Zusammenfassung: Die Reise von Vashara und Angrum [GER/ENG]

Deutsch
Angrum und Vashara hatten sich eigentlich auf eine ruhige Überfahrt gefreut. Sie hatten eine Passage auf der "Gans", einem Schiff des P.I.T.A. (Pertpia Institute of Theological Association), in Richtung der Hauptstadt von Tezant gebucht. Als die Gans am frühen Abend in dem beschaulichen Weiler Mühlendorf anlegte, um Vorräte aufzufüllen, beschlossen die beiden, die Nacht in der hiesigen Taverne "Rabenhafen" zu verbringen. Nach über einer Woche auf See sehnten sie sich nach festem Boden unter den Füßen. Die Taverne trug ihren Namen wegen der vielen Raben, die auf dem Dachboden nisteten – ein Umstand, der der Wirtin im Dorf den Ruf einer Hexe eingebracht hatte.
Doch die ersehnte, erholsame Nacht endete abrupt. Am nächsten Morgen erwachten der kleine Goblin und die Kriegerin nicht etwa in ihren warmen Betten im Schankraum, sondern auf einem kalten, feuchten Steinboden. Ein schummriges Fackellicht erhellte die unwirtliche Höhle in der Ferne nur spärlich. Wie zum Teufel waren sie hier gelandet?
Die Antwort ließ auf sich warten, bis Vashara plötzlich anfing, lauthals mit der leeren Luft zu streiten. Sie diskutierte heftig mit dem unsichtbaren Geist, der sie unablässig auf Schritt und Tritt verfolgte. Doch dieses bizarre Zwiegespräch half ihr, die trüben Gedanken zu ordnen: Sie erinnerte sich an zwei Gestalten in braunen Roben. Einer von ihnen trug ein Amulett – einen Vollmond, verziert mit einer unheimlichen Wolfsfratze. Schlagartig wurde ihr klar: Das war das Symbol von Vorius, dem Gott der Natur, der Monster und des Chaos! Ein unangenehmes Gefühl der Schuld beschlich die Kriegerin. Waren sie ihretwegen hier gelandet? Hatten die Kultisten sie entführt, weil sie im Schankraum von Rabenhafen nach ein paar Getränken so lautstark damit geprahlt hatte, was für eine herausragende Monsterjägerin sie doch sei?
Ihre Ausrüstung war restlos verschwunden, doch glücklicherweise entdeckte Angrum in einer Ecke der Höhle eine große, eisenbeschlagene Kiste. Darin fanden sie zu ihrer großen Erleichterung ihre Waffen und Rüstungen wieder. Hastig legten sie ihre Ausrüstung an, kontrollierten den Sitz der Rüstung und nickten sich entschlossen zu.
Tief in der Höhle wurde es düster. Ein Lichtzauber offenbarte bald das grausige Schicksal früherer Opfer: Abgenagte Leichen, von denen kaum noch Fleisch an den Knochen hing. Die Verursacher ließen nicht lange auf sich warten – riesige Skorpione, die sich offenbar schon länger von den Verunglückten ernährten, traten aus den Schatten. Der erste Kampf entbrannte. Vashara schwang ihr Bastardschwert und traf das erste Ungetüm hart, doch der Skorpion zeigte sich erschreckend unbeeindruckt. Als sich plötzlich ein zweiter Skorpion in den Kampf einmischte, zeigte Angrum, was wirklich in ihm steckte. Während Vashara mutig die Frontlinie hielt und die Treffer einsteckte, webte der Goblin im Hintergrund unermüdlich seine Magie. Er stärkte Vashara mit magischer Führung (Guidance) und schleuderte knisternde elementare Geschosse (Elemental Toss und Electric Arc) auf die hartgepanzerten Spinnentiere. Nur durch dieses perfekte Zusammenspiel von Vasharas unerbittlichen Klingenangriffen und Angrums präziser Magie gelang es ihnen schließlich, die Bestien niederzuringen. Der Goblin nutzte die kurze Atempause sofort, um Vasharas Wunden geschickt zu versorgen und neue Kraft zu sammeln.
Sie entschieden sich, den oberen Gang der Höhle weiter zu erkunden. Der Weg führte sie nach kurzer Zeit an einen kleinen unterirdischen See. Das Gewässer war vollkommen still, und an seinem Grund schimmerte ein geheimnisvolles Leuchten. Niemand hätte jedoch damit gerechnet, dass das Wasser derart eiskalt sein würde. Jeder Schwimmzug kostete unglaubliche Kraft, und Angrum, der wahrlich kein guter Schwimmer war, hatte massiv zu kämpfen. Zweifellos waren hier schon unvorsichtige Abenteurer schlichtweg erfroren.
Als Vashara schließlich abtauchte und nach dem leuchtenden Kristall auf dem Grund griff, passierte das Unfassbare. Der scheinbare Meeresboden begann sich plötzlich zu bewegen. Es war keine Felsspalte – der Kristall war direkt auf dem Rücken einer riesigen, mutierten Krabbe verwachsen!
„Gibt es in dieser Höhle auch mal Tiere, die nicht mutiert sind und eine normale Größe besitzen?!“, fluchte Vashara noch, während das Ungetüm bereits nach ihr schnappte. Ein erbitterter Unterwasserkampf entbrannte. Die Krabbe packte Vashara hart am Oberschenkel und hielt sie unter der eiskalten Oberfläche fest. Die Luft wurde ihr bedrohlich knapp. Angrum kämpfte währenddessen verzweifelt gegen das Wasser an. Doch selbst aus der Distanz und beinahe ertrinkend, ließ er seine Gefährtin nicht im Stich: Mit beeindruckender Konzentration schleuderte er der Krabbe seine Elementarmagie entgegen und rief Vashara magischen Beistand zu. Beflügelt von Angrums Magie und mit allerletzter Kraft, gelang Vashara ein kritischer, tödlicher Treffer mit ihrem Dolch. Die Krabbe erschlaffte. Endlich schaffte es Angrum, in Reichweite zu schwimmen, und kanalisierte sofort einen mächtigen Heilzauber, der Vashara wertvolle Lebenskraft zurückgab, bevor beide völlig erschöpft ans andere Ufer schwammen.
Dort angekommen, fanden sie die Überreste eines weiteren Unglücklichen – eine Leiche, aufgespießt von einem herabgestürzten Stalaktiten. Außer acht Silbermünzen und einem einfachen Holzschild besaß der Tote nichts Brauchbares mehr. Doch der Schild kam genau richtig: Mit einem Zündelfunken-Zauber (Ignition) entzündete Angrum das Holz kurzerhand zu einem wärmenden Lagerfeuer.
Während ihre Kleidung in der Hitze der Flammen trocknete, betrachteten sie ihren hart erkämpften Schatz. Das Objekt von dem Rücken der Krabbe stellte sich als eine strahlende Erzgeode heraus, die ein beruhigendes Licht spendete. Angrum setzte sich an das wärmende Feuer, entschlossen, den Kristall in Ruhe genauer zu untersuchen und danach zumindest für zehn Minuten die Augen zu schließen. Sie mussten ihre Kräfte sammeln – wer wusste schon, was diese verdammte Höhle noch für sie bereithielt.
Eine neue Verbündete: Lila Herzklee
(Anmerkung: Die Begegnung mit Lila wurde bisher nicht im Detail ausgespielt, ist aber ein entscheidender Wendepunkt ihrer Reise.)
Tief im gefährlichen Sonnentropfenhain trafen Vashara und Angrum schließlich auf eine dritte Gefährtin: Lia (Lila) Herzklee. Die Halbling-Kriegerin und Champion von Meleth war gerade dabei, verzweifelt arbeitende Siedler gegen eine Horde von Untoten zu verteidigen. Da Lila selbst eine Vergangenheit als Gefangene hat, spürten sie sofort eine tiefe Verbundenheit. Für Vashara und Angrum wurde sie zur "Lichtgestalt aus dem Wald", die ihnen half, den Weg nach Sonnentropfenhafen zu finden. Gemeinsam bilden sie nun eine eingeschworene Gemeinschaft, geeint durch ihren Drang nach Freiheit und Erlösung.
English
Angrum and Vashara had actually been looking forward to a quiet crossing. They had booked passage on the "Goose", a ship belonging to the P.I.T.A. (Pertpia Institute of Theological Association), heading towards the capital of Tezant. When the Goose docked in the tranquil hamlet of Mühlendorf in the early evening to restock supplies, the two decided to spend the night at the local tavern, "Raven's Haven" (Rabenhafen). After more than a week at sea, they longed for solid ground beneath their feet. The tavern got its name from the many ravens nesting in its attic—a fact that had earned the landlady the reputation of a witch among the villagers.
But the longed-for, restful night ended abruptly. The next morning, the little goblin and the warrior did not wake up in their warm beds in the taproom, but on a cold, damp stone floor. A dim torchlight barely illuminated the inhospitable cave in the distance. How the hell had they ended up here?
The answer was delayed until Vashara suddenly began arguing loudly with thin air. She was fiercely debating with the invisible spirit that relentlessly haunted her every step. But this bizarre dialogue helped her organize her cloudy thoughts: she remembered two figures in brown robes. One of them wore an amulet—a full moon adorned with a sinister wolf's visage. Suddenly, it dawned on her: that was the symbol of Vorius, the God of Nature, Monsters, and Chaos! An uncomfortable feeling of guilt crept over the warrior. Had they ended up here because of her? Had the cultists kidnapped them because she had boasted so loudly in the Raven's Haven taproom, after a few drinks, about what an outstanding monster hunter she was?
Their equipment had completely vanished, but fortunately, Angrum discovered a large, iron-bound chest in a corner of the cave. Inside, to their great relief, they found their weapons and armor. They hastily geared up, checked the fit of their armor, and gave each other a determined nod.
Deep inside the cave, it grew dark. A light spell soon revealed the gruesome fate of previous victims: gnawed corpses with barely any flesh left on the bones. The culprits didn't take long to show up—giant scorpions, which had apparently been feeding on the unfortunates for some time, emerged from the shadows. The first battle erupted. Vashara swung her bastard sword and hit the first monstrosity hard, but the scorpion seemed terrifyingly unimpressed. When a second scorpion suddenly joined the fray, Angrum showed what he was truly made of. While Vashara bravely held the frontline and took the hits, the goblin tirelessly wove his magic in the background. He bolstered Vashara with magical Guidance and hurled crackling Elemental Tosses and Electric Arcs at the heavily armored arachnids. Only through this perfect interplay of Vashara's relentless blade attacks and Angrum's precise magic did they finally manage to bring the beasts down. The goblin immediately used the brief respite to skillfully tend to Vashara's wounds and gather new strength.
They decided to continue exploring the upper passage of the cave. After a short while, the path led them to a small underground lake. The water was completely still, and a mysterious glow shimmered at its bottom. No one, however, would have expected the water to be so ice-cold. Every swimming stroke cost incredible effort, and Angrum, who was truly not a good swimmer, struggled massively. Without a doubt, careless adventurers had simply frozen to death here before.
When Vashara finally dove down and reached for the glowing crystal on the bottom, the unimaginable happened. What seemed to be the seabed suddenly began to move. It wasn't a crevice—the crystal was fused directly onto the back of a giant, mutated crab!
"Are there ever any animals in this cave that aren't mutated and are of a normal size?!" Vashara cursed, just as the monster snapped at her. A fierce underwater battle broke out. The crab grabbed Vashara hard by the thigh and held her under the freezing surface. Her air supply grew dangerously short. Meanwhile, Angrum fought desperately against the water. But even from a distance and nearly drowning himself, he didn't abandon his companion: with impressive concentration, he hurled his elemental magic at the crab and called out magical support to Vashara. Empowered by Angrum's magic and with her very last ounce of strength, Vashara managed a critical, lethal strike with her dagger. The crab went limp. Finally, Angrum managed to swim within range and immediately channeled a powerful healing spell that restored precious life force to Vashara, before both swam, utterly exhausted, to the other shore.
Once there, they found the remains of another unfortunate soul—a corpse impaled by a fallen stalactite. Aside from eight silver coins and a simple wooden shield, the dead person had nothing useful left. But the shield came at exactly the right time: with an Ignition cantrip, Angrum quickly set the wood ablaze to create a warming campfire.
As their clothes dried in the heat of the flames, they examined their hard-won treasure. The object from the crab's back turned out to be a radiant ore geode that provided a soothing light. Angrum sat down by the warming fire, determined to examine the crystal more closely in peace and then close his eyes for at least ten minutes. They had to gather their strength—who knew what else this damned cave had in store for them.
A New Ally: Lila Herzklee
(Note: The meeting with Lila has not been played out in detail yet, but it marks a significant turning point in their journey.)
Deep within the dangerous Sun-Drop Grove, Vashara and Angrum finally encountered a third companion: Lia (Lila) Herzklee. The Halbling warrior and Champion of Meleth was desperately defending settlers against a horde of undead. Since Lila herself has a background as a former prisoner, they immediately felt a deep connection. For Vashara and Angrum, she became a "being of light from the forest" who helped them find their way to Sun-Drop Harbor. Together, they now form a close-knit group, united by their drive for freedom and redemption.