Farbe – von Newton und Goethe, Itten und Küppers

in #deutsch8 years ago (edited)

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Teil 1: Newton und Goethe

Es gibt eine kleine, völlig unvollständige aber zusammenhängende Geschichte über Farbe zu erzählen. Die Hauptakteure sind Sir Isaac Newton, Johann Wolfgang von Goethe, Johannes Itten und Harald Küppers (vlnr.).

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Beginnen wir bei Sir Isaac Newton (1643 – 1727). 1704 veröffentlichte Newton sein Buch: „Opticks: Or, a Treatise of the Reflexions, Refractions, Inflexions and Colours of Light“, welches sich mit seinen Erkenntnissen aus Versuchen mit Licht auseinandersetzte.

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Bei seiner Untersuchung quantifizierte er die farbigen Bestandteile weißen Lichts und fertigte so einen bis heute beeindruckenden Farbkreis an:

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1810 veröffentlichte ein von schwerer Hybris geplagter Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) sein Buch „zur Farbenlehre“. Hier widerspricht er diesem Newton scharf. Die additive Lichtmischung, das Zusammenfügen der Spektralfarben, was im Ergebnis in Weiß mündet, wir kennen das von unseren Monitoren, sei natürlich Quatsch, stattdessen gebe es die Farben Rot, Gelb und Blau, sowie Helligkeit und Finsternis.

Goethe schickt sich sodann an, einen eigenen Farbkreis zu erstellen, der genauso aussieht, wie der von Isaac.

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Goethes wissenschaftliche Herangehensweise war stets geprägt von einer farbpsychologischen Grundidee und seiner transzendentalen Sicht auf die Welt. Die Versuche führte er mit einem Prisma durch (wie auf dem Pink Floyd Cover), der Versuchsaufbau war an und für sich dem Newtons ähnlich, allerdings ließ er sich vorschnell zu der These hinreißen, seine (ungenauen) Erkenntnisse widersprächen den beinahe hundert Jahre älteren Erkenntnissen Newtons.

Allerdings überlädt Goethe diesen Farbkreis sodann mit einer sehr interessanten Ebene, die Newton völlig bedeutungslos war: Er ordnete den Farben psychologische Eigenschaften zu.

Dazu Teilte er die Farben in eine Plusseite und eine Minusseite ein. Auf der Plusseite befinden sich die Farben Purpur, Orange und Gelb, diese sind „regsam, lebhaft und strebend“.

Dabei assoziiert er insbesondere mit der Farbe Gelb die Attribute „prächtig“ und „edel“. Auf der Minusseite befinden sich Grün, Hellblau und Ultramarin, denen er Begriffe wie „Beraubung, Schatten, Dunkel, Schwäche, Kälte und Ferne“ zuordnet.


Goethe selbst hält seine Errungenschaften im Feld der Farblehre für genial:

"Auf alles, was ich Poet geleistet habe, bilde ich mir gar nichts ein. Daß ich aber in meinem Jahrhundert in der schwierigen Wissenschaft der Farbenlehre der einzige bin, der das rechte weiß, darauf tue ich mir etwas zugute.“


Die Ergebnisse der beiden Herren auf dem Feld der Farbforschung sind so unterschiedlich, wie sie nur sein können. Und obwohl Newton der Wahrheit ziemlich deutlich näherkam, war der Ansatz Goethes, wenngleich zu seiner Zeit mit Hohn betrachtet, auf eine Art interessant.

Heute ist der psychologische Ansatz bei der Farbwahl (Werbung, Design, …) nicht mehr wegzudenken.


Doch dazu mehr zu einer anderen Zeit.


Bildquelle: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8
Zitat: Helbig, Holger (2004): Naturgemässe Ordnung: Darstellung und Methode in Goethes Lehre von den Farben, S. 485
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