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RE: Systemisches Denken mit Wirkungsnetzwerken

in #de-stem8 years ago

Danke für den Hinweis @lauch3d :D
Ja, ich freue mich immer über weitere Leute, die sich für Systemtheorien begeistern können.

Kim Warren war mir so jetzt noch kein Begriff. Ich nehme mal an, dass er eher ein Praktiker ist und populärwissenschaftlich auch nur für die Praxis schreibt? Zumindest benutzt er ja scheinbar erstmal nur vorhandene Theorien und nutzt ein Methodenmix für seine ganz bestimmte Ansprüche.

Ich kann die Diskussion aber nicht nachvollziehen, warum jetzt die eine Methode besser sein soll als die andere. Das richtet sich doch nach dem Zweck/Ziel, für das ich es benutzen will.

Und System Dynamics ersetzt wenn auch keine Wirkungskreisläufe, sondern dient dazu, die einzelnen Wirkungsbeziehungen innerhalb eines Wirkungskreises berechnen und simulieren zu können. System Dynamics ist daher sehr mächtiges Werkzeug, aber auch sehr aufwendig.
Aufwendig, weil für jede Beziehung eine, meist nicht-lineare, Wirkungsfunktion erstellt werden muss, was in komplexen Systemen schwierig ist und umfangreiche Forschungen braucht.

Für die Beispiele oben wäre das der absolute Overkill. Man benutzt ja auch kein professionelles Projektmanagementtool und ERP-Systeme, um sich einen Einkaufszettel zu schreiben, wenn eine einfache ToDo-Liste auch ausreicht.

Das oben wäre jetzt aber auch nur eine grobe Skizze, um eine Situation etwas zu verstehen. Es beruht ja erstmal nur auf intuitiven Annahmen der Zusammenhänge, die Variablen sind auch nicht so sinnvoll und vollständig ist es auch nicht, weswegen ein solches System einen irgendwann um die Ohren fliegen würde, wenn man es wortwörtlich nimmt. Aber für 3/4 Fälle reicht das in der Praxis völlig aus, v.a. wenn man nicht viel Zeit hat.

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Vielen Dank, @deepculture, für Dein Interesse. Kim Warren ist einer der momentan führenden System Dynamics Experten. Wirkungsnetzwerke (CLD) stammen ebenfalls aus der System Dynamics (SD) Küche und dienen als Vorstufe von Stock-Flow-Modellen. Die Diskussion in der SD Gemeinde um CLD ist nicht ein Auspielen einer Methode gegen die andere, sondern die Empfehlung, gleich zum Modell weiterzugehen und nicht beim CLD stehen zu bleiben. George Richardson hat sich bereits in den 80ern Gedanken darüber gemacht. Auch Tom Fiddaman schrieb über die Unzulänglichkeit von CLD, wie ich ja in Wie nützlich sind Wirkungsnetzwerke im systemischen Kontext berichtet habe.

Warrens Beispiele sind nicht "der absolute Overkill", sondern zwei systemische Archetypen, die Peter Senge in seiner Fünften Disziplin eingeführt hat. Ich werde gelegentlich etwas über die Senge Archetypen schreiben.