🎄 Und plötzlich ist sie wieder da – diese leise Torschlusspanik.
Was kaufe ich? Was schenke ich? Was macht überhaupt noch Sinn?
Geld schenken ist ja auch immer so eine Sache.
Ich verschenke Geld und bekomme kurz darauf exakt den gleichen Betrag in einem anderen Umschlag zurück. Sinnfrei, aber immerhin liebevoll verpackt 🙂
Bei uns war das schon immer etwas anders. Wenn jemand etwas braucht, wird es gekauft. Wenn sich jemand etwas wünscht, schaut man, ob es bezahlbar ist – und dann wird es auch besorgt. Ganz unabhängig von Geburtstagen oder Weihnachten. Dieser festgelegte Terminzwang für Wünsche war mir noch nie wirklich geheuer.
Mein größter Wunsch? Wieder jung und knackig aussehen. Und ein paar mehr Haare auf dem Kopf wären auch nicht schlecht. Tja… wird teuer. Sehr teuer 😅
Meine Freundin wiederum hätte gern eine kleine Generalüberholung. Facelifting, Bauchstraffung, hier und da der Schwerkraft ein Schnippchen schlagen. Rein rechnerisch wäre es vermutlich günstiger, die Freundin zu wechseln. 😉
Der arme Junior wieder mal auf sein BAföG. Seine Weihnachtsüberraschung war ein Schreiben, dass sich die Auszahlung noch einige Monate hinziehen kann. Bewilligt ist es, aber Geld gibt’s erstmal keins.
Man muss sich das mal vorstellen: Studierende sind auf dieses Geld angewiesen, alles ist genehmigt, und trotzdem warten sie drei, vier, fünf Monate. Wenn die Familie nicht unterstützen kann – und das können viele nicht – wird es richtig bitter. Jobcenter? Nicht zuständig. Andere Stellen? Auch nicht.
Bleibt nur der „kleine Kredit von Papa“. Und weil Weihnachten ist, nimmt man gnädige 27 Prozent Zinsen. Im Monat natürlich. 🎁🙃
Wie ihr seht: Auch im Hause Jacob ist es nicht ganz einfach, an Weihnachten das „richtige“ Geschenk zu finden. Aber zum Glück war das bei uns noch nie das Wichtigste an diesem Tag.
Die Zeiten sind vorbei, in denen man Dinge kauft, die man nicht braucht, nur um Menschen zu beeindrucken, die man eigentlich nicht einmal leiden kann. Und ja, auch ich hatte finanzielle Hochzeiten. Da lag dann schon mal eine Uhr für 30 000 € unter dem Weihnachtsbaum, oder man ist in Berlin shoppen gegangen und hat den Gegenwert eines Kleinwagens ausgegeben. 🙂
Geblieben ist davon nichts Materielles.
Geblieben sind die Erinnerungen.
An Weihnachtsfeiern hier im tiefen dunklen Wald.
An lange Abende im Ferienhaus.
An gemeinsames Lachen, gutes Essen, Gespräche bis spät in die Nacht.
Und an all die Menschen, die heute fehlen:
Meine Mutti.
Mein Bruder Andreas.
Mein fast Schwiegervater.
Friedel, der Lebensgefährte meiner Mutti.
Sie sind gegangen. Aber an solchen Tagen sind sie ganz nah. In Gedanken, in Erinnerungen, in diesem warmen Gefühl von früher. Man blickt zurück – nicht verbittert, sondern mit einem stillen Wohlgefallen auf die gemeinsamen schönen Zeiten, die man erleben durfte.
Vielleicht ist genau das Weihnachten.
Nicht das, was unter dem Baum liegt.
Sondern das, was im Herzen bleibt. 🎄✨




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