Spuren im Neuschnee...
Abschiede gehören beim Kuren dazu, die einen gehen, die anderen bleiben und die nächsten kommen. In der Regel wird so eine Kur, in meinem Falle eigentlich als Mutter-Kinder-Kur beantragt, für drei Wochen bewilligt und hier und da gibt es noch eine vierte Woche als Verlängerung. Hier in der Silberberg Klinik ist das Spektrum an Kurenden breit gestreut, es gibt Mütter und Väter mit Kindern, aber auch Menschen jedes Alters mit breitem Spektrum an zu bekurenden Themenbereichen. Athemwege sind ein Schwerpunkt hier und der Heilstollen des Silberberges ein tägliches Ziel. Ich selbst war noch nicht dort, denn auch wenn mir bei allem, was gerade so mein Leben verwirbelt, die Luft sprichwörtlich wegbleibt... meine Atemwege müssen derzeit nicht kuriert werden.
In diesem doch recht geschützen Raume Abschied zu feiern hat etwas besonderes. Im Grunde kennt man sich ja nicht wirklich - man kennt sich gerade mal ganz frisch - und doch hat es dieses besondere "sich kennen", da man sich so ganz anders begegnet ist, als im "da draußen". Von den meisten kennt man nur die Vornamen - reicht ja auch vollkommen aus. Erst wenn es darum geht, auch nach der Kur noch in Kontakt zu bleiben - oder es zumindest zu versuchen - spielen auch die Familiennamen eine Rolle. Ich bin gespannt, wie viele von uns in Kontakt bleiben werden - letztendlich holt einen dann, einmal aus diesem geschützten Raum wieder entlassen, der Alltag und das "wahre Leben" wieder ganz schnell ein.
Für mich steht nun - wie es zur Zeit aussieht - erstmal noch Verlängerung an - auch das läuft sehr seltsame Wege und ich bin mir noch nicht sicher, wohin genau und warum. Die Zeit wird es zeigen. Bis dahin darf jeder Augenblick angenommen und gefühlt werden. Morgen werde ich hier am Orte viele bisher getragene Kleidungsstücke (frisch gewaschen) abgeben, da sie nicht mehr passen. Ich habe viel losgelassen, auch Gewicht. Meine Tischnachbarin, die außerhalb dieses Kur-Daseins in einer Boutique arbeitet, wird mich modisch beratend mit in das "Gewandl am Blotz" begleiten und dann schauen wir mal, was sich da alles so finden läßt. Ich werde euch auf dem Laufenden halten (und dafür natürlich die Kamera morgen parat und im Einsatz haben). Es ist kein normales Einkaufen dort. Es ist eine Art Second Hand Laden ohne feste Preise - dass heißt: jeder zahlt, was er kann oder will. Ich lasse mich überraschen - habe bisher von allen, die dort waren, nur Gutes gehört! Auf das mein Koffer wenn ich hier abreise (wannimmer das sein wird) ganz anders, ganz neu gefüllt sein möge und sein wird, als er es bei meiner Ankunft war.
Den kurz aufgeflakerten Gedanken, die alte - dreckige Wäsche - an eine Adresse zu schicken... Ich habe ihn schnell verworfen. Sie sauber und mit so viel liebevoller Erinnerung wie nur irgendwie möglich an einem Ort abzugeben, wo jemand anderer sie ohne Erinnerungen liebevoll für sich finden kann, ist eine viel bessere Lösung.
Allem, was vor mir liegt, werde ich begegnen. Und vieles - wenn nicht sogar das meiste - von dem, was hinter mir liegt, darf und muss ich loslassen, damit ich die Hände frei habe, für alles was kommt.
Heute, im Gespräch mit einer Therapeutin, ist mir klar geworden, dass "klare Grenzen setzen" nach wie vor eine Aufgabe ist, der ich Aufmerksamkeit und Hingabe widmen darf. Heute habe ich das schon wieder ein kleines bisschen mehr geschafft und es wird jeden Tag und jede Woche mehr werden. Und ich werde dabei nicht alleine sein und nicht alleine stehen. Das ist etwas, was ich hier in Bodenmais auf ganz wundervolle und wundersame Art und Weise erfahren durfte und immer noch erfahren darf! Und dafür bin ich aus tiefstem Herzen dankbar.
Euch allen einen wundervollen Dienstagabend und herzliche Grüße aus Bodenmais,
Natalie



Das ist ja das sprichwörtliche Abwerfen der alten Haut und Neubeginn in einer passenderen... Ich hoffe jetzt einfach 'mal, daß es ein gesundes, willkommenes Abnehmen war. Dann wünsche ich einen fantastischen Einkaufsbummel!
Es könnte im übrigen auch ein Sich-selbst-neu-erfinden werden. Nicht im Sinne einer erdachten oder geschönten Biografie, sondern in Form der Hinwendung zu etwas wirklich persönlich bedeutsamem. Was ist Dir ein echtes Anliegen? Was möchtest Du - vielleicht schon länger - unbedingt...?
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alles liebe dir
ich war mal 2 monate in einer klinik,kur,
und ich muss sagen,mir hat es so geholfen
leider habe ich zu den meisten keinen kontakt mehr aber zu einer person doch noch
eine person hatte sich leider suizidiert
fühl dich behütet und begleitet
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Hört sich alles sehr danach an, ich drück dir jedenfalls alle Däumchen!
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