💩 𝗛𝗘𝗨𝗧𝗘 𝗪𝗨𝗥𝗗𝗘 𝗨𝗡𝗦𝗘𝗥𝗘 𝗞𝗔𝗖𝗞𝗘 𝗔𝗕𝗚𝗘𝗛𝗢𝗟𝗧 – 𝗚𝗟𝗘𝗜𝗖𝗛 𝗦𝗜𝗘𝗕𝗘𝗡 𝗞𝗨𝗕𝗜𝗞𝗠𝗘𝗧𝗘𝗥!
Heute wurden unsere beiden Klärgruben geleert. So etwas kennen vermutlich nur noch die wenigsten von euch, denn schätzungsweise 95 Prozent aller Haushalte dürften inzwischen an die Kanalisation angeschlossen sein. Wir leben dagegen noch ganz traditionell: Was hinten rauskommt, bleibt erst einmal auf dem Grundstück. 😁
So ein Job ist natürlich nicht für jedermann. Ich dachte immer, dass dabei wenigstens richtig Geld fließt – wenn schon nicht durch das Rohr, dann wenigstens aufs Konto. Deshalb habe ich den Fahrer, den ich schon seit mehreren Jahren kenne, einfach einmal gefragt, was er verdient. Ich hatte mit deutlich über 3.000 Euro gerechnet. Er lächelte nur müde und sagte: „Schön wäre es.“
Man muss sich das einmal vorstellen: Andere bekommen schon schlechte Laune, wenn im Büro die Kaffeemaschine kaputt ist. Dieser Mann steht dagegen jeden Tag bis zu den Knöcheln im menschlichen Kulturgut und verdient trotzdem keine Reichtümer.
Bei unserer kleinen Klärgrube am Wohnhaus ist der Zugang besonders komfortabel. Die Grube befindet sich in einem Schuppen, sodass man das Rohr nur hineinhalten kann. Anschließend muss mit dem Spaten von hinten die obere Schicht nach vorn geschoben werden. Ein Arbeitsplatz mit direktem Kundenkontakt – nur dass die Kunden ihre Hinterlassenschaften bereits vorher abgegeben haben.
Der Fahrer ging jedenfalls völlig schmerzbefreit an die Sache. Wenn man diesen Beruf eine Weile ausübt, riecht man vermutlich irgendwann nichts mehr. Oder man hat einfach innerlich gekündigt und wartet nur noch darauf, dass auch die Nase aufgibt.
Das Ferienhaus von NesoMi besitzt eine größere Klärgrube mit ungefähr vier bis fünf Kubikmetern. Dort besteht allerdings das Problem, dass manche Feriengäste offenbar glauben, eine Klärgrube sei gleichzeitig Müllschlucker, Recyclinghof und Beweismittelvernichtungsanlage. Besonders beliebt sind Hygieneartikel, die bereits zweimal dafür gesorgt haben, dass die Rohre verstopft waren.
Der Fahrer schaute sich den Inhalt an und meinte ganz trocken: „Da haben einige hier aber schon gut Party gefeiert.“ In der Klärgrube befanden sich nämlich auch Unmengen von Kondomen. Wenigstens wissen wir jetzt: Unsere Gäste achten auf ihre Sicherheit – nur leider nicht auf unsere Abwasserrohre. 😂
Der Fahrer ist ein wirklich netter Kerl. Zusammen mit Marcel haben wir noch eine ganze Weile mit ihm erzählt. So macht man das hier im Osten eben. Da wird nicht einfach nur abgesaugt, abgerechnet und davongefahren. Da hält man noch ein Schwätzchen – selbst dann, wenn der Gesprächspartner gerade sieben Kubikmeter Kacke im Tank hat.

Und wer so einen Job macht, bekommt selbstverständlich wenigstens fünf Euro für einen Kaffee in die Hand gedrückt. Den hat er sich wirklich verdient. Wahrscheinlich sogar mit einem ordentlichen Schuss zur Desinfektion.
Jetzt bin ich gespannt, was der Spaß diesmal kostet, denn auch die Preise für die Entsorgung steigen ständig. Insgesamt wurden sieben Kubikmeter abgefahren.
Ich könnte natürlich einen Wettbewerb starten: „Was hat die Entsorgung unserer Kacke gekostet?“ Aber das wäre vielleicht doch etwas zu makaber. Andererseits: Wenn schon der Mist immer teurer wird, darf man wenigstens darüber lachen.
Also los: Was glaubt ihr, was die Entsorgung von sieben Kubikmetern gekostet hat? 💩
Veröffentlicht mit Welako