𝗚𝗥𝗘𝗚𝗢𝗥 𝗚𝗬𝗦𝗜 𝗛𝗔𝗧 𝗠𝗜𝗥 𝗧𝗔𝗧𝗦Ä𝗖𝗛𝗟𝗜𝗖𝗛 𝗣𝗘𝗥𝗦Ö𝗡𝗟𝗜𝗖𝗛 𝗚𝗘𝗔𝗡𝗧𝗪𝗢𝗥𝗧𝗘𝗧 😄
Jetzt kam sie doch noch, die Antwort von Gregor Gysi. Ehrlich gesagt hatte ich gar nicht mehr damit gerechnet. Aber wenn man im Nachhinein darüber nachdenkt, hat ein Bundestagsabgeordneter vermutlich doch ein wenig mehr zu tun, als alten Männern irgendwo im tiefen, dunklen Thüringer Wald auf ihre Buchcover-Anfragen zu antworten.
Es ging darum, dass Gregor Gysi auf dem ersten Entwurf des Covers meines Buches „DDR 2.0 – Was wäre, wenn wir geblieben wären?“ als kleine Figur zu sehen war. Im Buch selbst spielt er ebenfalls eine Rolle. Dort ist er seit 1989 Staatsratsvorsitzender der reformierten DDR – und zwar bis heute. Man mag es kaum glauben, was in einer Fiktion alles möglich ist. Andere Politiker schaffen kaum vier Jahre, mein Gregor hält sich seit 37 Jahren im Amt. 😂
Er gratulierte mir zu dem Buch und wünschte mir viel Erfolg. Gleichzeitig schrieb er, dass er nicht auf dem Cover erscheinen möchte. Ich zitiere: „Dafür habe ich mehrere Gründe, auch weil es mir zu eitel wäre.“
Und genau dieser kurze Satz hat mir gefallen. Ein wenig Demut zeigen und nicht so eitel auftreten wie viele andere Politiker – vielleicht könnte das sogar als Beispiel dienen. Man kann von Gregor Gysi politisch halten, was man möchte. Ich finde es jedenfalls großartig, dass er mir überhaupt persönlich geantwortet, zu meinem Vorhaben gratuliert und sogar kurz erklärt hat, warum er nicht auf dem Cover erscheinen möchte.
Das hätte er nämlich gar nicht gemusst. Er hätte auch einfach schreiben können: „Ich will da nicht drauf.“ Oder noch einfacher: überhaupt nicht antworten. Schließlich klingt meine Anfrage für einen real existierenden Politiker wahrscheinlich auch ein wenig merkwürdig: „Guten Tag, Herr Gysi, in meinem Buch existiert die DDR im Jahr 2026 noch immer, der Palast der Republik steht ebenfalls noch und Sie sind seit 1989 Staatsratsvorsitzender. Dürfte ich Sie außerdem noch auf das Cover setzen?“ Da prüft man vermutlich zunächst, ob der Absender Schriftsteller ist oder ob man vorsichtshalber den sozialpsychiatrischen Dienst informieren sollte. 😂
Einen Politiker in einem fiktiven Roman als Figur auftreten zu lassen, ist jedoch das eine. Ihn mit seinem Gesicht auf dem Buchcover abzubilden, ist rechtlich noch einmal eine ganz andere Geschichte. Deshalb hatte ich vorher nachgefragt. Wenn man sich mit Persönlichkeitsrechten und dem Recht am eigenen Bild nicht rechtzeitig beschäftigt, steht am Ende womöglich das gesamte Wohnzimmer voller frisch gedruckter Bücher, die man wegen einer einstweiligen Verfügung nicht verkaufen darf.
Und Gregor Gysi müsste dafür noch nicht einmal lange nach einem Anwalt suchen – er ist schließlich selbst einer. Das wäre dann vermutlich die kürzeste Mandantensuche seines Lebens gewesen. 😄
Aber alles kein Problem: Ich hatte das Cover bereits vorher vollständig ändern lassen. Was ihr hier seht, ist der endgültige Entwurf – ohne Gregor Gysi, dafür aber rechtlich hoffentlich deutlich entspannter.
Über seine nette Antwort habe ich mich jedenfalls wirklich gefreut. Auch wenn er das Buch vermutlich niemals lesen wird, werde ich ihm nach dem Druck ein Exemplar zuschicken. Mit seinem Staatsratsvorsitzenden sollte man es sich schließlich auch im Jahr 2026 nicht verscherzen.

Vielleicht treffen wir uns in meiner DDR 2.0 eines Tages im noch immer bestehenden Palast der Republik auf einen Eisbecher. Eine „Pinguin-Eisbar“ gab es dort übrigens nicht – die hieß schlicht Milchbar. Aber da mein Palast im Roman ohnehin noch steht, kann ich dort natürlich jederzeit eine Pinguin-Eisbar eröffnen. Fiktion macht schließlich vieles möglich – sogar einen Staatsratsvorsitzenden Gregor Gysi seit 1989. 😄
Wer mehr über diesen Staatsratsvorsitzenden erfahren möchte, der sich nun schon seit 37 Jahren im Amt hält, und ganz nebenbei auch einiges Autobiografisches von mir lesen möchte, kann das Buch gerne unter https://ddr20buch.de/ vorbestellen.
#DDR20 #GregorGysi #WasWäreWennWirGebliebenWären
Veröffentlicht mit Welako
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37 años al mando suena a una ruta sin escalas; la frase “Dafür habe ich mehrere Gründe” le dio un toque de aventura a tu solicitud de portada. ¿Te imaginas cómo sería mochilar por una DDR 2.0 donde el Palast der Republik sigue en pie? 😊
Miren esto, la frase exacta de Gysi «Dafür habe ich mehrere Gründe, auch weil es mir zu eitel wäre» me sorprendió por su tono de modestia inesperada. No se lo pierdan, porque la idea de un político ficticio que lleva 37 años al poder desde 1989 abre un abanico de posibilidades narrativas increíbles.