Es geht wieder los 👹🍣🎎 Mein Japan
Es war wie in den letzten Jahren auch. Ende März hieß es hier in Japan oft Abschied nehmen. In vielen Firmen endete das Geschäftsjahr, was meist zu größeren Rotationen führt. Auf Arbeit beginnt eine große Rochade, bei der viele Mitarbeiter in andere Abteilungen versetzt werden. Vor allem in der öffentlichen Verwaltung ist es gang und gäbe, dass man alle paar Jahre ein neues Aufgabenfeld zugewiesen bekommt und sich dort neu einarbeiten muss. Über Sinn und Unsinn will ich hier gar nicht weiter diskutieren, auf manche Sachen hat man leider wenig Einfluss und muss daher versuchen, jeweils das Beste aus der eigenen Situation zu machen. Aber das Ganze führt dann eben dazu, dass Ende des letzten Monats viele Abschiede und damit auch Abschiedsfeiern anstanden und man sich von einigen Gewohnheiten und auch von lieb gewonnenen Menschen verabschieden musste, bevor man dann im April möglicherweise ganz woanders neu durchstarten darf.
Das gilt natürlich nicht nur im Arbeitsbereich, auch das Schuljahr endet in Japan zur gleichen Zeit, was bedeutet, dass viele Schüler und Studenten ihren Abschluss hinlegen und anschließend in einen ganz neuen Lebensabschnitt eintauchen werden. Manche wechseln nur die Schulen von Grundschule zur Mittelschule und dann zur Oberschule. Für andere geht es jetzt zur Universität, wo man das erste Mal ein wenig Freiheit und persönlichen Spielraum erfahren wird. Für diejenigen, die im April dann das erste Mal auf Arbeit vorstellig werden, für die beginnt nun oft die Tretmühle des Lebens, aus der es für sehr lange Zeit kein entkommen gibt.
Auch bei uns im Hause stehen Veränderungen an. Für die Kleinste beginnt jetzt der Ernst des Lebens und die unbeschwerte Zeit, die sie bisher genießen konnte, wird leider bald vorbei sein. Auch in Japan besteht natürlich Schulpflicht, auch wenn diese zum Glück nicht ganz so streng gehandhabt wird wie zum Beispiel in Deutschland. Es ist zum Beispiel ziemlich einfach möglich, das eigene Kind mal für ein paar Tage aus der Grundschule zu nehmen, ohne das gleich die Schulaufsicht und das Jugendamt vor der eigenen Tür stehen.
Aber trotzdem startet mit der ersten Klasse ein Abschnitt, der einen letztendlich darauf vorbereitet, das Kindsein zu vergessen und am Ende seinen Platz in der japanischen Gesellschaft zu akzeptieren. Das mag letztendlich nicht bei jedem passieren, aber im Großen und Ganzen gelingt es dem japanischen Schulsystem, eine recht homogene und ein funktionierende Gemeinschaft zu formen, die es schafft, in diesem manchmal ziemlich engen Land meist doch recht harmonisch miteinander auszukommen.
Die Zeichen stehen mal wieder auf Anfang und Neustart, aber auch auf Wiederholung. Zumindest bei mir scheint das neue Arbeitsjahr immer wieder auch eine Kopie des alten zu sein. Einiges ist anders, aber viele ähnelt sich dort sehr, was wie üblich Vorteile und Nachteile zugleich hat. Im Großen und Ganzen bin ich damit wohl auch zufrieden, denn mit steigendem Alter hat man es oft nicht mehr so mit Veränderungen und Neubeginnen, sondern freut sich manchmal einfach darüber, genau so verfahren zu dürfen, wie man es gewohnt ist. Obwohl natürlich etwas frischer Wind nie schaden kann, um mal wieder ein paar Fortschritte vermelden zu können.
Für dieses Jahr bin ich aber wohl ganz froh, wenn ich selber einfach so weiter machen kann wie bisher. Die Kraft, die ich dabei spare, kann ich dann vielleicht an anderer Stelle einsetzen und hoffentlich etwas mehr Zeit aufbringen, die ich dem Rest meines kleinen Teams widmen will. Denn auch wenn die Kleinen immer größer und unabhängiger werden, werde ich zum Glück immer noch gebraucht und dieser Aufgabe will ich mich auf keinen Fall entziehen. Ganz im Gegenteil, ich habe dabei sogar großen Spaß und würde am liebsten viel mehr Zeit im Familienrahmen verbringen wollen.
Und genau das ist es, was ich mir vornehme und auch umsetzen werde. Jetzt, wo mit dem Frühling auch die schöne Zeit des Jahres beginnt, werden wir hoffentlich ganz viele Gelegenheiten haben, zusammen unsere Welt zu erleben und zu genießen. Also dann, was auch immer kommen mag, zusammen schaffen wir das ganz bestimmt....



Dann gutes Gelingen für all die neuen Anfänge!
Wenn das Schulsystem dort es schafft, den Kindern nicht die natürliche Freude am Lernen zu nehmen, scheint mir alles gut zu sein...
Nun ja, am Anfang scheinen hier wirklich noch viele Spaß am Lernen zu haben, aber in den höheren Stufen muss ich das leider bezweifeln. Viele scheinen dann nur noch automatisch zu funktionieren, wie halt manchmal auch das ganze Land ziemlich roboterhaft sein kann. Am Ende kommt es beim Lernen dann eben doch auf die Eltern und das eigene Umfeld kann, hoffentlich können wir dort dann auch überzeugen und wenn es gebraucht wird, hilfreich zur Stelle sein...
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Besten Dank :)