Die kollektive Couch – warum ich dieses Buch jetzt selbst veröffentliche

ChatGPT Image 29. Jan. 2026, 15_58_00.png

Ich habe zwei Monate lang nichts gehört.
Kein Nein. Kein Vielleicht. Kein „spannend, aber…“.
Nur Schweigen.

Und irgendwann wurde mir klar:
Das passt erschreckend gut zu dem Buch, das ich geschrieben habe.

Denn Die kollektive Couch handelt genau davon –
von einer Gesellschaft, die redet, reguliert, bewertet, moralisiert,
aber dem eigenen Inneren konsequent ausweicht.
Die lieber reagiert, als fühlt.
Lieber sendet, als zuhört.
Lieber recht hat, als ehrlich ist.

Ich habe das Manuskript an Verlage geschickt, nicht aus Naivität, sondern aus Respekt vor dem klassischen Weg. Man macht das so. Man wartet. Man hofft nicht – man prüft.

Nach zwei Monaten Funkstille habe ich verstanden:
Dieses Buch passt nicht in Programme.
Und genau deshalb muss es raus.

Worum es in diesem Buch wirklich geht

Die kollektive Couch ist kein politisches Buch im üblichen Sinn.
Es geht nicht um Parteien, Programme oder Schuldzuweisungen.

Es geht um etwas Tieferes:
um psychologische Muster, die sich kollektiv verfestigt haben.

Verdrängung.
Projektion.
Schuldstolz.
Übertragung auf den Staat.
Erschöpfung.
Narzissmus.

Die These ist einfach – und unbequem:
Viele unserer gesellschaftlichen Konflikte sind keine politischen Probleme, sondern innerpsychische Symptome, die auf kollektiver Ebene ausgetragen werden.

Wir streiten nicht über Migration – wir streiten über Angst.
Wir streiten nicht über Klima – wir streiten über Schuld.
Wir streiten nicht über Identität – wir streiten über innere Leere.

Deutschland liegt auf der Couch.
Und redet über alles – nur nicht über sich selbst.

Eine Sitzung aus dem Buch (Auszug)

Eine der zentralen Sitzungen des Buches beschäftigt sich mit Narzissmus. Nicht als Charakterfehler, sondern als kulturellem Zustand. Ich zitiere hier einen Abschnitt, weil er für sich selbst spricht:

Sitzung 6 – Narzissmus: Das verletzte Ich im Spiegel der Gesellschaft

Wir leben in einer Zeit, in der das Ich zu laut geworden ist, um sich selbst noch zu hören.
Das Selbstbewusstsein ist nicht mehr Bewusstsein des Selbst – es ist Bewusstsein der Wirkung.
Wir existieren nur noch im Rücklicht der anderen.

Ein Like ist kein Applaus, es ist eine intravenöse Dosis Dasein.
Früher wollte man Bedeutung haben. Heute will man Resonanz.

Wir haben das Denken gegen Reaktionen getauscht – und nennen es Kommunikation.
Jedes Foto, jeder Tweet, jeder Auftritt ist ein Gebet an den Algorithmus:
„Sag mir, dass ich bin.“

Narzissmus ist kein Charakterfehler.
Es ist der kulturelle Aggregatzustand einer Gesellschaft ohne Mitte.

Wenn Religion, Familie und Nation verblassen, bleibt das Selbst als letzte Autorität.
Doch es trägt die Last nicht.
Es braucht Spiegel, um sich zu fühlen – und zerbricht an ihnen.

Warum ich nicht weiter warten werde

Nach zwei Monaten Schweigen hätte ich noch länger warten können.
Man wartet ja oft – auf Rückmeldung, auf Anerkennung, auf das grüne Licht von außen.

Aber genau darum geht es in diesem Buch:
um die fatale Gewohnheit, den eigenen Wert von Resonanz abhängig zu machen.

Also habe ich entschieden, das Spiel nicht weiter mitzuspielen.

Ich veröffentliche dieses Buch selbst.
Nicht aus Trotz.
Nicht aus Opferhaltung.
Sondern aus Konsequenz.

Dieses Buch ist kein Produkt, das „gefallen“ will.
Es ist ein Spiegel.
Und Spiegel haben es schwer im Schaufenster.

Was dich in dem Buch erwartet (und was nicht)

Du wirst hier keine Lösungen finden.
Keine zehn Schritte.
Keine moralischen Handlungsanweisungen.

Stattdessen findest du 14 „Sitzungen“ – thematische Kapitel –, die jeweils ein psychologisches Muster beleuchten.

Jede Sitzung endet mit einer kleinen Übung.
Nicht, um dich zu therapieren – sondern um dich mit dir selbst zu konfrontieren.

Dieses Buch will niemanden bekehren.
Es will etwas viel Gefährlicheres: Bewusstsein.

Eine Einladung – keine Aufforderung

Ich werde dieses Buch in den kommenden Tagen selbst veröffentlichen.
Nicht, weil ich glaube, dass es jeder lesen sollte.
Sondern weil ich weiß, dass einige es brauchen.

Vielleicht gehörst du dazu.
Vielleicht auch nicht.

Vielleicht regt es dich auf.
Vielleicht erkennst du dich.
Beides wäre ein gutes Zeichen.

Denn dort, wo wir reagieren, beginnt noch nichts.
Aber dort, wo wir uns erkennen, beginnt Veränderung.

Die Couch steht.
Der Spiegel auch.

Der Rest liegt – wie immer – bei dir.

Sort:  

image.png