kaufen.
Man merkt erst, wie absurd das ist, wenn man davor steht: Ein kleines Stück Kunststoff entscheidet darüber, ob etwas ganz Alltägliches funktioniert oder nicht.
Ich habe einen Probedruck bereits fertig. Und ja, der Weg dahin war nicht elegant. Viele Fehler, viele kleine Rückschläge. Dieses typische Spiel aus: „Das müsste doch passen.“ Passt nicht. Noch mal. Kleiner ändern. Wieder probieren. Wieder daneben.
Aber irgendwann liegt dann dieses Teil auf dem Tisch, und du weißt: Das ist nicht perfekt, aber es ist der Anfang. Und dieser Anfang ist manchmal mehr wert als jede perfekte Idee, die nie umgesetzt wird. Genau in solchen Momenten liebe ich 3D-Druck, weil es nicht nur Basteln ist, sondern manchmal ganz schlicht: helfen.
As if the pile wasn’t high enough already, a request from the family came in: could I recreate a lifting mechanism? Not a decorative part, not a toy a lever from a toilet cistern. It broke, and you can’t buy it separately.
You only realize how absurd that is when you’re standing there: a tiny piece of plastic decides whether something very everyday works… or doesn’t.
I already have a test print done. And yes, the path there wasn’t elegant. Many mistakes, many small setbacks. The classic loop: “this should fit.” It doesn’t. Again. Slightly change it. Try again. Still off.
But then, at some point, the part lies on the table and you know: it’s not perfect, but it’s the beginning. And that beginning is sometimes worth more than any perfect idea that never gets built. That’s exactly when I love 3D printing because it’s not just tinkering, sometimes it’s simply: helping.
Mein Plan, damit der Stapel nicht gewinnt
My plan so the pile doesn’t win
Heute habe ich gemerkt, dass ich nicht mehr Projekte brauche, sondern Entscheidungen. Nicht die perfekte Entscheidung. Nur eine, die mich wieder ins Tun bringt.
Deshalb mache ich es ab jetzt bewusst einfacher: Ich mache jeden Tag nur einen klaren Schritt an genau einem Projekt. Kein Springen, kein Multitasking, kein „ich gucke nur mal kurz“. Ein Schritt, der sichtbar ist, damit das Gefühl zurückkommt, dass es vorwärts geht.
Die Reihenfolge wird pragmatisch sein: Das Ersatzteil bekommt Priorität, weil jemand darauf wartet. Danach kommt das DMG-Board, weil ich dort am nächsten an einem Ergebnis bin. Die Sega darf einfach mal abgeschlossen bleiben. Und die Turtle? Die bleibt mein Ruheprojekt, bis der Kopf wieder frei genug ist für die letzten zehn Prozent.
Wie ist das bei euch: Stapeln sich eure Projekte auch manchmal so, dass ihr gar nicht mehr wisst, womit ihr anfangen sollt? Und entscheidet ihr eher nach Deadline, nach Lust oder nach dem schnellsten Erfolgserlebnis? Und kennt ihr das auch, dass die letzten Schritte oft die meiste Energie kosten?
Today I realized I don’t need more projects I need decisions. Not the perfect decision. Just one that gets me moving again.
So I’m making it deliberately simpler from now on: each day I take one clear step on exactly one project. No jumping around, no multitasking, no “I’ll just quickly check something.” One step that’s visible, so the feeling of progress comes back.
The order will be pragmatic: the replacement part comes first, because someone is waiting for it. Then the DMG board, because I’m closest to a real result there. The Sega can simply stay finished. And the turtle? That remains my calm project until my head is free enough for the final ten percent.
How is it for you do your projects sometimes pile up so much that you don’t even know where to start? And how do you decide: by deadline, by mood, or by the fastest little success? And do you also know that feeling that the last steps often cost the most energy?
Danke, dass du bis hier gelesen hast. Ich bleibe dran, Schritt für Schritt, und ich nehme euch gern weiter mit in meine Werkstatt. Hab einen guten Tag und bis zum nächsten Beitrag.
Thanks for reading all the way through. I’ll keep going step by step, and I’m happy to take you along in my workshop journey. Have a great day and see you in the next post.
Instagram: hornet_on_tour
Photo: Hornet on Tour
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Die Projekte werden IMMER in einer exakten Reihenfolge priorisiert und alles entsprechend organisiert. Und dann treffen IMMER Umstände ein, die dieser Liste und mir in den Hintern treten und dafür sorgen, daß es genau so eben nicht funktioniert... Am Ende ist MEIST alles gut ;-))
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Ja, das stimmt aber heute bin ich schon ein Schritt weiter :) und dann kommen bestimmt wieder was neues was dringend gemacht werden muss.
Gruß
Michael
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Ja, das sind einige Dinge, die du dir da vorgenommen hast.
Du hast ja offensichtlich auch eine Werkstatt in der man alles so schön verstecken oder die Tür zumachen kann, damit es aus dem Blick und aus dem Sinn kommt.
Wenn man alles irgendwo im Weg zu liegen hat, oder irgendwann der Küchentisch auch mal für seine ursprünlichen Zwecke benötigt wird, kann sich nicht so viel aufstauen. :-)
Der 3D-Druck von Haushaltsgegenständen ist schon interessant. Ich vermute aber, es gibt für diesen Hebel keine Druckvorlage. Zeichnest du den selber, gibt's da eine Blankovorlage oder wie muss ich mir das vorstellen?
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Danke dir für die Antwort. Ja, das stimmt, eine Werkstatt ist in solchen Phasen wirklich Gold wert. Ich kann tatsächlich einfach die Tür zumachen und sehe den Stapel erstmal nicht mehr. Das hilft manchmal, aber es ist natürlich auch gefährlich, weil sich dann still und leise noch mehr ansammelt. In der Küche wäre das bei uns allerdings keine Lösung. Dafür ist sie viel zu klein und wenn ich dort alles ausbreite, gibt es schneller Ärger, als mir lieb ist.
Zum Hebel: Nein, eine fertige Druckvorlage gibt es dafür nicht. Das ist ja genau das Problem, weil man das Teil nicht einzeln kaufen kann. Ich zeichne so etwas selbst nach. Meistens messe ich das Originalteil aus, mache ein paar Fotos aus verschiedenen Winkeln und baue es dann in CAD nach. Dafür nutze ich Tinkercad. Einen echten Blanko Rohling gibt es dabei nicht. Ich starte mit einfachen Grundformen und taste mich Schritt für Schritt an die Maße heran. Es ist etwas schwer zu erklären. Ich habe zuerst die Grundform fotografiert, damit ich die Biegung und die Kontur als Vorlage habe. Dieses Foto habe ich dann so lange bearbeitet, bis ich daraus eine SVG-Datei erstellen konnte. Mit dieser SVG konnte ich das Teil anschließend in Tinkercad importieren und Schritt für Schritt langsam aufbauen. Der Probedruck ist dann mein Realitätstest. Wenn etwas nicht passt, passe ich das Modell an und drucke noch einmal, bis es am Ende wirklich sitzt.
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@blessedlife 💖
Vielen Dank