Hamburg, Nigeria und die Kunst, Holzöfen verschwinden zu lassen
In Deutschland reden wir über Klima, Emissionen und Grenzwerte. In Hamburg spitzt sich das konkret zu: Hier wird über Öfen, Heizkamine und andere offene Feuerstellen debattiert, weil beim Verbrennen von Holz und Brennholz Emissionen anfallen und Bürger dafür Regeln einhalten müssen.
In Hamburg, der Hansestadt an der Elbe, sind Kamine und Öfen Teil der Diskussion um sauberes Heizen und saubere Luft. Hier zählt jedes Gramm Feinstaub, das beim Verbrennen von Holz entsteht, und jeder Kamin wird kritisch beäugt.
Doch im globalen Klimablick erscheint plötzlich ein ganz anderes Bild:
Hamburg finanziert ein Projekt, das eigentlich gut klingen sollte: In Nigeria sollen effiziente Holzöfen verteilt werden, mit denen Familien ihren Brennholzverbrauch drastisch senken und Emissionen reduzieren – eine Entwicklung, die Waldschutz und CO₂-Minderung verspricht. Welt
Diese Holzöfen verbrennen ebenfalls Holz oder Biomasse, nur deutlich effizienter als traditionelle offene Feuerstellen. Die Idee klingt gut: weniger Brennholzverbrauch, weniger Abholzung, weniger Emissionen.
Problematisch wird es bei der Umsetzung: Recherchen des Hamburger Rechnungshofs und Medienberichten zufolge wurden viele dieser Öfen, die mit Hamburger Steuergeld finanziert worden sein sollen, zum Zeitpunkt der Bilanzierung gar nicht gebaut oder waren nicht nachweisbar vor Ort. Trotzdem rechnete sich Hamburg die dadurch eingesparten CO₂-Mengen auf seine eigene Bilanz an. eike-klima-energie.eu
Hier wird klar, wie widersprüchlich Klimapolitik geworden ist, zumindest in Hamburg:
- In Hamburg zählen reale Emissionen durch echtes Verbrennen von Holz und offenen Flammen.
- In Nigeria zählt die Vorstellung von effizienter Verbrennung – auch wenn die Öfen nicht nachweisbar sind.
- Die Hamburger Bilanz wird durch diese externen Projekte aufgebessert, obwohl der reale Einsatz unklar ist.
Das klingt weniger nach Klimaschutz und mehr nach einem Rechen-Trick: Ein realer Eingriff in Hamburger Haushalte trifft auf eine nicht voll überprüfte Wirkung irgendwo anders – und trotzdem wird alles als Erfolg verbucht.
Politisch mag der Gedanke hinter effizienten Holzöfen in Regionen mit hohem Brennholzverbrauch sinnvoll sein. Doch wenn die Öfen nicht gebaut werden oder deren Wirkung nicht belastbar belegt ist, dann wird aus einem guten Vorsatz eine Bilanz-Illusion.
In Deutschland muss der Bürger sich an Regeln halten, die sich am realen Verbrennen von Holz messen lassen. Doch wenn Klimaschutzziele durch Projekte erreicht werden sollen, deren Hauptwirkung auf Prognosen und Rechnungsmodellen beruht, dann verschiebt sich die Basis von Politik:
Realität wird durch Buchhaltung ersetzt. Und wenn niemand mehr genau weiß, ob die Öfen wirklich existieren, dann ist das kein kleines Detail – dann ist das der Kern des Problems.
Vielleicht ist das kein Betrug. Vielleicht ist es moderne Klimapolitik. Aber Politik, die reale Verbrennung misst und phantomhafte Effekte feiert, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann niemand mehr glaubt, was Bilanz und was Wirklichkeit ist.
Und am Ende bleibt die große Frage: Warum dürfen wir in Deutschland unsere Kamine und Öfen stilllegen, während in Nigeria Holzöfen gebaut – oder zumindest finanziert – werden? Was hat Nigeria mit Deutschland oder Hamburg zu tun? Hier baut man Öfen ab, dort werden sie aufgestellt. Offensichtlich wird hier nichts gespart, aber Gelder werden umverteilt. Das ist keine Klimapolitik mehr, das ist Buchhaltung als Ersatz für Realität.
A question to the #nigerian steemit community. Did you ever hear about a project from Hamburg, building in Nigeria fireplaces?
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