𝗜𝗰𝗵 𝘁𝗮𝗻𝘇𝗲 𝗮𝗸𝘁𝘂𝗲𝗹𝗹 𝗮𝘂𝗳 𝗺𝗲𝗵𝗿𝗲𝗿𝗲𝗻 𝗛𝗼𝗰𝗵𝘇𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻 𝗴𝗹𝗲𝗶𝗰𝗵𝘇𝗲𝗶𝘁𝗶𝗴

in #deutsch4 days ago

Das ist kein Geheimnis. Aber eine Sache macht mir gerade so viel Spaß, dass ich hoffe, sie wird in absehbarer Zeit mein einziger Lebensinhalt – und wenn alles gut läuft, auch die Quelle, mit der ich meinen Lebensunterhalt bestreite: das Schreiben.

Daneben bin ich noch ein bisschen als Content Creator unterwegs und werde demnächst öfter live gehen, sobald meine eigene Social-Media-Plattform mit den dazugehörigen Apps endlich fertig ist.

Vierzehn-Stunden-Tage sind bei mir gerade keine Seltenheit. Aber, behaupte ich mal: Unzufrieden bin ich nicht. Auch wenn die Welt da draußen ein wenig an mir vorbeizieht – hier in meiner kleinen Holzhütte im Thüringer Wald habe ich mir meine eigene Welt aufgebaut. Gebaut aus Erinnerungen.

Und genau aus diesen Erinnerungen wachsen aktuell gleich mehrere Bücher.

𝗗𝗮𝘀 𝗲𝗿𝘀𝘁𝗲 𝗕𝘂𝗰𝗵 – meine Kindheitsgeschichten zwischen etwa sieben und vierzehn Jahren – ist mehr oder weniger fertig. Geschichten aus Gotha, aus der 18. Märzstraße, aus den Jahren, in denen die Welt für einen Steppke noch ungefähr so groß war wie der Weg zum Bäcker und zurück. Wenn nicht dieses Jahr, dann auf alle Fälle nächstes Jahr wird es unter dem Tannenbaum oder im Bücherregal landen.

𝗗𝗮𝘇𝘂 𝗸𝗼𝗺𝗺𝘁 𝗺𝗲𝗶𝗻 𝗮𝘂𝘁𝗼𝗯𝗶𝗼𝗴𝗿𝗮𝗳𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗿 𝗥𝗼𝗺𝗮𝗻, an dem ich jetzt schon mehrere Jahre schreibe. Hier sieht es allerdings so aus, dass ich das Manuskript ständig wieder ändere – einmal, weil neue Erinnerungen dazukommen, ein anderes Mal, weil ich, je nachdem wie es mir gerade geht, manche Dinge plötzlich ganz anders sehe. Ein Buch, das mit mir mitatmet, könnte man sagen.

𝗨𝗻𝗱 𝗱𝗮𝗻𝗻 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗮 𝗷𝗮 𝗻𝗼𝗰𝗵 „𝗗𝗗𝗥 𝟮.𝟬 – 𝘄𝗮𝘀 𝘄𝗮̈𝗿𝗲, 𝘄𝗲𝗻𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗴𝗲𝗯𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗻 𝘄𝗮̈𝗿𝗲𝗻?"

Dieses Buch kommt definitiv noch dieses Jahr heraus und liegt pünktlich zu Weihnachten unter dem Tannenbaum. Was mich wirklich umgehauen hat: Es haben jetzt schon fast 70 Leute vorbestellt – ohne dass ich groß die Werbetrommel gerührt hätte. Darüber habe ich mich riesig gefreut.

Wer mehr darüber erfahren oder gleich bestellen möchte:

👉 https://ddr20buch.de/

𝗨𝗻𝗱 𝗱𝗮𝗻𝗻 𝗱𝗮𝘀 𝗧𝗵𝗲𝗺𝗮 𝗗𝗗𝗥 𝗴𝗮𝗻𝘇 𝗮𝗹𝗹𝗴𝗲𝗺𝗲𝗶𝗻. Hier kommen mir seit einiger Zeit so viele Ideen für weitere Publikationen, dass ich kaum hinterherkomme. Vor allem, seitdem ich die Seite https://www.facebook.com/ddrbuch/ recht intensiv betreibe, werden mir bei den Recherchen selbst Vorgänge bewusst, die ich vorher so gar nicht auf dem Schirm hatte – und das, obwohl ich nun wirklich in der DDR groß geworden bin.

𝗔𝗹𝘀𝗼 – wie ihr seht: Vielleicht müsst ihr bald ein bisschen Platz machen in eurem Bücherregal. Dann steht da ein Buch neben dem anderen, das ich herausgebracht habe.

Wollen wir nur hoffen, dass ich auch noch genügend Zeit habe, all das umzusetzen, was ich mir vorgenommen habe. Denn die verschiedenen Diagnosen, die wie ein Damoklesschwert über dem tiefen, dunklen Wald schweben, verheißen vielleicht etwas ganz anderes.

Aber – man wird es sehen.

Und jetzt – ein kleines Stück Lyrik. Eine Verdichtung aus der Sammlung meiner Kindheitsgeschichten auf wenige Zeilen. Ein Vorgeschmack auf das, was zwischen den Buchdeckeln stehen wird.

𝗜𝗻 𝗺𝗲𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗞𝗶𝗻𝗱𝗵𝗲𝗶𝘁

In meiner Kindheit war ich ein Maler. Ich saß unter dem großen runden Tisch in der Stube, die Tischdecke hing wie ein Vorhang bis zum Boden, und ich malte alles, was mir einfiel. Häuser mit krummen Dächern. Bäume, die größer waren als die Häuser. Sonnen mit Stacheln wie ein Igel. Ich malte für mich, nicht für die Wand. Ich malte, weil es schön war. Doch dann wurde ich groß.

In meiner Kindheit war ich ein Schachspieler. Ich saß bei Opa Willi in seinem kleinen Zimmer, der Kanonenofen glühte, die Pfeife duftete süß und warm. Ich zog die Figuren über das Brett und verlor fast jedes Mal, und es war mir egal. Hauptsache er nickte und sagte „Fein, Kleener." Ich spielte für seine großen Hände, nicht für den König. Doch dann wurde ich groß.

In meiner Kindheit war ich ein Schwimmer. Andreas hielt mich im kalten Wasser vom Baggersee und sagte „Ich bin neben dir, Kleener." Und ich strampelte und prustete und schwamm. Bis zur Schildkröte, dem großen Stein in der Mitte. Einmal sogar bis ans andere Ufer. Ich schwamm für das Plätschern, nicht für die Strecke. Doch dann wurde ich groß.

Erwachsenwerden hieß, nicht mehr zu malen, weil es schön ist – sondern erst dann, wenn jemand sagt, es sehe gut aus. Erwachsenwerden hieß, nicht mehr zu spielen für ein „Fein, Kleener" – sondern, um zu gewinnen. Erwachsenwerden hieß, nicht mehr zu schwimmen, weil das Wasser einen trägt – sondern, weil eine Stoppuhr läuft.

In meiner Kindheit war ich reich. Nicht weil wir viel hatten – wir hatten wenig. Sondern weil es nicht darauf ankam, wie etwas war. Es kam nur darauf an, dass es war.

Heute bin ich sechzig. Ich lebe in einer kleinen Holzhütte mitten im Thüringer Wald. Der Kachelofen knackt. Der Bach plätschert übers Grundstück. Manchmal nehme ich einen stumpfen Bleistift in die Hand und male wieder eine Sonne mit Stacheln. Auf die Rückseite einer alten Rechnung. Und niemand muss sie sehen.

Und wenn mich heute jemand fragt, was ich am meisten vermisse, dann sage ich: Nichts. Es ist alles noch da.

Ich muss nur unter den Tisch kriechen.

Ich war klein, mein Herz war rein.

Und manchmal, hier zwischen den Bäumen, bin ich es wieder.


Veröffentlicht mit Welako

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Super Sache , oh ja , #SUPERSACHE !