Infrastruktur wie in einem Entwicklungsland
Zugegeben, im Laufe des Jahres habe ich einiges über die Unfähigkeit der Engländer geschrieben, einen halbwegs vernünftigen Bahnverkehr zu gewährleisten. Schon klar, dass die Bahn auch in Deutschland nicht mehr funktioniert wie einst. Dass der Bahnvorstand Milliarden von der Regierung haben will, um mehr Pünktlichkeit zu garantieren. Und alle wissen, dass dies leere Versprechungen sind. Auch klar, dass viele Infrastrukturobjekte in Deutschland dabei sind, sich zu zerlegen, so lange sie nicht für zukünftige militärische Planungen benötigt werden.
Allerdings ist das, was sich in London, und nicht nur dort, abspielt noch mal ein Level unterirdischer. England und Großbritannien als Ganzes sind dafür bekannt, dass es öfter mal regnet. Davon sollte man ausgehen. Macht es da nicht Sinn, im Herbst das Laub von den Bürgersteigen zu kehren und auch die Straßen davon zu befreien? Könnte man denken. Würde jeder Hausbesitzer auf seinem Hof auch machen, damit das Laub nicht den Gully verstopft. Nun, nicht so der Engländer. Lass doch liegen das Laub, sieht ne Weile gut aus und dann verrottet es ohnehin. Müssen wir nix machen.
Und dann kommt der Regen, kurz zwar, vielleicht eine halbe Stunde, aber dafür heftig.
Das Laub verstopft die Gullys, aus anderen drückt es Wasser heraus, auf der Straße bilden sich kleine Ozeane und Autofahrer fahren mit unverminderter Geschwindigkeit hindurch. Eine Oma, die auf dem Bürgersteig nicht mehr ausweichen kann bekommt eine Ganzkörperdusche.
Hier interessiert das niemanden, was macht die Omma auch allein auf der Straße! Eine der stärksten Volkswirtschaften Europa, Mitglied in den G7 und G20. Eine Infrastruktur wie Jamaica...



