Kostenloses Ferienhaus – wo gibt es denn sowas?
Der Beitrag vor zwei Tagen ist ja mal wieder komplett eskaliert. Viral gegangen, warum auch immer. Facebook-Algorithmen sind ein eigenes Mysterium. Eigentlich war das eher ein Beitrag für meine Follower gedacht, nicht mehr und nicht weniger.
Natürlich kamen dann wieder viele Anfragen, ob man das Häuschen nicht mal kostenlos bekommen kann. Na ja, im Beitrag stand ein Link, über den man ein Formular ausfüllen kann. Außerdem sind für dieses Jahr und mehr oder weniger auch schon fürs nächste Jahr mindestens 15–20 Termine fest vergeben. Vier oder fünf davon kommen seit mehreren Jahren regelmäßig. Und ja, bei denen weiß ich ganz genau, dass es einen echten Grund hat, warum sie sich Urlaub sonst nicht leisten können. Die lasse ich hier auch gerne wiederholt unterkommen.
Ist das anderen gegenüber ungerecht? Ja.
Ist das Leben immer gerecht? Leider nein.
Viele haben geschrieben, dass in den vergangenen Jahren Leute kurzfristig abgesagt oder die Ferienwohnung wie Sau hinterlassen haben und man doch bitte eine Kaution nehmen soll. Leute… da sind Menschen dabei, die wirklich jeden Euro umdrehen müssen. Bei manchen stimmt das tatsächlich. In ein paar wenigen Fällen bezuschusse ich sogar die Anreisekosten. Wie soll ich von solchen Menschen eine Kaution verlangen?
Dann kamen natürlich auch Kommentare wie: selbst schuld, wie dumm ich doch sei, man könne doch nichts umsonst vergeben, ich solle das Haus einfach kommerziell vermieten und mir das Geld in die Tasche stecken.
Kleiner Reality-Check:
Ich habe mal siebenstellig verdient. Richtig reich. Glücklicher war ich dadurch nicht. Wer mir länger folgt, weiß auch, dass ich nach einer schweren Diagnose vor vielen Jahren einen Großteil meines Barvermögens gestiftet, gespendet und verschenkt habe. Bereue ich das heute? Nein.
Ich habe ein wenig vorgesorgt. Viele wissen auch, dass ich später mal keine Rente bekomme. Wenn irgendwann gar nichts mehr geht, wird das Ferienhaus dauerhaft vermietet. Dieses riesige Grundstück, zwei Häuser, Garage, Carport, Nebengelass – das alles als kranker Mensch alleine in Schuss zu halten, geht schlicht nicht mehr. Aktuell klappt es nur mit der Hilfe meiner Freundin. Aber auch sie kann nicht alles stemmen. Wir werden schließlich alle nicht jünger. Sohnemann studiert, lebt sein eigenes Leben und hilft gelegentlich – so wie es eben passt.
Ja, ich kenne auch den Spruch: „Dann verkauf doch alles.“
Hatte ich letztes Jahr. Ein wirklich gigantisch hohes Angebot. Und dann? Ab in den Süden? Ich habe 16 Jahre in Griechenland gelebt. Reisen? Würde ich gerne noch mal. Aber ich war auch sechs Jahre mit meiner kleinen Familie durchgehend im Wohnmobil unterwegs. Ich hatte verdammt viel Glück im Leben – und davon habe ich einiges weitergegeben. Und ich tue das eben heute noch.
Schätze ich mich deshalb als dumm ein? Nein.
Wird meine Gutmütigkeit ausgenutzt? Ja, definitiv.
Ich verschicke jedes Jahr Lebensmittelpakete über Paten und auch selbst finanziert. Und ich würde wetten, dass sich locker 50 % derer, die ein Paket anfordern, es eigentlich selbst leisten könnten. Aber es sind eben auch Menschen dabei, denen es wirklich nicht gut geht. Und für die ist das etwas Besonderes. Und ehrlich: Das reicht mir.
Einige schrieben auch, das sei doch nur Werbung fürs Ferienhaus. Vollkommener Quatsch. Das Haus ist ohnehin fast das ganze Jahr ausgebucht oder wird kostenlos vergeben. Ich habe es gar nicht nötig, Werbung zu machen. Ganz im Gegenteil: Ich verdiene daran nichts. Ich habe Arbeit. Viel Arbeit.
Das Haus ist einem Verein übergeben worden, darüber laufen Einnahmen und Ausgaben. Und glaubt mir: Allein Heizung, Warmwasser, Versicherung, Grundsteuer und Nebenkosten fressen ordentlich Geld. Erst seit ein, zwei Jahren ist das halbwegs kostendeckend. Davor habe ich jahrelang aus eigener Tasche draufgelegt. Und um das Ganze überhaupt ins Rollen zu bringen, habe ich richtig tief in die Tasche gegriffen, um das Haus herzurichten. Zum Glück haben immer wieder Leute geholfen, mit angepackt, Arbeitseinsätze gemacht. Ein, zwei davon kommen seit vielen Jahren regelmäßig.
Also nein:
Ich werde keine Kaution nehmen.
Nein, das ist keine Werbung.
Und ja, vielleicht bin ich ein dummer Mensch, dass ich mir den ganzen Ärger trotzdem weiterhin antue.
Ich mache das, solange es noch geht.
Und ehrlich gesagt: Das Ende ist ohnehin schon absehbar. Ich hoffe, ich schaffe es noch bis Ende 2027. Findet sich vor Ort niemand, der das dann weiterführt, wird das Haus dauerhaft vermietet. Dazu kommt später noch ein eigener Beitrag.
Bis dahin entscheide ich das immer noch selbst.
Ist ja schließlich mein Leben 🙂
Zum Schluss noch das:
Ich werde heute Nachmittag mal das gesamte Areal begehen und dazu einen längeren Beitrag schreiben. Mit vielen Fotos und Videos, die heute entstehen. Vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen, wie ich hier lebe, was hier alles dazugehört und warum das Ganze eben nicht nur „ein kostenloses Ferienhaus“ ist, sondern ein ziemlich großer Teil meines Alltags.

Wow, brother, what a beautiful view! Winter and snow are absolutely stunning. I truly wish I could live there. Good luck, brother.
This post struck me as truly very interesting and, above all, very honest. It’s not common to read someone who speaks so clearly about their life choices, without dressing them up or justifying them to others.
I confess that, while reading you, I thought it’s a life many of us would like to have—not because of the house itself, but because of the freedom to decide what to do with what one has, and the peace that comes from living according to one’s own values. That can’t be bought with money.
I understand that there are people who take advantage, and yes, that hurts. But it’s also true that in a world where so many people don’t even have a secure roof over their heads, nor vacations, nor even the basics, what you do makes a real difference for those who truly need it. Sometimes, changing someone’s life for just a few days is enough to make it all worthwhile.
I don’t think you’re naïve or “stupid.” I think you’re someone who has lived a lot, who has had things, who has lost things, who understood what really matters, and who chose to share it while you can. That takes more courage than accumulating.
I hope you have the strength to continue for as long as you feel it’s right, and that, whatever happens afterward, you have the peace of knowing that you used your time and your resources in a way few dare to use them: with humanity.
Have an excellent day.
Best regards.
@blessedlife 💖

একটুকরো জীবনের সত্য গল্প। আপনার সিদ্ধান্তগুলোর পেছনের মানবিকতা, অভিজ্ঞতা আর দায়বদ্ধতা খুব স্পষ্টভাবে ফুটে উঠেছে। সবকিছু লাভ,লোকসানের হিসাব দিয়ে চলে না।কিছু কাজ মানুষ করে বিশ্বাস আর বিবেক থেকে। হয়তো সবাই তা বুঝবে না, কিন্তু যাঁরা বুঝবে, তাঁদের কাছে এটা অমূল্য। এত খোলামেলা ও সাহসীভাবে নিজের অবস্থান তুলে ধরার জন্য সম্মান রইল।
আমি আপনার সাথে কমিউনিকেশন করতে চাচ্ছি। আমার সাথে যোগাযোগের মাধ্যম: https://www.facebook.com/share/1849teTvJh/