🚨 𝗩𝗼𝗻 𝟰𝟬.𝟬𝟬𝟬 𝗮𝘂𝗳 𝟰,𝟱 𝗠𝗶𝗹𝗹𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻

in #deutsch3 hours ago

𝗱𝗲𝗿 𝗮𝗹𝘁𝗲 𝗠𝗮𝗻𝗻 𝗮𝘂𝘀 𝗱𝗲𝗺 𝘁𝗶𝗲𝗳𝗲𝗻 𝗱𝘂𝗻𝗸𝗹𝗲𝗻 𝗪𝗮𝗹𝗱 𝘄𝗶𝗿𝗱 𝗷𝗲𝘁𝘇𝘁 𝘄𝗼𝗵𝗹 𝗱𝗼𝗰𝗵 𝗜𝗻𝗳𝗹𝘂𝗲𝗻𝗰𝗲𝗿! 😱

Ist das nicht der Wahnsinn? Ende Mai wurde nach drei Monaten endlich die Sperre meines Facebook-Accounts aufgehoben und auch die Monetarisierung wieder freigeschaltet. Während dieser drei Monate war mein Account so massiv eingeschränkt, dass meine Beiträge in einem ganzen Monat insgesamt nur noch von etwa 30.000 bis 40.000 Menschen gesehen wurden. Ich wurde in den Feeds anderer Nutzer praktisch nicht mehr angezeigt und hätte vermutlich persönlich mit einem Megafon durch die Fußgängerzone laufen können, um mehr Menschen zu erreichen.

Für den Juni habe ich nun erstmals wieder eine vollständige Statistik, und man mag es kaum glauben: Meine Beiträge wurden fast 4,5 Millionen Mal aufgerufen. Mehr als drei Millionen verschiedene Menschen haben sich wenigstens einen meiner Beiträge angesehen. Innerhalb weniger Wochen bin ich damit schon wieder fast bei meinem früheren Stand von sechs bis acht Millionen Aufrufen im Monat angekommen. Offenbar ist mein Konzept also gar nicht so verkehrt: humorvolle Geschichten, vollkommen fiktive Personen wie Herr Natas, eine fiktive und erheblich breiter angelegte Version meiner selbst sowie Menschen, die nur die Überschrift lesen, bei einem Video drei Sekunden durchhalten und anschließend mit voller Überzeugung erklären, was im restlichen Beitrag angeblich falsch war.

Gerade diese besonders boshaften Kommentare bringen nämlich Reichweite. Das ist das Schöne an Facebook: Manche Menschen möchten mich mit aller Kraft bestrafen und finanzieren dabei versehentlich den nächsten Beitrag. Sie schimpfen, beleidigen, teilen den Beitrag empört mit ihren Freunden und liefern dem Algorithmus damit genau das, was er haben möchte. Herr Natas hat deshalb inzwischen vermutlich eine eigene Abteilung mit zehn Sekretärinnen der ewigen Verdammnis eingerichtet, die sämtliche Hater sorgfältig erfassen und ihnen zum Dank ein kleines Reichweitenabzeichen aus glühender Kohle zuschicken.

Über die genaue Abrechnung der vergangenen vier Wochen werde ich noch einen separaten Beitrag machen. Ich habe früher nie ein Geheimnis daraus gemacht, was ich mit Facebook verdiene, und werde auch heute keines daraus machen. Ein vollständiger Ersatz für die Einnahmen meiner Schmuckmanufaktur, die inzwischen komplett weggefallen sind, ist das natürlich noch lange nicht. Aber ich hoffe, dass ich das Ganze gemeinsam mit meiner Seite „DDR 2.0“ weiter ausbauen kann. Wenn dann auch meine beiden Bücher erschienen sind und ich vielleicht 20 Exemplare im Monat verkaufe, könnte daraus zumindest ein kleines zusätzliches Einkommen entstehen. Andere kaufen sich in meinem Alter einen Kleingarten oder beobachten Vögel. Ich beobachte eben Statistiken und schaue dabei zu, wie sich fremde Menschen unter erfundenen Geschichten gegenseitig den Blutdruck hochtreiben.

Künftig möchte ich außerdem aktiver Kurzvideos veröffentlichen und neben Facebook vielleicht auch TikTok, YouTube und Instagram mitnehmen. Dann werde ich auf meine alten Tage tatsächlich noch zum Möchtegern-Influencer aus dem tiefen dunklen Wald. Vermutlich stehe ich irgendwann morgens mit dem Handy zwischen den Fichten, erkläre einem Reh die Funktionsweise des Algorithmus und bitte einen Waschbären, meinen Kanal zu abonnieren. Irgendwo muss man schließlich anfangen, bevor die erste große Kooperation mit einem Hersteller für Gulaschkessel, Kühlschränke oder besonders belastbare Einkaufswagen eintrifft.

Einige haben in den vergangenen Tagen geschrieben, dass ihnen diese Geschichten nicht gefallen, besonders jene mit Herrn Natas. Das kann ich sogar nachvollziehen. Wer einen starken Glauben hat, ganz gleich woran, kann sich daran stören, und einige werden es sicherlich auch tun. Aber der überwiegende Teil der Menschen, die meine Beiträge sehen, folgt mir überhaupt nicht. Die Zeiten, in denen hauptsächlich die eigenen Follower für die Reichweite eines Accounts verantwortlich waren, sind längst vorbei. Bei manchen meiner Beiträge stammen 99 Prozent der Aufrufe von Nicht-Followern. Natürlich freue ich mich trotzdem über jeden Menschen, der mir folgt, meinen Humor versteht und erkennt, dass es sich um Satire handelt.

Wobei das mit dem Erkennen offenbar zunehmend schwieriger wird. Selbst den gestrigen Beitrag, in dem ich behauptet habe, die Russen hätten in deutschen Supermärkten gezielt die Kühlanlagen außer Gefecht gesetzt, haben mehr als genug Menschen für bare Münze genommen. Was soll man dazu noch sagen? Langsam sind die Kommentare unter meinen Beiträgen fast genauso unterhaltsam wie die Beiträge selbst. Der einzige Unterschied ist: Meine Geschichten sind absichtlich erfunden. Bei manchen Kommentaren bin ich mir da nicht mehr ganz sicher. 😂

#lifestyle #HerrNatas #TieferDunklerWald #Satire


Veröffentlicht mit Welako