Was Schamanismus für mich bedeutet
„Was bedeutet Schamanismus für dich? Was geschieht dort konkret?“
Über diese Fragen, die mir von @jan-philippvieth gestellt wurden, habe ich nun einige Zeit nachgesinnt - mal mehr mit dem Verstand, mal mehr mit dem Herzen.
Am Ende ist mir hierbei einiges durch den Kopf gegangen:
- Nach wie vor spreche/schreibe ich eher ungern über Schamanismus
Zeitweise hütete ich ihn ganz und gar wie ein geheimes Juwel 💎 für mich ganz allein. Zu schwer sind diese Phänomene in Worte zu fassen und zu groß ist die Gefahr in eine gewisse Schublade gesteckt zu werden.
Das Christentum und die Aufklärung haben in unseren Gefilden ganze Arbeit geleistet: Hexenverbrennung und die Erhebung der „Wissenschaft“ zur neuen Religion haben tragische Spuren hinter lassen…
Zeitweise hatte ich regelrecht Panik, jemand könnte mitkriegen, dass ich mich schamanisch ausbilden lasse.
Hier kommen wir auch schon zu einer Kernessenz, der Kostbarkeit, die mir Schamanimus (in meinem Fall, spezialisiert auf schamanische Geistheilung durch schamanische Trancearbeit) gemacht hat:
Dass ich nun darüber, mehr oder weniger entspannt, hier schreibe, habe ich genau dieser Arbeit zu verdanken.
- Schamanische Geistheilung ist Wurzelarbeit und ermöglicht es der geübten Geistheilerin, tief ins Unterbewusstsein zu „reisen“
Früher nannte man das auch den „Seelenflug“ hier liegt möglicherweise auch eine Erklärung für die „fliegenden“ Hexen 🧙♀️
So kann ich in Trance genau die energetischen Ursprünge einer Problematik erfassen, je nach aktiviertem/geöffnetem Hellsinn, verstehen, spüren, hören, sehen… Dann können Themen bereinigt oder harmonisiert werden, auf Seelenebene und im Anschluss fällt die besagte Panik im Alltag aufeinmal weg.
- Schamanismus hat viele Gesichter:
Wir lernten generell einen Zugang zu den Ressourcen der Natur, sei es durch Heilkräuter, Steinkräfte sowie die Arbeit mit Ritualen oder das Nutzen der archetypischen und energetischen Kräfte der Krafttiere.
Am Ende gibt es Tausende Varianten, wie man Schamanismus benennen und praktizieren kann.
In den meisten Fällen beinhaltet diese Praxis auch ein tiefes Wissen über Psychologie, so arbeiten schamanische Heiler beispielsweise seit je her mit dem Wissen, dass unsere Ahnen unsere Energien beeinflussen, was lange belächelt wurde - inzwischen ist es belegt und ich vermute, so wird die „Moderne Wissenschaft“ noch einigen anderen Dingen auf die Schliche kommen 🙃
Ich fühlte mich hingezogen zu einer sehr puren, modernen und freien Form, in der die Basics sich keinen anderen Kulturen bedienen, sondern uns die Anbindung in Trance lehrte, um gemeinsam mit Pflanzengeistern und Co eigene Wege zu kreieren. Hiermit fühle ich mich total wohl und bin dabei die heimischen Ressourcen wieder zu entdecken, denn hier liegt so viel altes Heilwissen verborgen, welches zum Glück nicht unzugänglich verloren ist.
- Für mich persönlich bedeutet diese Arbeit nichts weniger, als mich wieder mit (meiner) irdischen Urquelle zu verbinden und darüber tiefen Frieden, Liebe und Heilung zu erfahren, die ich absolut nicht in Worte fassen kann.
Ich hoffe, es ist mir dennoch gelungen, einen kleinen, groben Überblick für absolute Neulinge geben zu können.
Meine Reise wird sicher noch viel Wandlung durchlaufen, ich stehe noch am Beginn und freue mich, auf jeden weiteren Tag dieses Abendteuers 🌍
1: Titelbild: die alte Weise, Miranda Gray (Roter Mond) 🌑

Spannend zu lesen – danke, dass du so offen darüber schreibst.
Ich möchte etwas anmerken, das skeptisch klingt, aber keinerlei Angriff ist – ich analysiere einfach gern Phänomene und meine Kritik zielt nie auf Personen, sondern auf Begriffe und Logiken.
Mir ist beim Lesen ein innerer Widerspruch aufgefallen:
Du kritisierst Christentum und Aufklärung als zerstörerisch – gleichzeitig benutzt du Begriffe wie Unterbewusstsein, Trauma, Psychologie, Energie, Ahnenarbeit oder Trance, die erst durch eben diese westliche Aufklärungs- und Wissenschaftstradition entstanden sind. Ohne sie gäbe es weder Freud, noch Traumatherapie, noch die moderne Vorstellung von Trance.
Auch die Aussage, dass die Wissenschaft „schamanischen Phänomenen irgendwann auf die Schliche kommen wird“, setzt ja voraus, dass du wissenschaftliche Objektivierung grundsätzlich akzeptierst – also genau die Methode, die du zuvor als „neue Religion“ kritisierst.
Deine Beschreibungen (Reisen, Seelenflug, Hellsinne) wirken für mich eher wie sehr kraftvolle innere Prozesse. Das hat mich auch an sogenannte „Out-of-Body Experiences“ erinnert — ein starkes, sehr reales Gefühlserleben, das in der Parapsychologie beschrieben ist. Gleichzeitig ähneln sich erstaunlicherweise auch die Erfahrungsberichte über Entitäten bei DMT, und selbst die CIA hat Remote Viewing untersucht. Ich bin also alles andere als komplett skeptisch — da ist etwas dran. Nur: Das läuft fachlich meist nicht unter „Schamanismus“, sondern unter Bewusstseinsforschung, Parapsychologie und Neurophänomenologie.
Aber genau deshalb wollte ich den Widerspruch ansprechen: nicht um dich persönlich anzugreifen, sondern um zu verstehen, wie du das für dich selbst einordnest. Denn du sagst ja selbst, dass du früher Angst hattest, darüber zu sprechen — und ich kann absolut nachvollziehen, wie schnell man sich erklären oder verteidigen muss, sobald man über innere Erfahrungsräume spricht, die schwer in Worte zu fassen sind.
Vielleicht ist genau das ja dein Punkt: dass du keine indigene, historische Form meinst, sondern eine moderne, freie, westliche Innenweltpraxis. Wenn das so ist, wäre „Schamanismus“ eher eine Hülle für etwas, das du für dich mit Bedeutung füllst. Und das ist völlig legitim.
Mich interessiert tatsächlich, wie du persönlich diesen Spannungsbogen siehst – zwischen innerer Erfahrung, wissenschaftlicher Begrifflichkeit und spirituellem Rahmen.
Liebe Jan-Philipp,
für mich steckt eigentlich in deiner Frage schon ein Teil der Antwort 🙃 Ich kritisiere so einiges und lehne es dennoch nicht ab - so wie du mich hoffentlich (wie du schreibst, als Person ebenfalls nicht), obwohl du Kritik äußerst. Das schließt sich für mich nicht aus.
Weder hätte ich das Fass von mir aus auf gemacht, noch denke ich, alles gut einordnen zu können. Der Begriff Schamanismus kann sicherlich für sehr viele Praktiken genutzt werden, darauf wollte ich mit den „vielen Gesichtern“ hinaus.
Ich halte inzwischen (diese) vermeintlichen Gegensätze und Unklarheiten (für den Verstand) gut aus, solange ich mich gut damit fühle. Wer was wie einordnet oder benennt ist für mich nicht relevant, wenn ich dadurch Lebensqualität erfahre. Ich integriere auch alles, wie in ein Puzzle, es muss sich nicht im Weg stehen. Ich nehme, was mir taugt und lasse weg, was mir nichts nutzt.
Alles hat immer 2 Seiten und am Ende bin ich dankbar für alle Aspekte. Auch die Zerstörung der Kirche beispielsweise, ermöglicht uns ja nun gerade diese freie, westliche Praxis - da eben nicht in Xter Generation eine Ziege für Ritual Y dran glauben muss, weil dies eben „immer so gemacht wurde“ Am Ende dürfen wir vielleicht gerade deshalb somit essenzieller und ganz neu in diese Arbeit eintauchen. Die Gesetzmäßigkeiten dahinter, scheinen mir jedoch immer eine ähnliche Basis zu haben ( wie auch die Bibel z.B.).
Vielleicht liest sich meine, humorvoll gemeinte, Kritik an Kirche und Co auch strenger, als sie gemeint war - das geschriebene Wort stellt für solche Themen, für mich persönlich, auch kein attraktives Medium da. Genau diese persönlichen Subtexte wären vielleicht in diesem Zusammenhang hilfreich gewesen. Naja, es war ein Versuch 🤣
Dennoch war es für mich auch spannend, es mal in Schrift zu kleiden und auch den Austausch darüber finde ich sehr interessant. Also stell gern weiterhin deine Fragen. Ich denke, wir brauchen entspannten Austausch, der auch aushält, wenn Personen andere Standpunkte vertreten. Denn am Ende können die meisten Meinungen friedlich Co existieren 😊 solange wir uns eben nicht persönlich daran aufhängen oder uns davon abgewertet fühlen.
Liebe Grüße
Nein, ich mag dich deswegen nicht weniger – eher mehr. 😊
Ich finde es gerade sympathisch, dass du Dinge kritisch beleuchten kannst, ohne Menschen abzuwerten. Genau so versuche ich auch zu sein: offen, neugierig, nicht vorschnell verurteilend, sondern erst einmal verstehen wollend. Auch wenn ich Dinge beurteile oder einordne – ich möchte wissen, wie sie für die andere Person gemeint sind. Deshalb habe ich dich ja gefragt, was Schamanismus für dich bedeutet.
Für mich ist das ein bisschen wie bei Gesprächen über „Gott“:
Bevor man überhaupt diskutieren kann, muss man klären, welchen Gott man meint.
Den, der überall und in jedem ist – ein Bewusstseinsprinzip – oder die personale Figur aus der Bibel?
Gefühl vs. Person.
Sonst redet man zwangsläufig aneinander vorbei.
In der Parapsychologie kenne ich mich ein Stück weit aus, und Schamanismus kann je nach Mensch wirklich ganz Verschiedenes bedeuten. Für mich war es immer eher die Ableitung vom klassischen Schamanen – also etwas in Richtung Medizinmann, Heiler, Vermittler zwischen Welten. Geistheilung ist so vielfältig, dass man es kaum in einen Begriff pressen kann.
Und ja: Ich glaube an Gott, den Teufel, Engel und auch an Dämonen – für mich hängt das alles zusammen, wie verschiedene Ebenen derselben Wirklichkeit. Das heißt aber auch: Ich bin niemand, der solche Themen lächerlich macht oder sofort in Schubladen stopft. Ich höre zu, frage nach und versuche zu verstehen, wie es für den anderen Sinn ergibt.
Ich freue mich also wirklich über den Austausch mit dir. 🙏✨
Das freut mich sehr 🤗 Diese Art des Austauschs braucht es dringend wieder mehr - ich darf mir da auch an die eigene Nase fassen: sicher habe ich früher oft vorschnell den „Verteidigungsmodus“ eingeschaltet, weil ich getriggert war.
Die Funktionen von Medizinfrau, Vermittlerin usw. Sehe ich bei „meinem“ Schamanismus schon auch - gerade in Deutschland kommt man hier allerdings schnell in gefährliches Fahrwasser. Der Begriff Heilung ist ja schon total rechtlich eingekesselt, soweit ich weiß… Die Anbindung liefert hier dann die Anleitung, welche sehr individuell ist. Aber das sprengt hier den Rahmen.
Mir kam noch der Gedanke, dass mein Verstand deutlich ruhiger geworden ist, seit ich erfahren und erleben darf, wie durch diese Praxis verschiedene Ebenen in Heilung gehen können. Seit ich erlebe, dass es möglich ist und wie umfangreich Selbstheilung (auch körperlich) möglich ist, hat mein Verstand den Thron verwirrt verlassen und in den hinteren Reihen Platz genommen. 😂 Dennoch verstehe ich deinen Wunsch total, die Zusammenhänge und Hintergründe verstehen zu wollen - wir leben ja in einer sehr verstandeslastigen Kultur. Es gibt jedoch, meiner Erfahrung nach, viel weitere und tiefere Bewusstseinsebenen und Heilung und echte Wahrhaftigkeit entspringt, für mich, nie aus dem Verstand - er ist ein Tool und wir dürfen ihn mit Freude nutzen und ihm sagen, wohin die Reise geht 😊 Sobald er dirigiert erzeugt er mehr Abtrennung und wiederholt immer wieder die alten Muster. So mein aktueller Stand.
Sollte dich also mal eine Form der Bewusstseinserweiterung, fernab von Substanzen, ansprechen, die dir begegnet, kann ich dir nur ermunternd anraten, ins Erfahren zu gehen 🍀
toller post
danke dir für den einblick deiner seite