Warum ich heute wieder meine gesamten SP an einen Voting-Bot delegiert habe
Vor ungefähr einem Dreivierteljahr habe ich mich dazu entschlossen, auf Steem auch als Zeuge aktiv zu werden. Ich hatte einige Neuerungen programmiert, versucht, etwas Input zu geben, und gehofft, dass es unter den Zeugen vielleicht einen Konsens gibt und wir gemeinsam einen Fahrplan für die Zukunft von Steem entwickeln.
Heute muss ich leider sagen: Es hat einfach nicht gepasst.
Viel entwickelt – kaum jemanden hat es interessiert
Was ich in den vergangenen Monaten neu zur Verfügung gestellt habe, war eigentlich nicht wenig. Dazu gehören meine neue Social-Media-Plattform, mehrere Apps, die über diese Plattform erreichbar sind, sowie meine Arbeiten an einem Condenser-Clone, also einer eigenen Version des ursprünglichen Steemit-Frontends.
Wenn ich mir allerdings anschaue, wie viele Menschen das überhaupt getestet haben, kann ich nur sagen: traurig. Teilweise bewegten sich die Nutzerzahlen im einstelligen Bereich. Wenn man ehrlich ist, hat es also praktisch niemanden interessiert.
Dafür betreibe ich insgesamt drei Server. Inzwischen bin ich mir nicht einmal mehr sicher, ob ich meine Witness-Node überhaupt weiterlaufen lasse. Die reinen Serverkosten sind zwar nicht gigantisch, aber wenn ich noch das dazurechne, was ich monatlich für die dazugehörige KI bezahle, liegen wir bereits bei deutlich über 100 Euro im Monat.
Pi mal Daumen habe ich in dieser Zeit weit über 1.000 Euro aus eigener Tasche investiert – in der Hoffnung, vielleicht doch etwas bewegen zu können.
Es ging mir nie um die Top 20
Mein Ziel war nie, unter die Top 20 der Zeugen zu kommen. Diese erhalten durch die von ihnen signierten Blöcke monatlich umgerechnet ungefähr 400 US-Dollar. Unter diesen Voraussetzungen ist es natürlich kein großes Problem, zusätzlich einen Indexer oder eine API-Node zur Verfügung zu stellen. Am Ende bleiben trotzdem noch einige Hundert Dollar übrig.
Wenn man dann allerdings sieht, dass einige Zeugen ihre kompletten Einnahmen regelmäßig auszahlen lassen, kann durchaus der Eindruck entstehen, dass es dabei hauptsächlich um die Einnahmen geht und weniger um den Glauben an das System oder um dessen Weiterentwicklung.
Was ich ebenfalls vollkommen vermisst habe, waren ernsthafte Gespräche über Neuerungen und einen gemeinsamen Fahrplan für die Zukunft. Natürlich stellt der eine oder andere immer wieder etwas Neues vor. Diese Entwickler haben jedoch dasselbe Problem wie ich: Es interessiert kaum jemanden.
Man findet inzwischen ja nicht einmal mehr genügend Leute, die bereit sind, etwas Neues einfach nur zu testen.
Die Blockchain ist für kommerzielle Projekte ein Problem
Ein riesiges Problem besteht darin, dass sich kommerzielle Apps kaum rechtssicher auf dieser Blockchain betreiben lassen – zumindest nicht in einem regulierten Gebiet wie der Europäischen Union.
Ich habe es versucht. Das Ende vom Lied ist nun, dass ich eine meiner Apps vollständig aus der Blockchain herauslösen, rein datenbankbasiert weiterentwickeln und die Verbindung zu Steem trennen werde. An dieser App hat inzwischen ein Unternehmen Interesse. Eine kommerzielle Nutzung ist aber nur realistisch, wenn sie unabhängig von der Blockchain betrieben wird.
Der frühere große Vorteil einer Blockchain, dass dort nichts mehr gelöscht oder nachträglich verändert werden kann, ist heute bei vielen kommerziellen Anwendungen gleichzeitig ihr größter Nachteil.
Ich bin außerdem der Meinung, dass Steem viel zu breit aufgestellt ist. Man versucht, sämtliche Interessen und Zielgruppen gleichzeitig zu bedienen. Ich habe mehrfach gesagt, dass man sich stärker auf eine bestimmte Zielgruppe spezialisieren sollte. Wer alles gleichzeitig sein möchte, ist am Ende für niemanden wirklich etwas Besonderes.
Auch beim Thema Geldverdienen sehe ich inzwischen kaum noch einen entscheidenden Vorteil. Die paar Cent, die man hier mit seinen Beiträgen verdient, kann man auf anderen Social-Media-Plattformen ebenfalls erreichen – und das innerhalb weniger Monate, ohne sich vorher ausführlich mit Blockchain-Technologie beschäftigen zu müssen.

Ein letzter großer Versuch: ein Civilization-Clone
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass bei den aktiven Zeugen besonders Spiele auf Interesse stoßen. Deshalb wird mein letztes großes Projekt für Steem der Versuch sein, einen Civilization-Clone zu entwickeln und zu implementieren.
Rund um Civilization existiert eine riesige Community. In meiner Version könnten Länder gegeneinander antreten, Spieler könnten sich zu verschiedenen Gruppen zusammenschließen, Einzelspiele wären ebenso möglich wie größere gemeinsame Kampagnen und vieles mehr.
Das wird noch einmal eine gewaltige Aufgabe, die mehrere Monate Arbeit in Anspruch nehmen dürfte. Und ja, auch diese Zeit werde ich erneut investieren und das Projekt zunächst aus eigener Tasche finanzieren.
Allerdings benötige ich dafür einen leistungsstarken Server. Um wenigstens einen Teil dieser laufenden Kosten zu decken, habe ich mich heute dazu entschieden, meine gesamten SP wieder an einen Voting-Bot zu delegieren.
Das ist also keine Entscheidung gegen Steem, sondern zunächst der Versuch, die Kosten für mein letztes großes Steem-Projekt wenigstens teilweise zu finanzieren.
Wie es mit meinen bisherigen Projekten weitergeht
Meine Social-Media-Plattform habe ich zum Glück vom ersten Tag an datenbankbasiert entwickelt. Dort werde ich nun einen Fork erstellen und in dieser Version die Verbindung zu Steem vollständig entfernen. Nur so kann ich das System später vernünftig kommerziell nutzen.
Wenn ich die Anwaltskosten für die Beratung zur rechtssicheren Umsetzung eines Blockchain-Projekts, meine eigenen Entwicklungskosten und die unzähligen Arbeitsstunden zusammenrechne, muss ich ganz ehrlich sagen: Gelohnt hat sich das alles bisher nicht.
Auch die Seite mit meinem Condenser-Clone werde ich wieder abschalten. Ich implementiere dort gerade noch zwei Dinge fertig und werde das gesamte Projekt anschließend gegebenenfalls auf GitHub öffentlich zur Verfügung stellen.
Ein weiteres Problem bestand darin, dass teilweise Millionen von Anfragen an einen API-Server geschickt wurden – allerdings nicht von echten Nutzern, sondern von automatisierten Botnetzen.
Ich habe keine Lust, ständig zusätzliche Serverleistung für etwas bereitzustellen und zu bezahlen, das von echten Menschen so gut wie gar nicht genutzt wird. Dafür ist mir meine Zeit inzwischen wirklich zu kostbar. Schließlich möchte ich mit der von mir investierten Arbeitszeit irgendwann auch einmal etwas Geld verdienen und nicht dauerhaft nur Serverbetreiber, Entwickler und Sponsor für Systeme sein, die am Ende kaum jemand ausprobiert.
Ich werde das Civilization-Projekt noch umsetzen und Steem damit ein letztes Mal eine echte Chance geben. Danach wird sich zeigen, ob überhaupt Interesse an neuen Ideen und einer Weiterentwicklung besteht – oder ob wir weiterhin hauptsächlich darüber reden, welches Projekt theoretisch irgendwann einmal irgendjemand entwickeln könnte.
Veröffentlicht mit Welako
immoment oder besser gesagt,seit längerem ist hier auf steemit so wenig los das ich manchmal denke,auch du kacke,nichtmal mehr die votes werde ich los
das liegt also nicht an dir oder deiner arbeit,sondern das hier nichts mehr los ist,also bei den deutschen
ja,auch ich habe nicht getestet,da gehe ich mit udabeu gleich,wegen den keys
hab mich sehr schwer getan was schade ist,sonst hätte ich auf alle fälle getestet oder wäre dabei gewesen
hab mich schon gewundert wo deine posts sind
denn gevotet habe ich immer
was neues ins leben rufen,in einer zeit wo kaum jemand tanzt
ist schwierig
also nicht den kopf hängen lassen
du leistest immer sehr sehr gute arbeit
bewundere deinen schritt
Ja , haueha , da hast Du wirklich haufenweise ´was rein gesteckt und ich gestehe , ich habe Dein Frontend nicht genutzt , wegen den keys , die will ich nicht weggeben , auch den einen nicht , da ist mir die Keychain immernoch wichtig , da bleibt alles in meinem Rechner.
Vielleicht sind die Möglichkeiten der #CHAINZ ja auch gar nicht mehr von der Verbesserung der API abhängig , sondern von Ideen zur Nutzung dieser .
Und da ist noch viel drinne , !man muss nur einmal überlegen war so eine Blogchain im Rechtsverkehr möglich machen könnte .
Und es ist ja auch interessant , wo das !Eigene bei den #CHAINZ beginnt , weil so ein Claude in nullkommanix ein Postingtool erzeugen kann , oder auch eine Anzeige , einfach mit Javascript im Browser API´Calls machen .
Ein privates Frontend kann !man haben, also könnte !man .
Hihi , jaja , schade nur , dass ich ab nun dann also auf Deine üppigen Votes wieder verzichten muss , was ?
Ein Spiel klingt ja recht interessant , aber wenn dabei keine #STEEM´sen rausspringerieren , naja .... .
Blos´nicht überambitionieren das alles , und schau´mal hier das ist was vollambitioniertes , ich schätze Bangladesh oder sowas :https://melek.salon/melek/@hathor/the-soapbox-community-ecosystem
LG U.
Mochilo con un presupuesto de más de 100 € al mes y tres servidores suena como una ruta de aventura que deja sin aliento al bolsillo. ¿Ya pensaste en convertir esa inversión en un destino que atraiga a la comunidad?
Miren esto, invertir más de 1.000 € y apenas ver usuarios en cifras de un solo dígito suena como una foto del amanecer en el Pantanal: belleza sin audiencia. No se lo pierdan, la dedicación que pones a tres servidores y a una IA merece un reconocimiento. Valió la pena leer tu experiencia, aunque duela.