📕 𝟳𝟲 𝗝𝗔𝗛𝗥𝗘 𝗗𝗗𝗥 - Rückblick auf ein Land, das blieb.
Ein alternatives Leben in einer DDR, die nie verschwand.
Heute möchte ich einmal ein wenig Werbung für eines meiner Bücher machen, das in diesem Jahr zu Weihnachten herauskommt. Vielleicht habt ihr ja Lust, mich im Vorverkauf ein Stück weit zu unterstützen – denn von der Zahl der Vorbestellungen hängt ab, ob ich das Buch im hochwertigen Offsetdruck herausbringen kann oder ob es „nur" Digitaldruck wird. Aber dazu unten mehr. Erst einmal ein paar Worte zum Buch selbst – und ein paar Auszüge, damit ihr einen Eindruck bekommt.
Den Link zum Vorbestellen findet ihr am Ende von dem Beitrag:
Es geht um eine Frage, die mich seit Jahrzehnten nicht loslässt: Was wäre, wenn die Mauer im November 1989 nicht ganz gefallen wäre, sondern nur einen Spalt aufgegangen? Wenn Reisen erlaubt gewesen wäre? Wenn Gysi statt Kohl auf die Bühne getreten wäre und einen „Dritten Weg" eingeschlagen hätte – weder Plan, noch Markt, sondern etwas Eigensinniges dazwischen? Wenn die Treuhand nie gekommen wäre, weil sich ein Land hingestellt und gesagt hätte: „Nicht mit uns"?
Genau das ist die Ausgangsfrage. Ein gutes Jahr lang habe ich am Manuskript gesessen, gestrichen, verworfen und wieder angefangen. Jetzt ist es so weit.
Die Handlung spielt in Gotha, Thüringen – meiner Geburtsstadt. Wer im Osten aufgewachsen ist, wird vieles wiedererkennen: das Wäldchen hinter den Garagen, die Stadthalle, den Ringhof, die Simson, die Reichsbahnuniform, den ABV mit dem strengen Blick. Es ist 𝗸𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗚𝗲𝘀𝗰𝗵𝗶𝗰𝗵𝘁𝘀𝘀𝗰𝗵𝗿𝗲𝗶𝗯𝘂𝗻𝗴. Es ist Fiktion mit einem Bein in der Wahrheit. Familie, Freunde, Nachbarn – sie kommen vor, mit echten Namen und echten Eigenheiten. Wer weiß: Wenn wir damals geblieben wären, vielleicht wäre genau das hier irgendwann doch noch zum Geschichtsbuch geworden.

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𝗘𝗜𝗡 𝗣𝗔𝗔𝗥 𝗔𝗨𝗦𝗭𝗨𝗚𝗘 𝗔𝗨𝗦 𝗗𝗘𝗠 𝗕𝗨𝗖𝗛:
🟢 Aus dem Prolog – Grenzübergang Eisenach, 9. November 1989:
„Ein junger Grenzsoldat, vielleicht Anfang zwanzig, die Uniform fast zu groß für seine schmalen Schultern, versuchte streng zu schauen. Doch seine Hände zitterten. Dann fiel die Schranke nach oben. Kein Trompetensignal, kein Befehl, kein Kamerateam. Einfach nur das leise Knarren des Gestänges. Unsere Blicke trafen sich für eine Sekunde. Er nickte kaum merklich. Ich nickte zurück."
🟢 Aus Kapitel 3 – offiziell als „asozial" eingestuft, weil man Plastikschmuck und Bravo-Bilder verkauft. Im Wäldchen wird darüber diskutiert:
„Du arbeitest mehr als jeder von uns, verdienst mehr als die meisten, und die nennen dich asozial. Weißt du, was wirklich asozial ist? Das System, das dich so nennt."
Rainer grinste: „Wenn der Holger asozial ist, dann bin ich der Papst."
„Du bist eher der Gegenpapst", sagte Jens.
🟢 Aus Kapitel 4 – die Volkskammer wählt Gysi. Live im Wohnzimmer der Familie:
„Für den Kandidaten Krenz … 20 Prozent." Stille im Wohnzimmer. „Für den Kandidaten Gysi … 80 Prozent."
Mutti saß nur da, die Hände im Schoß gefaltet. „80 Prozent", flüsterte sie. „Das ist ja fast einstimmig." – „Mutter", sagte ich lachend, „das ist eine Revolution!"
🟢 Aus Kapitel 5 – mein erster Gang ins Gewerbeamt, mit einem Ring aus einer DDR-Münze in der Hand:
Sie nahm den Ring, drehte ihn im Licht der Neonröhre. „Sie machen Schmuck … aus Geld?"
„Genau", sagte ich. „So hat's wenigstens noch Wert."
„Deutsche Demokratische Republik … na so was." – Stempel drauf. „Ab jetzt sind Sie offiziell Gewerbetreibender. Nächster!"
🟢 Aus Kapitel 8 – Werner zu Besuch im Konsum in Gotha. Vor dem Regal stehen genau zwei Sorten Zahnpasta:
Werner: „Nur zwei?" – Ich: „Wozu mehr?" – „Bei uns gibt's zwanzig!" – „Und welche nimmst du?" – Er überlegte. „Na ja … meistens immer dieselbe." – „Siehst du. Willkommen im Effizienzmodus."
🟢 Aus Kapitel 18 – ein Schwabe im Aufnahmecamp Eisenach, an der Essensausgabe:
„Was soll das denn sein? Wo sind die Spätzle?"
Die Köchin, eine resolute Thüringerin: „Hier gibt's Klöße. Die sind besser."
„Das kann man doch nicht essen! Das sind geschwollene Gummibälle!"
„Dann essen Sie's halt nicht. Der Nächste!"
Am nächsten Tag stand er wieder in der Schlange: „Einmal … das Zeug da. Aber mit Soße."
🟢 Aus Kapitel 20 – Rainer ist Frührentner und hat sich neu erfunden als Vorsitzender der „Kommission für unnötige Hürden und Bürokratie":
„Holger! Ich hab sie! Die im Gewerbeamt verlangen immer noch eine dreifache Kopie der Geburtsurkunde für die Anmeldung eines Hundezuchtvereins! Dreifach! Als ob der Hund drei Großeltern braucht!"
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𝗭𝗨𝗠 𝗕𝗨𝗖𝗛 𝗦𝗘𝗟𝗕𝗦𝗧:
Das Manuskript ist fertig. Es hat 𝗿𝘂𝗻𝗱 𝟯𝟬 𝗞𝗮𝗽𝗶𝘁𝗲𝗹 mit etwa 𝟮𝟳𝟬 𝗯𝗶𝘀 𝟮𝟵𝟬 𝗦𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻, eingeteilt in acht Teile – von der Schulzeit und der Clique im Wäldchen über die Grenzöffnung, Gysis Wahl und die Reformjahre bis hinein in die 2020er, in denen plötzlich die Leute aus dem Westen anklopfen und Asyl im Osten beantragen. Dazwischen immer wieder kurze Einschübe einer fiktiven Vorlesungsreihe „Deutschland nach der Mauer", in der ein Professor erklärt, was tatsächlich passiert ist – Treuhand, Hartz IV, Finanzkrise, Abwanderung. So entsteht der direkte Vergleich: das echte 1990 bis 2025 neben der Was-wäre-wenn-Spur.
Zu jedem Kapitel wird mindestens ein hochwertiges, eigens für das Buch konzipiertes und gestaltetes Bild erscheinen – auf jedes Kapitel individuell abgestimmt. Keine Stockware von der Stange, sondern Illustrationen, die zum Text und zur Stimmung passen.
Ich bringe das Buch 𝗸𝗼𝗺𝗽𝗹𝗲𝘁𝘁 𝗶𝗺 𝗦𝗲𝗹𝗯𝘀𝘁𝘃𝗲𝗿𝗹𝗮𝗴 heraus. Vom ersten Satz über die Illustrationen, das Layout, das Lektorat bis hin zur Druckabnahme bleibt alles in meiner Hand. Ich will mir von niemandem reinreden lassen – nicht von Verlagslektoren, die das schnoddrige Thüringisch glätten wollen, nicht von Marketing-Leuten, die mir andere Schwerpunkte setzen wollen. Es soll mein Buch sein, mit meinen Worten, meiner Optik, meinem Tempo.
Und genau hier kommt der Offsetdruck ins Spiel. Der Unterschied zum Digitaldruck ist gerade bei den Illustrationen erheblich: schärfere Konturen, sattere Farben, eine andere Tiefe. Wer mal beide Druckverfahren nebeneinander gesehen hat, weiß sofort, warum ich diesen Aufwand betreiben möchte.
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📚 𝗝𝗘𝗧𝗭𝗧 𝗩𝗢𝗥𝗕𝗘𝗦𝗧𝗘𝗟𝗟𝗘𝗡:
👉 https://ddr20buch.de/
Die 𝗘𝗿𝘀𝘁𝗮𝘂𝗳𝗹𝗮𝗴𝗲 𝘂𝗺𝗳𝗮𝘀𝘀𝘁 𝟱𝟬𝟬 𝗘𝘅𝗲𝗺𝗽𝗹𝗮𝗿𝗲. Damit ich diese Auflage im Offsetdruck umsetzen kann, brauche ich bis Oktober rund 𝟮𝟱𝟬 𝗯𝗶𝘀 𝟯𝟬𝟬 𝗩𝗼𝗿𝗯𝗲𝘀𝘁𝗲𝗹𝗹𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 – das deckt exakt die Druckkosten dieses Verfahrens. Erscheinen wird das Buch in jedem Fall pünktlich zum Weihnachtsgeschäft – die Vorbestellungen entscheiden also nicht, ob gedruckt wird, sondern wie. Wer Wert auf Hochwertigkeit legt, hilft mir mit jeder Vorbestellung, dieses Ziel zu erreichen.
𝗩𝗜𝗘𝗥 𝗩𝗔𝗥𝗜𝗔𝗡𝗧𝗘𝗡:
📘 𝗦𝘁𝗮𝗻𝗱𝗮𝗿𝗱𝗮𝘂𝘀𝗴𝗮𝗯𝗲 – 35 € inkl. Versand.
✍️ 𝗦𝗶𝗴𝗻𝗶𝗲𝗿𝘁𝗲 𝗔𝘂𝘀𝗴𝗮𝗯𝗲 – mit persönlicher Widmung von mir.
💍 Buch mit Münzring – das Buch plus einem Ring aus einer echten DDR-Münze (5-Mark-Stück), gefertigt in meiner eigenen Werkstatt unter dem Label „The Other Coin". Genau die Ringe, von denen im Buch die Rede ist.
👑 𝗣𝗿𝗲𝗺𝗶𝘂𝗺-𝗩𝗮𝗿𝗶𝗮𝗻𝘁𝗲 – für diejenigen, die es sich leisten können und wollen: Eine Person nach Wunsch wird als wiederkehrende Figur in das Buch integriert. Das kann derjenige selbst sein, oder jemand, an den erinnert werden soll. Wir arbeiten den Charakter gemeinsam aus, und ich lade die Person für ein Wochenende zu mir ein, damit wir das in Ruhe ausgestalten können.
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𝗘𝗜𝗡 𝗞𝗟𝗘𝗜𝗡𝗘𝗥 𝗔𝗨𝗦𝗕𝗟𝗜𝗖𝗞 𝗭𝗨𝗠 𝗦𝗖𝗛𝗟𝗨𝗦𝗦:
„76 Jahre DDR" ist Teil eins einer 𝗧𝗿𝗶𝗹𝗼𝗴𝗶𝗲, an der ich gerade arbeite. Dieses Jahr zu Weihnachten erscheint zunächst nur dieser Band – die Was-wäre-wenn-Geschichte. Die beiden weiteren Bücher folgen in den kommenden Jahren:
📗 „𝗜𝗰𝗵 𝘄𝗮𝗿 𝗸𝗹𝗲𝗶𝗻, 𝗺𝗲𝗶𝗻 𝗛𝗲𝗿𝘇 𝘄𝗮𝗿 𝗿𝗲𝗶𝗻" – Geschichten aus meiner Kindheit in der DDR, zwischen sechs und vierzehn Jahren. Über Mutti, meinen Bruder, das Aufwachsen als kleiner Junge in einem sozialistischen Land. Mit Wehmut, mit Schmunzeln und mit dem Blick zurück auf eine Geborgenheit, die viele Ehemalige bis heute vermissen.
📕 𝗠𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗲𝗰𝗵𝘁𝗲 𝗔𝘂𝘁𝗼𝗯𝗶𝗼𝗴𝗿𝗮𝗽𝗵𝗶𝗲 – das, was wirklich passiert ist. Sie beginnt mit meiner Lehre noch in der DDR, dem Modeschmuck aus Draht und Plastik, den Vorladungen bei der Staatssicherheit. Sie führt nach der Grenzöffnung nach Kassel, wo ich erst einmal für ein paar D-Mark Autos polierte – in einem Autohandel, der einem Zuhälter gehörte. Von dort führte mein Weg mitten ins Milieu: Ich wurde Wirtschafter – so nennt sich der Mann, der die Bar im Etablissement führt und den Einkauf macht. Klingt wie aus einem Roman, war aber Alltag in den wilden Jahren. Erst danach ging es Stück für Stück weiter: raus aus dem Milieu, rein in die ganz normale Wirtschaft. Aber so normal war die Zeit damals auch nicht, einen Hauptteil meines Vermögens habe ich durch Kontakte zu der Kirchgruppe gemacht und Lastzugweise DBoxen verkauft, die man damals mit einer anderen Software versehen konnte um kostenlos Pay-TV zu schauen. Irgendwann ein eigenes, großes Unternehmen, siebenstellige Summen auf dem Konto und mit 40 alles verkauft und mich sozusagen zur Ruhe gesetzt. Danach sechs Jahre Wohnmobil mit der kleinen Familie quer durch die Weltgeschichte – und in Griechenland sind wir hängengeblieben. Dann die Diagnose, die schwere Herzerkrankung, die mich bis heute begleitet. Hunderttausende Euros, die ich über die Jahre gespendet und gestiftet habe – für ein Kinderheim, für soziale Projekte, für Leute, die's brauchten. Und am Ende zurück in die Heimat, in den Thüringer Wald. In ein einfaches Holzhaus mitten zwischen den Bäumen. Mit deutlich weniger Nullen auf dem Konto als früher – aber ehrlicherweise: nicht unglücklicher. Vielleicht sogar das Gegenteil.
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Wer reinlesen oder vorbestellen möchte:
👉 https://ddr20buch.de/
Ich habe mit ehrlicher Freude an diesem Buch geschrieben. Es enthält viel aus meiner eigenen Vergangenheit, aber auch das, was hätte sein können – oder vielleicht sogar sollen. Es ist nicht durchgehend lustig; an einigen Stellen wird es ernst, an einigen Stellen sogar traurig. Aber so ist das Leben, und so ist auch dieses Buch geworden.
— Holger Jacob
Veröffentlicht mit Welako