Bezahlt fürs Zocken? - Paid to gamble?

Bezahlt fürs Zocken? Mein Freecash-Realitätscheck

Deutsch

„Du bist doch bescheuert, wenn du nicht fürs Zocken bezahlt wirst.“ Genau mit solchen provokanten Sprüchen wird Freecash beworben, unter anderem mit Dieter Bohlen. Natürlich bleibt so etwas hängen. Schließlich spielen viele sowieso am Handy. Warum also nicht nebenbei dafür bezahlt werden? Genau das wollte ich wissen und habe Freecash nicht nur kurz ausprobiert, sondern inzwischen 12 Tage lang selbst genutzt.

Mein aktueller Kontostand liegt bei 19,29 Euro. Klingt zunächst ordentlich, doch von diesen 19,29 Euro waren 10 Euro ein Bonus beziehungsweise Geschenk. Wirklich selbst verdient habe ich bisher 9,29 Euro. Heruntergerechnet sind das ungefähr 77 Cent pro Tag. Wenn die oft suggerierten 20 oder 25 Euro täglich bei mir Realität wären, müssten nach zwölf Tagen bereits um die 300 Euro auf dem Konto liegen. Davon bin ich ziemlich weit entfernt.

Dabei sieht Freecash auf den ersten Blick tatsächlich beeindruckend aus. Bei manchen Spielen stehen mögliche Verdienste von 600, 900, 1.500 oder sogar mehr als 1.800 Euro. Wer diese Zahlen zum ersten Mal sieht, könnte meinen, er habe gerade eine kleine Goldgrube entdeckt. Doch sobald man das Angebot öffnet, sieht die Sache anders aus. Diese Summen bestehen aus vielen einzelnen Aufgaben, steigenden Schwierigkeitsgraden, engen Zeitlimits und teilweise auch Bedingungen, bei denen man selbst Geld investieren soll. Bei Dice Dreams wurde mir beispielsweise eine Aufgabe angezeigt, bei der ich ungefähr 21 Euro ausgeben sollte, um 90 Cent Bonus zu erhalten. Da stellt sich für mich die Frage: Wer verdient hier eigentlich an wem?

Also habe ich meine Strategie geändert. Statt auf die riesige Gesamtsumme zu schauen, interessiert mich nur noch die nächste Aufgabe. Was bringt sie wirklich, wie lange dauert sie und muss ich dafür eigenes Geld einsetzen? Bei Bingo Blitz funktionierte das deutlich besser. Ich erreichte mehrere Städte innerhalb der vorgegebenen Zeit und bekam dafür tatsächlich Geld. Allerdings nicht immer sofort. Erst kamen 0,16 Euro, später 0,28 Euro und weitere Belohnungen wurden erst Stunden danach gutgeschrieben. Einmal fehlten noch 2,27 Euro, die später vollständig nachgetragen wurden. Freecash selbst weist darauf hin, dass das Tracking einer abgeschlossenen Aufgabe bis zu 72 Stunden dauern kann. Seitdem mache ich bei größeren Zielen grundsätzlich Screenshots. Wenn irgendwann einmal 20 oder 50 Euro an einer Aufgabe hängen, möchte ich im Zweifel zeigen können, dass ich sie rechtzeitig erledigt habe.

Dann gibt es noch die ganzen Extras, die natürlich ebenfalls nach großem Gewinn aussehen. Über einen Bonuscode aus dem offiziellen Discord bekam ich 2.500 Lotterielose kostenlos. Einen weiteren Code für 2.000 Lose erwischte ich zu spät, der war bereits abgelaufen. Trotzdem rechne ich diese Tickets für mich mit 0 Euro. Ein Los ist eben noch kein Gewinn. Ähnlich sieht es beim täglichen Glücksrad aus. Dort werden größere Beträge gezeigt und natürlich hofft man jedes Mal auf einen Treffer. Mein bisheriger persönlicher Höchstgewinn nach zwölf Tagen? 9 Cent. Ganze 0,09 Euro. Reich geworden bin ich damit jedenfalls nicht.

Trotzdem möchte ich Freecash nicht einfach schlechtreden. Es funktioniert grundsätzlich. Ich habe Aufgaben erledigt, sie wurden erkannt und das Geld wurde meinem Konto gutgeschrieben. Nur von dem Eindruck, dass einem beim Spielen praktisch das Geld entgegenfliegt, ist meine bisherige Erfahrung weit entfernt. Vielmehr muss man Angebote vergleichen, Fristen beachten, rechnen und aufpassen, dass man am Ende nicht mehr Geld in ein Spiel steckt, als man herausbekommt.

Mein nächstes Ziel ist deshalb ganz unspektakulär: 25 Euro erreichen. Aktuell fehlen mir noch 5,71 Euro. Sobald diese Marke erreicht ist, werde ich meine erste Auszahlung testen. Genau das ist für mich der wichtigste Moment dieses Experiments. Ein Guthaben in einer App sieht nett aus, aber erst wenn das Geld tatsächlich ausgezahlt wird, ist es für mich echtes Einkommen.

Nach zwölf Tagen lautet meine Rechnung also: 19,29 Euro auf dem Konto, davon 10 Euro Bonus und 9,29 Euro selbst verdient. Rund 77 Cent am Tag. Die großen Werbeversprechen haben sich für mich bisher nicht erfüllt, aber ich habe inzwischen gelernt, wie man Freecash deutlich nüchterner betrachten sollte.

Vielleicht ist man also doch nicht „bescheuert“, wenn man sich fürs Zocken bezahlen lässt. Man sollte nur vorher genau hinschauen, wie viel man tatsächlich bekommt und wie viel Zeit man dafür opfert.

Noch 5,71 Euro bis zur ersten Auszahlung.

Dann wird sich zeigen, ob am Ende wirklich mein Konto wächst oder hauptsächlich meine Bildschirmzeit.



English

“You must be crazy if you're not getting paid for gaming.” That is exactly the kind of provocative message used to promote Freecash, including advertising with Dieter Bohlen. And of course it catches your attention. Many people play mobile games anyway, so why not get paid for it? I wanted to find out how much truth there really is behind that idea, and I have now been testing Freecash for 12 days.

My current balance is €19.29. That sounds quite good at first, but €10 of that came from a bonus or gift. My actual earnings are therefore €9.29, which is roughly €0.77 per day. If the often suggested €20 or €25 per day were reality for me, I should already have around €300 after twelve days. Clearly, I am nowhere near that.

The offers certainly look impressive. Some games show possible rewards of €600, €900, €1,500 or even more than €1,800. The first time you see numbers like that, it almost looks like a gold mine. But once you open the offer, the reality becomes much clearer. Those totals are made up of many individual milestones, increasing difficulty, strict deadlines and sometimes tasks that require you to spend your own money. In Dice Dreams, for example, I saw a task where I would have needed to spend around €21 to receive a €0.90 bonus. At that point, the obvious question is: who is actually earning money from whom?

So I changed my strategy. I stopped looking at the huge total reward and started focusing only on the next milestone. How much does it really pay? How long will it take? Do I need to spend my own money? With Bingo Blitz, this worked much better. I completed several cities within the required time and actually received money for them. The rewards did not always arrive immediately, though. First €0.16 appeared, then €0.28, and other rewards were credited hours later. At one point, another €2.27 was still missing, but it was eventually added in full. Freecash itself states that tracking a completed offer can take up to 72 hours. Since then, I have started taking screenshots whenever I reach an important milestone.

There are also plenty of extras designed to make everything feel more exciting. I received 2,500 free lottery tickets through a bonus code from the official Discord. Another code for 2,000 tickets had already expired by the time I tried it. But for my own calculations, those tickets are worth exactly €0 until they actually produce a prize. The daily prize wheel has been just as impressive so far. My biggest win after twelve days is €0.09. Nine cents. Not exactly life-changing money.

Still, I do not want to say that Freecash does not work. It does work. I completed tasks, they were tracked and money was credited to my balance. My experience simply looks very different from the impression that money almost falls into your lap just for playing games. You need to compare offers, respect deadlines, do the math and make sure you do not spend more money inside a game than you will ever earn back.

My next goal is therefore very simple: reach €25. I currently need another €5.71. As soon as I reach that point, I will test my first withdrawal. That is the part I am most interested in. A balance inside an app is nice, but for me it only becomes real income once the money actually leaves Freecash and reaches me.

So after twelve days, the result is clear: €19.29 balance, €10 bonus, €9.29 actually earned, or roughly €0.77 per day. The big advertising promises have not become reality for me so far, but I have learned how to look at Freecash much more realistically.

Maybe you really are “crazy” if you play games without getting paid.

But before chasing those huge reward numbers, it is worth asking one much more important question:

How much are you really getting paid for your time?

Only €5.71 to go until my first cashout.

Then we will see what grows faster: my bank balance or my screen time.

Hornet on Tour

Instagram: [hornet_on_tour](https://www.instagram.com/hornet_on_tour/)

Photo: Hornet on Tour

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Veröffentlicht mit Welako