Bitterfeld: Giftmüll früher und heute? Grundwasserreinigung auf ewig!
Bitterfeld hat eine traurige Erfolgsgeschichte:
Zum Einen war es das erste Europäische chemische Zentrum welches PVC herstellen konnte. Zum Anderen war es die dreckigste Stadt Europas.
Der Bevölkerung in der DDR war zum großen Teil klar wie verseucht die Gegend um Bitterfeld war, als sie sich mit dem Satz grüßte "Sehen wir uns nicht auf dieser Welt, dann sehen wir uns in Bitterfeld".
Der Silbersee bei Bitterfeld und die vielen Kinder mit Pseudokrupp im Chemiebezirk Halle waren Ausdruck nicht nur der florierenden Chemieindustrie sondern auch der exzessiven Umweltzerstörung.
Im Schutze der Kirche filmte die "Arche" in den 80er Jahren heimlich auf VHS und veröffentlichte im Westen den Film "Bitteres aus Bitterfeld" welcher heute noch in der Region an ausgewählten Orten angeschaut werden kann.
Hier ein Eindruck vom Zustand der Umwelt in der Bitterfelder Gegend gegen 1988 aus besagtem Film:
Aktuellere Recherchen zeigen jedoch, dass dies kein alleiniges Problem der DDR war - auch im Westen gab und gibt es diese Altlasten.
Aktuell wird das Problem in Bitterfeld einfach dadurch gelöst, dass man das komplette Grundwasser aus 40 m Tiefe abpumpt, reinigt und in Flüsse ableitet. Seit der Wende werden somit jährlich 2,4 Mio qm Wasser aus der Tiefe geholt und gereinigt. Kostenpunkt wohl 10 Mio € jährlich. Kein Ende absehbar. Andere Maßnahmen fruchteten nicht, da die Kontamination zu hoch ist.
Mit der Lösung des Problems in der Zukunft, befasst sich folgende Dokumentation.
Auch wenn das alles schon schlimm genug ist, so gibt es natürlich noch weitere Probleme mit der Chemieindustrie. Viele Stoffe sind explosiv oder anderweitig schädigend und somit kommt es auch zu Unfällen und Katastrophen. Auch hier ist Bitterfeld ein trauriger Rekord gelungen. Es ging mit der Explosion des CKB von 1968 in die Geschichte der größten Katastrophen der DDR ein. Auch dazu gibt es eine leider auf Folgen zerstückelte Dokumentation "Der große Knall":
Teil1:
Teil2:
Teil3:
Teil4:
Teil5:
Zur Erinnerung und Mahnung