🌊 𝗔𝗨𝗙𝗥𝗨𝗙: 𝗥𝘂𝗵𝗲𝗽𝗹ä𝘁𝘇𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗮𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗞ü𝘀𝘁𝗲 🌊

in #deutsch15 days ago

🌊 𝗔𝗨𝗙𝗥𝗨𝗙: 𝗗𝗲𝗿 𝗮𝗹𝘁𝗲 𝗠𝗮𝗻𝗻 𝗮𝘂𝘀 𝗱𝗲𝗺 𝘁𝗶𝗲𝗳𝗲𝗻 𝗱𝘂𝗻𝗸𝗹𝗲𝗻 𝗪𝗮𝗹𝗱 𝘀𝘂𝗰𝗵𝘁 𝗲𝗶𝗻 𝗥𝘂𝗵𝗲𝗽𝗹ä𝘁𝘇𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗮𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗞ü𝘀𝘁𝗲 🌊


Liebe Leute, heute kommt mal eine etwas andere Anfrage. Der alte Mann aus dem tiefen dunklen Wald sucht für Ende Juni bis Ende Juli 2026 ein ruhiges Plätzchen an der Ostsee oder Nordsee. Idealerweise irgendwo strandnah, ruhig, abgelegen und mit möglichst wenig Menschen, die morgens um sieben freundlich „Na, auch schon wach?“ rufen. Genau solche Sätze haben vermutlich schon ganze Buchprojekte vernichtet.


Geplant sind vier bis sechs Wochen. Nicht Urlaub im klassischen Sinne, also nicht Flipflops, Sonnenhut und den ganzen Tag Fischbrötchen inhalieren, sondern konzentriertes Arbeiten. Zwei Bücher sollen endlich in die Druckerei. Zum einen mein DDR 2.0-Buch „Was wäre, wenn wir geblieben wären“ und zum anderen mein persönliches Kindheitsbuch „Ich war klein, mein Herz ist rein“. Zwei Projekte, die schon viel zu lange darauf warten, dass ich endlich die letzten Seiten querlese, Grafiken fertigstelle und das Drucklayout in eine Form bringe, bei der nicht jeder gelernte Mediengestalter sofort nervöse Zuckungen bekommt.


Warum mache ich das nicht einfach zu Hause? Berechtigte Frage. Ich wohne hier im Thüringer Wald wirklich schön, keine Frage. Aber genau da liegt auch das Problem. Hier ist immer irgendwas. Gäste im Ferienhaus, Sohnemann, Anhängsel, Nachbarn, Postbote, Telefon, jemand will „nur mal kurz“ etwas wissen – und wie wir alle wissen, bedeutet „nur mal kurz“ meistens mindestens eine Stunde Lebenszeit, die danach nie wieder zurückkommt.


Ich brauche für diese Arbeit einfach Ruhe. Richtig viel Ruhe. So eine Ruhe, bei der man auch mal 15 oder 20 Stunden am Stück arbeiten kann, ohne dass jemand fragt, ob man noch ganz sauber tickt. Ich möchte aufstehen, wenn mein Kopf sagt: „Jetzt geht’s los.“ Ich möchte mich hinlegen, wenn mein Körper sagt: „Alter, jetzt ist aber auch mal gut.“ Und zwischendurch ein paar Schritte am Meer gehen, mir den Kopf freipusten lassen und dann wieder an die Bücher.


Mitbringen würde ich mein Wohnmobil. Das gute Stück ist knapp acht Meter lang, also kein kleiner Schuhkarton auf Rädern, sondern eher die rollende Variante von „Ich brauche etwas Platz, aber ich verspreche, ich beiße nicht“. Technisch brauche ich eigentlich nur einen Stromanschluss. Wasser, Toilette und der ganze Rest sind an Bord. Ich komme also nicht mit einer Liste wie jemand, der gerade beschlossen hat, sein komplettes Wohnzimmer ans Meer zu verlegen.


Was wäre ideal?


Ein abgelegenes Grundstück, ein ruhiger Bauernhof, eine Hinterhof-Ecke, eine Streuobstwiese mit Stromanschluss oder ein anderer Platz, an dem ich mit dem Wohnmobil stehen kann, ohne dass alle drei Stunden jemand vorbeikommt und Smalltalk üben möchte.


Ein kleines Apartment wäre natürlich auch denkbar.


Auch Wohnungstausch wäre möglich. Ich könnte hier bei mir ein kleines Apartment anbieten. Das große Ferienhaus steht leider nicht zur Verfügung, das ist in dem Zeitraum schon komplett belegt.


Oder vielleicht hat jemand ein Haus oder eine Wohnung, die in dieser Zeit sowieso leersteht. Blumen gießen, Briefkasten leeren, nach dem Rechten schauen, Katze versorgen – bekomme ich hin. Falls ihr aber denkt: „Den alten Mann lassen wir lieber nicht direkt ins Haus, wer weiß, was der nachts für Buchideen entwickelt“, dann ist auch das kein Problem. Ich kann mit meinem Wohnmobil kommen und mich von außen um alles kümmern.


Was ausdrücklich nicht geht: Campingplatz.


Nicht böse gemeint, aber genau das suche ich nicht. Erstens kostet Camping heute teilweise so viel, dass man dafür fast schon eine eigene kleine Republik gründen könnte. Zweitens ist dort genau das, was ich nicht brauche: Betrieb. Nachbarn, Gespräche, Kinder, Hunde, Generatoren, Grillgeruch, Menschen mit Campingstühlen und dem festen Willen, dich in ein Gespräch über Gasflaschenadapter zu verwickeln. Alles schön und gut, aber für konzentriertes Arbeiten ist das ungefähr so hilfreich wie ein Presslufthammer im Lesesaal.


Und jetzt noch ein ganz besonderer Suchaufruf:


Vor ungefähr zwei Jahren hatte mir hier jemand angeboten, in der Nähe von Sierksdorf auf einem Bauernhof abseits unterzukommen. Ich habe inzwischen Nachrichten, Posteingang und vermutlich auch schon Teile meines Gedächtnisses durchsucht – aber ich finde diese Nachricht einfach nicht wieder. Falls du das damals warst und hier noch mitliest: Bitte melde dich nochmal. Die Ecke kenne ich gut. Dort habe ich früher schon dreimal überwintert, als wir noch in Griechenland gelebt haben. Ja, richtig gelesen: Winter in Deutschland, Frühling, Sommer und Herbst in Griechenland. Klingt verrückt, war aber damals tatsächlich unser Leben.


Warum nicht einfach wieder in den Süden?


Ganz einfach: Weil ich nicht komplett irre bin. Griechenland wäre theoretisch möglich, Unterkunft hätte ich dort sogar. Aber wenn man heute mit einem knapp acht Meter langen Dreiachser losfährt, kommen Diesel, Maut, Fähre und der ganze Spaß dazu. Da sind für Hin- und Rückfahrt schnell zwei- bis dreitausend Euro weg. Nur dafür, dass das Wohnmobil einmal quer durch Europa bewegt wurde. Das darf dann gern jemand anderes romantisch finden. Ich eher nicht.


Natürlich soll das Ganze nicht umsonst sein. Ich zahle gern einen fairen Obolus, schreibt einfach eure Preisvorstellung dazu. Dann wissen wir beide gleich, woran wir sind, und niemand muss dieses beliebte Ratespiel spielen: „Was stellst du dir denn vor?“ – „Sag du zuerst.“ – „Nein, sag du.“ Der Klassiker menschlicher Kommunikation. Furchtbar.


Zusätzlich kann ich aber auch etwas anderes anbieten. Ich kann euch zum Beispiel ein Internetprojekt umsetzen, eine Website, einen Online-Shop oder eine App. Oder ich zeige euch an einem Wochenende, wie man bei Facebook einen monetarisierten Account aufbaut und damit tatsächlich Geld verdient. Da habe ich inzwischen einiges an Erfahrung gesammelt und kenne ein paar Wege, wie man das Ganze ordentlich anschiebt.


Was ich allerdings ehrlich sagen muss: Klassisches „Urlaub gegen Hand“ mit körperlicher Arbeit, Garten, Streichen, Bauen oder schweren Dingen durch die Gegend tragen, geht bei mir gesundheitlich leider nicht mehr. Dafür ist das Fahrgestell inzwischen zu alt und der TÜV würde vermutlich nur noch mitfühlend nicken.


Lange Rede, kurzer Sinn:


Wer etwas anbieten kann – Stellplatz, Bauernhof-Ecke, leerstehende Wohnung, kleines Apartment, Haustier-Sitting, Wohnungstausch oder irgendeine andere brauchbare Idee – schreibt mir einfach eine Nachricht. Am besten direkt mit Ort, Zeitraum, Preisvorstellung und ein paar Infos dazu.


Der alte Mann aus dem tiefen dunklen Wald würde sich sehr freuen, wenn er für ein paar Wochen ans Meer verschwinden könnte, um endlich zwei Bücher fertigzumachen. Und wer weiß: Vielleicht entsteht daraus ja nicht nur ein ruhiger Arbeitsplatz, sondern auch eine schöne neue Bekanntschaft.


#wohnmobil #ostsee #nordsee #stellplatz #buchprojekt #autorleben #ddr20 #küste #ruhegesucht #altermannausdemwald


Veröffentlicht mit Welako

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@pumatoni geht noch nicht zur Schule. Er ist lustig, quirlig, aufgeweckt und meines Erachtens hochintelligent. Lebt aber nicht an der Ost- oder Nordsee, sondern genau dazwischen mit seiner kleinen Schwester.

Und wenn ich darüber gerade nachdenke ob das am Fluss für Dich etwas wäre - fällt mir ein, dass es für Dein Projekt nicht ideal ist.

Denn die Mutter könnte auf die Idee kommen Dir Deine Zeit zu stehlen und die ein oder andere Arbeit aufs Auge zu drücken...

Dann vielleicht doch besser das ruhige Plätzchen am Meer ohne Kindergeschrei...

Frohe Pfingstfeiertag!

@pumatoni und Du hättet bestimmt Spass gehabt.