For Easter Eggery Pt. III - The invisible Connection... / Für die Oster-Eierei Teil III - Die unsichtbare Verbindung...

in Dream Steem3 days ago

english below...

Since time immemorial, people living along the Strait of Messina – the stretch of the Mediterranean Sea between the Italian mainland and the island of Sicily – have been confronted with a phenomenon that struck them as eerie, perhaps even frightening: on certain days, an unknown island would appear before their very eyes, one that is otherwise invisible and which local fishermen and sailors swear does not exist. To this day, it is not marked on any nautical chart, and yet there are credible witnesses who saw it with their own eyes and, in the more recent, technologically advanced past, took photographs of the mysterious isle.

Myths and superstitions have long surrounded the enchanted, cursed, god-punished or otherworldly island – depending on which culture you ask…

In another part of the world, let’s call it Britain, during the 5th century there had been a migration of peoples and armed conflicts with the Anglo-Saxons. In the midst of this turbulent era, a legend emerged of a mythical king who would put an end to all this and victoriously unite the warring tribes. Arthur, a far-sighted, wise and fair hero, who embodied the British people’s desire for just leadership free from servitude and oppression. His story was continually expanded and disseminated; the earliest records of his adventures date from the 9th century. And by the 12th century, the Arthurian legend was well known and widely celebrated at courts throughout Europe.

At the heart of the Arthurian legend lies the so-called Round Table; a gathering of knights who sat at a round table as equals, with equal rights, to decide the fate of the entire kingdom as it was gradually united. Incidentally, I still find the idea of such a council politically sensible and desirable today…

Closely associated with the Round Table are other central figures of the Arthurian legend: the wizard Merlin, who offered Arthur his benevolent support; and Morgaine (also known as Morgan le Fay), King Arthur’s half-sister, who possessed magical powers herself and was the mistress of Avalon. An island kingdom whose sight is usually denied to ordinary mortals and which becomes vaguely visible through the mist only on certain festive days.

This Arthurian legend now finds its way to the courts of Europe. After the 12th century, the story was further embellished and adapted for popular consumption. Travelling theatre troupes told people everywhere of the bold King Arthur and his sword Excalibur, but also of Morgaine…

To the inhabitants around the Strait of Messina, it then seemed likely that Morgaine was also responsible for their island, which was only sometimes visible. Morgan le Fay, Morgan, the fairy. In Italian: Fata Morgana…

Much later, in the 18th century, when science began to explain myths and also to investigate the strange mirages that occasionally occur in deserts, in Scandinavia, in America and in southern Europe. For example, in the Strait of Messina. Under the right conditions, the refraction of light within layers of air of different temperatures leads to the apparent emergence of an island. The term FATA MORGANA, now commonly used there to describe the phenomenon, is applied to similar phenomena occurring worldwide…

And so it was that the fairy Morgan, a figure from legend and at times an ally, at times an adversary of King Arthur and the Knights of the Round Table, gave her name to an optical effect that can be derived from Fermat’s principle ;-))


https://www.meteoweb.eu/wp-content/uploads/2023/09/fata-morgana-stretto-messina

Deutsche Version:

Schon von alters her waren die Menschen an der Straße von Messina, dem Teil des Mittelmeers zwischen dem italienischen Festland und der Insel Sizilien, mit einem Phänomen konfrontiert, das ihnen unheimlich vorkam, vielleicht sogar Angst machte: an manchen Tagen tauchte dort vor ihren Augen eine unbekannte Insel auf, die sonst nicht zu sehen ist und von der die ortskundigen Fischer und Seefahrer schwören, daß sie nicht existiert. Sie ist bis heute auf keiner nautischen Karte verzeichnet und doch gibt es glaubhafte Zeugen, die sie selbst sahen und, in der jüngeren, technisierten Vergangenheit, Fotos von dem geheimnisvollen Eiland machten.

Mythen und Aberglauben rankten sich um die verwunschene, verfluchte, von den Göttern gestrafte oder aus dem Jenseits stammende Insel – je nachdem, welche Kultur man fragt…

In einem anderen Teil der Welt, nennen wir ihn Britannien, gab es etwa seit dem 5. Jahrhundert eine Völkerwanderungsbewegung und kriegerische Auseinandersetzungen mit den Angelsachsen. Mitten in diese stürmische Zeit herein wurde die Legende von einem sagenhaften König geboren, der all dem ein Ende macht und die verfeindeten Stämme siegreich vereinen würde. Artus, ein vorausschauender, kluger und fairer Held, der dem Wunsch der Briten nach gerechter Führung ohne Knechtschaft und Unterdrückung entsprach. Seine Geschichte wurde immer weiter ausgebaut und verbreitet; aus dem 9. Jahrhundert gibt es die ersten Aufzeichnungen über seine Abenteuer. Und im 12. Jahrhundert war die Artussage an allen europäischen Höfen geläufig und präsent.

Der Kern der Artussage ist die sogenannte Tafelrunde; eine Versammlung von Rittern, die einander ebenbürtig und gleichberechtigt an einem runden Tisch saßen und über das Schicksal des ganzen, nach und nach vereinigten Königreichs zu entscheiden. Die Idee eines solchen Rates finde ich übrigens bis heute politisch sinnvoll und wünschenswert…

Eng mit der Tafelrunde verbunden sind andere tragende Gestalten der Artussage; der Zauberer Merlin, der Artus seine wohlwollende Unterstützung zukommen ließ. Aber auch Morgaine (auch genannt Morgan le Fay), die Halbschwester von König Artus, selbst mit magischen Kräften ausgestattet und die Herrin über Avalon. Ein Inselreich, dessen Anblick normalen Sterblichen üblicherweise verwehrt ist und das nur an bestimmten Feiertagen vage im Nebel erkennbar wird.

Diese Artussage nun findet ihren Weg an die europäischen Höfe. Nach dem 12. Jahrhundert wird sie weiter ausgeschmückt und volktümlich aufbereitet. Wandertheater erzählen den Menschen überall vom kühnen King Arthur und seinem Schwert Excalibur, aber auch von Morgain…

Den Anwohnern der Straße von Messina erschien es daraufhin wahrscheinlich, daß für ihre, nur manchmal sichtbare Insel ebenfalls Morgaine verantwortlich ist. Morgan le Fay, Morgan, die Fee. Zu italienisch: Fata Morgana…

Viel später, im 18. Jahrhundert, als die Wissenschaft anfing, Mythen zu erklären und auch den seltsamen Luftspiegelungen auf den Grund zu gehen, die gelegentlich in Wüsten, in Skandinavien, in Amerika und im Süden Europas auftreten. So z.B. in der Straße von Messina. Die Lichtbrechung innerhalb verschieden warmer Luftschichten führt bei passenden Bedingungen zum scheinbaren Auftauchen einer Insel. Die dort mittlerweile gängige Bezeichnung FATA MORGANA für die Erscheinung wurde auf ähnliche, weltweit auftretende Phänomene übertragen.

So wurde die Fee Morgan, Sagengestalt und 'mal Verbündete, 'mal Gegenspielerin von König Artus und den Rittern seiner Tafelrunde, Namenspatin für einen optischen Effekt, der aus dem Fermatschen Prinzip resultiert ;-))

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