Manchmal sind es nicht die großen Dinge, sondern diese kleinen Einschläge im Alltag, die einen mehr treffen, als man zugeben möchte.

in Steem Germany2 months ago

Achtung, mal wieder sehr viel Text von mir !!!

Diesmal waren es wieder meine Visitenkarten.
Ein Schreibfehler im Straßennamen. Ich habe alles zigmal überprüft. Wirklich mehrfach. Und selbst als ich die Karten in der Hand hatte, ist mir der Fehler nicht aufgefallen.

Natürlich weiß ich, dass das faktisch niemanden interessiert. Wer eine Visitenkarte bekommt, weiß ja nicht, wie der Straßenname richtig heißt. Und Kommunikation läuft ohnehin fast ausschließlich über E-Mail oder Telefon. Keiner schreibt mir einen Brief.

Aber mich ärgert es. Nicht wegen der Karte, sondern weil ich es nicht bemerkt habe – trotz aller Kontrolle. Und genau das ist es, was mir immer öfter passiert.

Solche Kleinigkeiten sammeln sich. Man sagt sich noch: „Das kann passieren.“
Aber eigentlich kann es das nicht, wenn man so akribisch prüft wie ich – und es trotzdem schiefgeht.

Ich merke es immer deutlicher:
Ich muss mir alles hart erarbeiten.
Alles mehrfach prüfen.
Alles aufschreiben, damit ich es wiederholen kann.
Und für Dinge, für die ich früher eine halbe Stunde gebraucht habe, brauche ich heute zwei, drei oder viermal so viel Zeit.

Vielleicht ist es genau dieser Punkt, der mich in den letzten Monaten zum Umdenken gezwungen hat. Ich habe Verantwortung abgegeben. Auch ein externes Projekt – eine Plattform mit Verifizierung und Bewertungssystem – habe ich vor Kurzem abgegeben. Ein Projekt, das gute Einnahmen gebracht hätte, vielleicht sogar ein richtiges Erfolgsprojekt geworden wäre. Aber was nützt Erfolg, wenn man ihn nicht mehr managen kann?

Ich hätte es verkaufen können. Es gab Angebote.
Ich bin der Gründer von „Urlaub gegen Hand“, Inhaber der Markenrechte, Betreiber von zwei riesigen Communitys mit über 300.000 Mitgliedern. Die Bewegung geht Richtung einer Million Menschen. Natürlich schauen große Player da hin. Und ja, manche Angebote waren finanziell sehr attraktiv.

Aber wenn man etwas über zehn Jahre aufgebaut hat, verkauft man es nicht einfach.
Genauso wenig wie meine Grundstücke, für die ich ebenfalls ein sehr hohes Angebot bekommen habe. Manche Dinge sind mehr als Geld.

Also gehe ich einen anderen Weg.

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Ich baue eine neue Plattform auf – eine rein journalistische, unabhängige Community über alternatives Reisen und alternatives Leben:
Reportagen, Recherchen, Interviews, Projektbesuche, Dokumentationen und echte Geschichten.
Genau das, was ich am besten kann – und was ich in meinem eigenen Tempo machen kann. Das hier ist die zukünftige Seite, an der ab Heiligabend Beiträge zu finden sein werden: https://www.facebook.com/reisenundlebenpremium/

Hier gibt es keinen Druck.
Keine Erwartungen, die ich erfüllen muss.
Keinen Support, der an mir hängt.
Keinen täglichen Stress, wie er bei der externen Urlaub-gegen-Hand-Plattform immer da war und dort auch bleiben wird.
Der neue Besitzer ist Informatiker und kann einen professionellen Support leisten, den ich gesundheitlich längst nicht mehr stemmen kann. Deshalb war es richtig, diese Verantwortung abzugeben.

Wichtig ist mir auch:
Alle Personen, die außerhalb von Facebook bereits eine Mitgliedschaft auf der alten Plattform erworben haben, bekommen für die gesamte gebuchte Laufzeit kostenlosen Zugang zu meiner neuen journalistischen Gemeinschaft.
Das war Teil der Vereinbarung, und ich halte mich daran.

Was viele nicht wissen:
Neben mir wird es auch Gastautorinnen und Gastautoren geben. Menschen, die Projekte vorstellen, besondere Lebensformen zeigen oder alternative Wege dokumentieren. Es wird eine Plattform mit echten Stimmen, echten Wegen und echter Substanz.

Der geschützte Bereich geht an Heiligabend online.
Die Gutscheincodes sind fertig, und vor Weihnachten informiere ich alle persönlich.

Und noch etwas:
Meine neue Facebook-Seite für das Buch „DDR 2.0“ ist gigantisch gut angelaufen.
Nach gerade einmal 14 Tagen läuft sie praktisch von selbst.
Das Buchprojekt wird definitiv umgesetzt. Es ist komplett durchkonzipiert, fast alle Kapitel liegen bereits in Rohfassung vor. Dieses Projekt ist sicher – egal, wie lange es dauert.

Aber jeder, der schon einmal ein Buch geschrieben hat, weiß:
Mit Buchverkäufen verdient man in Deutschland kein Geld.
Außer man landet auf einer Bestsellerliste.
Deshalb sind sowohl das DDR-2.0-Buch als auch mein autobiografischer Roman Herzensprojekte – aber keine finanziellen Standbeine.

Was aber spannend ist:
Die begleitende Facebook-Seite zum Buch entwickelt sich so gut, dass sie mittelfristig finanziell eine gewisse Sicherheit bieten könnte. Das ist ein schöner Nebeneffekt, aber nicht das eigentliche Ziel.

Finanzen sind für mich natürlich wichtig.
Ich habe meine Schmuckmanufaktur zum 1. Dezember beendet, weil ich sie gesundheitlich nicht mehr umsetzen konnte.
So lange es geht, möchte ich mein eigenes Geld verdienen, meine eigenen Projekte stemmen und das Gefühl behalten, Teil dieser Gesellschaft zu sein – indem ich meinen Lebensunterhalt selbst erwirtschafte.

Alles andere wäre für mich Selbstaufgabe.
Und ehrlich gesagt: Das wäre das Schlimmste, was mir passieren könnte.

Denn auch als kranker und behinderter Mensch muss man seinen Platz im Leben haben.
Und ja, bei mir definiert sich dieser Platz auch dadurch, dass ich für mich selbst sorgen kann – gerade in finanzieller Hinsicht.

Heute bin ich ehrlich gesagt ein bisschen niedergeschlagen.
Ausgelöst durch diese verdammte Visitenkarte.
Weil sie mir so deutlich gezeigt hat, dass wieder etwas durchgerutscht ist.

Aber auch darüber komme ich hinweg. Wie über so vieles.

Und vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment für etwas Neues, Echtes, Wertvolles.

#Demenz #Ehrlichkeit #Realität #LebenMitDiagnose #NeuerWeg #Selbstbestimmt #NichtAufgeben #Weitergehen #AlternativesReisenUndLeben #PremiumGemeinschaft #HolgersPlace #Buchprojekt #DDR20

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