RE: ADHS - ein Ausweg...? / ADHD – a way out...?
Ja, hatte an Dich gedacht, als ich die Studie las. Und an meinen jüngsten Sohn, der den Stempel mit 5 aufgedrückt bekam. Er wurde aber nicht mehr in Deutschland eingeschult, das umgingen wir mit dem Sprung nach England. Nicht ausschließlich seinetwegen; auch meine anderen beiden Kinder waren im regulären Bildungssystem nicht gut aufgehoben und mein Pflegesohn hatte schlicht alle Schulen im Einzugsbereich "verschlissen"...
Mir war nicht wichtig, irgendetwas an Remo zu behandeln. Er hat nicht gelitten oder Nachteile zu beklagen. Für mich war er ein extrem lebhaftes, agiles und ungebremstes Kind. Für einen Bürojob oder irgendwelche Routinen mußte meinetwegen nicht fit werden. Es gab nichts zu kurieren. Und er hat seinen Weg gemacht. Er lebt seit Jahren auf einem Bergungsschiff und verbringt im Schnitt 6 Stunden eines Tages unter Wasser. Allein mit sich und der Stille. Es funktioniert. Vielleicht hätte auch bestimmte Musik seine Reizüberflutung gemildert. Ich weiß es nicht.
Danke, find ich irgendwie süß, dass du an mich denkst :)
Ich weiß jetzt nicht, was ich sagen soll bzw. eher wie ich mich richtig ausdrücken soll. Weil 5 Jahre ist schon sehr jung, aber ich finde er kann glücklich sein, dass es so früh schon entdeckt wurde, denn so wusste er (und du) schon damals was ihm fehlte - aber vor allem, wie man damit umgehen kann. Im Sinne von, extremes Beispiel, aber er ist total hyperaktiv und bekommt eine geschmiert, für sein Verhalten, dass er endlich ruhig sein soll (ich weiß, machst du glücklicherweise nicht, daher auch extrem Beispiel), jedoch so hingegen weißt du, er hat gerade seine "hyperaktive Phase", er macht das nicht extra und evtl. kannst du ihm sogar dabei helfen wieder ruhiger zu werden, z.B. mit Musik oder was auch immer bei euch half.
Auch einfach die Gewissheit haben, ich bin anders, ich habe spezielle bedürfnisse, usw. hilft auch extrem mit einem selbst zurecht zu kommen. Man macht sich halt weniger Vorwürfe "warum hab ich das gemacht!?", sondern weiß, es war einem zuviel in dem Moment, weshalb man so reagierte. Und es ist auch kein ewiges hin und her gewandle zwischen es könnte dies sein, es könnte das sein, es könnte alles sein, nur weiß man es halt nicht. Nein, man weiß genau was es ist, ADHS.
Was mich jetzt noch interessieren würde zur Studie, da wurde ja nur A Capella Musik versucht, oder? Und ein Großteil sprach darauf an. Lag das jetzt an A Capella, oder hat diese Musik einfach das gewisse Etwas, was auch in anderen Genres vorhanden sein könnte? Z.B. ich brauche schnelle Musik, vorallem Frenchcore, aber es geht auch andere Musik, hauptsache sie ist schnell ;) Langsame Musik hingegen macht mich mehr aggressiv, weil es mir zuviel ist, zu langsam ist. Richtig langsame Musik und ich merke wie mein Körper anfängt psychische Schmerzen zu bekommen (keine Ahnung ob das Sinn ergibt, aber es fühlt sich halt so an für mich^^). Daher wäre meine Frage jetzt: Hätten andere Musikrichtungen die verbleibenden paar % mitgenommen, sodass man auf eine 100%ige Erfolgsquote mit Musik kommen würde? Ich mein nicht nur 1 Genre, sondern eben Musik im Allgemeinen ;)
Unter Vorbehalt - so, wie ich es verstanden habe: der erste Anlaß für diese Untersuchungen war mehrstimmiger a capella Gesang. Es wurden Vergleichstests gemacht mit wahlloser anderer Musik. Ergebnislos. Dann wurde im Hirnscan untersucht, wie genau die Reaktionen im Nervensystem bei welchen Reizen aussehen. Daraus wurde geschlossen, daß es um die Amplitudenmodulation geht. Diese wird jetzt versuchsweise nachgebildet, ohne daß bestimmte Musik im Spiel sein muß. Theoretisch funktioniert auch Sprechtext oder einfach nur Töne. Die müssen gleichzeitig in unterschiedlichen Tonlagen und alternierend zu hören sein. Entscheidend wären also überlagernde Tonhöhen, das Tempo spielt keine Rolle, so weit ich weiß.
Interessant :) hab jetzt mal ChatGPT gefragt (weil ich zwar gerne Musik höre, aber mich einfach viiiiiiiel zu wenig damit auskenne^^) ob das bei Frenchcore, insbesondere melodischem Frenchcore, wie von Dr. Peacock, auch zutrifft, also diese überlagernden Tonhöhen. Streng technisch betrachtet war die Antwort nein. Jedoch kann es vom hören so klingen, als wären dies der Fall, geschuldet durch die schnellle Geschwindigkeit und den Distortion-Effekten, die drübergelegt werden.
Das würde wiederum die Frage aufwerfen: Braucht es wirklich mehrstimmig, also reale überlagernde Töne, oder braucht das Gehirn nur dessen Effekt, quasi eine Simulation dieser, sozusagen? ;)
Tja... Da schweigt der Laie. Wenn Du Dich wirklich hinter klemmen willst: schreib' die Studienautoren an! Entweder können die schon antworten oder finden es heraus ;-))