🧮 Wenn Logik zu viel wird
Warum „Fakten“ oft nur anders definierte Begriffe sind
Neulich auf X (Twitter):
Ein User behauptete steif und fest, es gebe Menschen in Deutschland, die „überhaupt keine Steuern zahlen“.
Ich widersprach – freundlich, sachlich, mit Verweis auf die Realität:
Auch Beamte zahlen selbstverständlich Mehrwertsteuer, Einkommensteuer, Kfz-Steuer usw.
Das ist keine Meinung, sondern gesetzlich definiert (§ 1 EStG, § 1 UStG).
Daraufhin … wurde ich blockiert. 😅
Begründung:
„Sie erkennen keine Fakten an.“

Ironie-Level: 1000.
💡 Der Denkfehler
Was wirklich passiert war:
Er meinte „zahlen“ nicht im juristischen oder alltagssprachlichen Sinn,
sondern ökonomisch netto – also:
Beamte leisten keinen zusätzlichen Beitrag zum Steueraufkommen,
weil ihr Einkommen selbst aus Steuern stammt.
Das ist volkswirtschaftlich richtig gedacht,
aber sprachlich und logisch eine ganz andere Ebene.
Im Alltag bedeutet „Steuern zahlen“ nun einmal:
eine gesetzlich geschuldete Zahlung an den Staat zu leisten.
Wer diese Ebenen vermischt, begeht – höflich gesagt – einen Kategorienfehler.
📊 Der Unterschied in zwei Sätzen
- Juristisch: Beamte zahlen Steuern, weil sie steuerpflichtig sind.
- Ökonomisch: Beamte leisten keinen Nettobeitrag, weil ihr Geld aus Steuern stammt.
Beides ist richtig – solange man nicht behauptet, das eine sei das andere.
🚫 Blockieren statt nachdenken
Statt die Begriffe zu klären, kam der Satz:
„Das ist Fakt, und wer das nicht sieht, wird blockiert.“
Damit war die Diskussion beendet.
Nicht, weil sie gewonnen war –
sondern, weil Klarheit unbequem wurde.
🧠 Fazit
Ich wurde also blockiert, weil ich den Taschenrechner und das Wörterbuch benutzt habe.
Manche verwechseln Logik mit Arroganz, und Argumente mit Angriffen.
Aber wer Begriffe präzise verwendet, verteidigt nicht sich selbst, sondern die Verständlichkeit des Denkens.
„Wer Fakten blockiert, verliert die Debatte – und den Überblick.“