Linksextremer Blackout & doppelte Maßstäbe: Wie Infrastrukturterror verharmlost wird

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Anfang Januar 2026 kam es in Berlin zu einem massiven Stromausfall, nachdem Brandanschläge auf zentrale Energieinfrastruktur verübt worden waren. Zehntausende Haushalte, Unternehmen, Krankenhäuser, Pflegeheime und Schulen standen bei winterlichen Temperaturen ohne Strom und Heizung da.

Was folgte, war eine bemerkenswerte Verschiebung der öffentlichen Debatte: Statt den Anschlag klar als das zu benennen, was er war – ein politisch motivierter Angriff auf kritische Infrastruktur –, wurde schnell relativiert, umgedeutet oder ausgelenkt.

Das Bekennerschreiben der Vulkangruppe

Kurz nach dem Blackout tauchte ein Bekennerschreiben der sogenannten „Vulkangruppe“ auf. Die Gruppe ist seit Jahren als linksextremistische Sabotagezelle bekannt und veröffentlicht ihre Erklärungen regelmäßig über einschlägige linksextreme Plattformen. Auch dieses Schreiben gilt als authentisch.

Darin beruft sich die Gruppe offen auf ihre ideologischen Motive: Kampf gegen fossile Energie, gegen Industrie, gegen technologische Entwicklung wie Tesla, KI oder moderne Infrastruktur insgesamt. Die eigene Tat wird als notwendiger Beitrag zu einem „gesellschaftlichen Umbruch“ inszeniert.

Dass diese Motive nun öffentlich bekannt sind, hielt einige Kommentatoren jedoch nicht davon ab, das Bekennerschreiben als „Schwachsinn“ abzutun und stattdessen spekulativ von einem angeblichen russischen hybriden Angriff zu sprechen.

Man muss schon eine gewisse kognitive Kreativität aufbringen, um einen klaren, ideologisch konsistenten Bekennerbrief linker Täter zu ignorieren und stattdessen ein geopolitisches Ersatznarrativ zu konstruieren.

Die realen Auswirkungen des Anschlags

Der Anschlag hatte konkrete und gefährliche Folgen:

  • Zehntausende Haushalte ohne Strom und Heizung mitten im Winter
  • Einschränkungen bei Mobilfunk, Internet und Notrufsystemen
  • Belastungen für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und soziale Dienste
  • Stillstand im öffentlichen Nahverkehr und bei der Infrastruktur

Das sind keine symbolischen Aktionen. Das ist keine harmlose Sachbeschädigung. Das ist eine gezielte Gefährdung der Zivilbevölkerung.

Linker Terror – ein Begriff, den viele vermeiden

Seit mindestens 2011 taucht die Vulkangruppe immer wieder im Zusammenhang mit Brandanschlägen, Sabotageakten und Angriffen auf Infrastruktur auf. Die Tatmuster ähneln sich, die Sprache der Bekennerschreiben ist konsistent, die ideologische Einordnung eindeutig.

Und dennoch gilt bis heute:

Offiziell ist kein einziges Mitglied der Vulkangruppe identifiziert worden.

Nach über einem Jahrzehnt aktiver Anschläge ist das kein normales Ermittlungsergebnis mehr. Es ist erklärungsbedürftig.

Denn in anderen Bereichen zeigt der Staat sehr wohl, dass er in der Lage ist, lose Netzwerke, Chatgruppen oder mutmaßliche Planungen umfassend zu überwachen, auszuwerten und strafrechtlich zu verfolgen.

Wenn eine linksextreme Gruppe über Jahre hinweg aktiv ist, sich öffentlich bekennt, Infrastruktur angreift und dennoch niemand greifbar wird, drängt sich eine unbequeme Frage auf:

Liegt es am Nicht-Können – oder am Nicht-Wollen?

Der Vergleich: Prinz Reuß, laufende Verfahren und selektive Härte

Besonders deutlich wird die Schieflage im Vergleich zu anderen Terrorverfahren. Der mutmaßliche Reichsbürger Heinrich XIII. Prinz Reuß befindet sich seit Ende 2022 in Untersuchungshaft. Ihm und weiteren Beschuldigten wird vorgeworfen, Teil einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein, die einen gewaltsamen Umsturz der staatlichen Ordnung geplant habe.

Die Verfahren gegen die sogenannte „Reuß-Gruppe“ laufen weiterhin vor mehreren Oberlandesgerichten. Trotz teils komplexer Beweislage, langer Verfahrensdauer und noch nicht abgeschlossener Hauptverhandlungen wird die Untersuchungshaft fortlaufend aufrechterhalten und regelmäßig verlängert.

Unabhängig davon, wie man den Fall politisch oder juristisch bewertet, steht fest: Hier wird der Terrorismusbegriff früh, konsequent und ohne sprachliche Abschwächung angewandt. Medien, Politik und Sicherheitsbehörden sprechen geschlossen von einer „terroristischen Bedrohung“, die mit allen Mitteln des Rechtsstaats verfolgt werden müsse.

Demgegenüber stehen linksextremistische Sabotageakte mit ganz realen Folgen: brennende Kabel, lahmgelegte Stromversorgung, tausende Menschen ohne Heizung und Versorgung mitten im Winter. Täter, die sich öffentlich bekennen. Eine Gruppierung, die seit über einem Jahrzehnt aktiv ist.

Und dennoch: keine identifizierten Mitglieder, keine Haftbefehle, keine vergleichbare öffentliche Dringlichkeit.

Diese Ungleichbehandlung ist kein juristisches Detail, sondern ein strukturelles Problem. Sie legt den Eindruck nahe, dass nicht allein die Tat über die Einordnung entscheidet, sondern auch die politische Richtung der Täter.

Die Macht der Begriffe

Ob ein Ereignis als „Stromausfall“, „Sabotage“, „Aktion“ oder „Terroranschlag“ bezeichnet wird, ist keine Nebensache. Sprache prägt Wahrnehmung – und Wahrnehmung prägt politische Konsequenzen.

Wer Infrastruktur angreift, um politische Ziele durchzusetzen, begeht Terrorismus. Punkt. Die ideologische Farbe ändert nichts an der Tat.

Warum Aufklärung überfällig ist

Rechtsstaatlichkeit bedeutet nicht selektive Strafverfolgung. Wer Brandanschläge auf Stromversorgung, Bahn- oder Dateninfrastruktur verübt, handelt nicht symbolisch, sondern gefährdet konkret Menschenleben.

Gerade deshalb darf es keine politisch motivierte Zurückhaltung bei der Aufklärung geben.

Ein Staat, der den Anspruch erhebt, Terrorismus konsequent zu bekämpfen, muss dies unabhängig von ideologischen Vorlieben tun. Alles andere untergräbt das Vertrauen in Sicherheitsbehörden, Justiz und Medien gleichermaßen.

Die Forderung ist schlicht und nicht radikal:

Die Täter müssen identifiziert, verfolgt und zur Rechenschaft gezogen werden.

Nicht aus politischem Kalkül – sondern aus rechtsstaatlicher Pflicht.

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Die Täter müssen identifiziert, verfolgt und zur Rechenschaft gezogen werden.
Ja genau, es saßen viele in eisiger Kälte.
Weißt du worüber ich froh bin? Dass die Gruppe mit ihrem Namen benannt wird und es nicht einfach wieder heißt "es war DIE Antifa". Die Vulkangruppe mag sich vielleicht als Antifa bezeichnen oder deren Hauptziele liegen hauptsächlich zur Verhinderung von moderner Infrastruktur, wir wissen es nicht. Die meisten Gruppierungen die das Logo "Antifa" benutzen sind harmlose Aktivisten, die schon vielen Menschen geholfen haben.
LG

Naja, ich halte generell nix von der Antifa... ist für mich nur ein Spiegelbild des Faschismuses selbst unter anderen Vorzeichen.

Aber ich akzeptiere, dass viele es nicht so sehen und das klar abgrenzen wie du es tust. Ich versuche daher auch nicht zu verallgemeinern sondern präzise zu benennen. Und du hast Recht, ich schreibe von "Den Linken" aber ist es eine kleine fanatische Gruppe die nicht für "DIE" Linken steht oder spricht.

Danke, dass du mich daran erinnert hast, fühl dich gedrückt!!!