RE: Anzahl aktiver Accounts der letzten 30 Tage
Das große Problem bei Steem ist meiner Meinung nach, dass die Besitzverhältnisse völlig unklar sind. Niemand weiß so recht, wer eigentlich hinter Steem bzw. Steemit steht. Ich glaube jedenfalls nicht, dass Justin Sun hier noch irgendeine Rolle spielt.
Dabei steckt in dem Projekt ein enormes Vermögen, und ich verstehe bis heute nicht, warum davon nichts investiert wird – weder in die Entwicklung neuer Apps, noch in Marketing, Werbung oder gezielte Aktionen, um neue Nutzer zu gewinnen. Es wäre doch kein Problem, mit einem Bruchteil dieses Geldes Reichweite und Anreiz zu schaffen – eben auch für Menschen, die hier Content veröffentlichen wollen, weil sie damit etwas verdienen können. Ob man das moralisch gut findet oder nicht: Für viele ist das einfach eine Motivation, überhaupt aktiv zu werden.
Ich meine, wenn ich auf meinem privaten Facebook-Account mit nur ein paar tausend Followern zwischen 800 und 1500 Dollar im Monat verdienen kann, dann ist klar, warum so viele Leute jetzt dort Geld verdienen – das war früher schlicht nicht möglich. Heute kann es jeder, und genau das zieht Creator an.
Warum also nicht auch hier auf Steem regelmäßige Wettbewerbe veranstalten – z. B. wöchentlich 1000 Dollar Preisgeld – aber die Gewinner von einer neutralen Jury auswählen lassen und nicht von ein paar Leuten, die sich gegenseitig die Kohle zuschieben, wie es hier leider oft passiert.
Ich selbst habe ja auch noch einen Account, bin aber nur noch als Investor aktiv. Warum? Weil es sich nicht mehr lohnt, hier regulär zu posten – und ich meine nicht nur finanziell, sondern wegen der fehlenden Reichweite.
Im deutschsprachigen Bereich erreicht man mit einem Beitrag vielleicht zehn bis zwanzig Leser, wenn überhaupt.
Bei Facebook dagegen erreiche ich mindestens 50.000 bis 100.000 Menschen, und bei manchen Beiträgen sogar mehr als 5 Millionen – und das nur über meinen privaten Account, nicht über meine Communitys.
Social Media lebt von Reichweite, vom Austausch und davon, dass man Menschen erreicht. Wenn man aber nicht einmal weiß, wem die Plattform eigentlich gehört, dann kann man das Gerede von „Dezentralität“ gleich vergessen. Die gibt es hier schlicht nicht. Wir alle haben das ja schon erlebt: Wenn jemand wollte, könnte er sich mit ein paar Millionen Dollar – was für manche Leute Kleingeld ist – Steemit einfach kaufen. Das bedeutet im Klartext: Es gibt keine Sicherheit.
Vor einem Jahr war mein Wallet noch rund 80.000 US-Dollar wert – heute sind es nicht einmal 30.000. Mir persönlich ist das egal, aber das war eben das Geld, das ich ursprünglich investiert hatte, um an die Plattform zu glauben.
Unterm Strich liegt das Problem darin, dass die Eigentumsverhältnisse, Vermögenswerte und Zuständigkeiten bis heute nicht transparent sind. Niemand weiß, wer das Sagen hat, und ob überhaupt noch investiert wird. Schon mit 100.000 bis 200.000 Dollar ließe sich so viel bewegen – z. B. durch moderne Apps:
einen Kurznachrichtendienst wie X,
eine reine Bilderplattform,
oder auch durch die Integration von KI, um neue Zielgruppen zu gewinnen.
Man kommt an KI ohnehin nicht mehr vorbei – warum also nicht nutzen, statt sie zu ignorieren?
Ich könnte hier seitenweise Ideen, Konzepte und Ansätze schreiben (hab ich schon mehrfach getan), aber am Ende bringt das alles nichts, solange niemand aus der Führungsebene – falls es die überhaupt gibt – offen kommuniziert, welche Pläne existieren und wohin die Reise gehen soll.
Und ganz ehrlich: Ich möchte einfach endlich wissen, wer hier das Sagen hat. Dann könnte man auch abschätzen, welche Vermögenswerte überhaupt noch vorhanden sind und ob jemand bereit ist, sie sinnvoll zu investieren.
Nur eins steht für mich fest: Justin Sun ist es definitiv nicht mehr, denn dann würde auch was investiert werden.