Alles hat ein Ende👹🍣🎎 Mein Japan
Nun ja, eine Ära will ich das Ganze nun nicht bezeichnen, denn das wäre wirklich viel zu weit hergeholt. Ich spreche hier schlicht und einfach über mein Auto, von dem ich mich demnächst trennen muss. Und da gibt es auch kein "vielleicht" oder "wahrscheinlich", die Sache ist klar. Zumindest wenn man rationall und logisch rangeht.
Im April steht bei mir nämlich die zweijährige KFZ-Untersuchung an, welches ähnlich dem deutschen TÜV ist. Und mein Auto im Laufe der Jahre eine ganze Menge an Rost zugelegt hat, wird es diesmal schwer werden durch diese Untersuchung zu kommen, zumindest, wenn ich größere Reparaturen und damit auch größere Kosten vermeiden will. Und da wir hier nicht von einem Auto jüngeren Baujahrs sprechen, würde sich so ein Aufwand dann einfach nicht lohnen.
Ich fahre mein derzeitiges Auto nun für fast 10 Jahre, wobei es beim Kauf bereits 5 Jahre alt gewesen war. Auch wenn 15 Jahre nun nicht unbedingt das Ende alles (Auto-)Tage sein müssen, ist es in meinem Fall dann eben doch so. Die Region, in der ich unterwegs bin, wird im Laufes des Jahres nun einmal von einer ganzen Menge an Regen und Schnee bedacht, und auch die ständig hohe Luftfeuchtigkeit sind nicht wirklich günstig für die Karosserie und auch nicht für den Unterboden. Und dort sieht es nach 15 Jahren rostmäßig nun leider gar nicht so gut aus.
Deshalb heißt es nun Abschiednehmen und sich nach einem neuen fahrbaren Untersatz umzusehen, auch wenn ich das natürlich gar nicht will. Ich hätte gerne mein derzeitiges Auto noch einmal durch den "TÜV" bekommen und für ein oder zwei Jahre gefahren. Aber das geht wohl vielen von uns so!
Dazu kommt, dass ich natürlich gar keine Lust hatte, mich nach einem Ersatz umzuschauen. Wenn ich wüsste, dass ich auf jeden Fall noch ein paar Jahre hier im Land der aufgehenden Sonne verweilen würde, wäre das wahrscheinlich eine andere Sache. Mit einem längeren Planungshorizont könnte man ganz anders an die Sache herangehen und sich ein Auto suchen, das einem gefällt und vielleicht sogar ein wenig Spaß macht.
Aber in meinem Fall plane ich derzeit nur von Jahr zu Jahr und weiß daher einfach nicht, ob ich auch nächsten Frühling weiterhin hier in Japan verweilen werde. Genau das ist dann auch der Hauptgrund, dass ich am liebsten mein derzeitiges Auto noch ein wenig länger fahren möchte. Auf Verschleiß sozusagen, wie so viele andere Dinge, die ich im täglichen Leben benutze. Im Augenblick stört es mich nicht wirklich, wenn das, was ich habe, trage und verwende nicht auf dem neuesten Stand ist.
Nichtsdestotrotz komme ich in Sachen Auto dann aber einfach nicht drumherum, mich nach einem Neuen umzusehen. Wobei "der oder das Neue" dann natürlich auch wieder "ein Altes" sein wird. Aus den gerade erklärten Umständen und weil ich in der derzeitigen Lage die Finanzen zusammenhalten will.
Nachdem ich mich auf den einschlägigen Webseiten ein wenig umgesehen und im Anschluss ein paar Angebote näher unter die Lupe genommen habe, hatte ich ein paar Kandidaten in der näheren Auswahl. Diese habe ich mir dann noch vor Ort, also beim Autohändler angeschaut, wobei ich dann feststellen musste, dass man hier in Japan bei gebrauchten Autos meist keine Probefahrt machen kann. Die Fahrzeuge sind abgemeldet und die Händler scheinbar auch zu unflexibel, um einen hier zumindest auf ihrem Hof ein paar Meter fahren zu lassen.
Trotzdem hatte ich dann zwei Autos, zwischen denen ich mich entscheiden wollte und musste, was mir wie üblich sehr schwergefallen ist. Letztendlich wurde mir die Wahl abgenommen, und es blieb nur noch ein Auto übrig.
Und da bisher keine anderen Kandidaten dazugekommen sind, sieht es im Augenblick so aus, als stände meine Entscheidung fest. Auch wenn es dann doch ein wenig mehr wird, als ich eigentlich für einen alten Gebrauchten zahlen will. Und mein nächstes Auto dann letztendlich auch nur ein Auto sein wird, welches mich von A nach B bringen soll. Nicht mehr und nicht weniger, ohne spezielle Features und Spielereien. Die Zeiten sind nun derzeit einmal so, wie sie gerade sind.
Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern und es müssen noch einige Formalitäten erledigt werden. Aber wenn alles gut läuft, habe ich vielleicht in einer Woche die ganze Angelegenheit erledigt und hoffentlich für die nächsten zwei Jahre erst einmal Ruhe. Bei einem älteren Auto weiß man ja nie, was demnächst anstehen könnte, und daher drücke ich mir natürlich ganz fest die Daumen.
Schauen wir mal. Und wer weiß, vielleicht fahre ich ja den Neuen doch länger als geplant und bleibe doch noch ein paar Jahre hier im Fernen Osten. Die Entscheidung darüber ist eine ganze andere Geschichte, welche mir zusätzlich schlaflose Nächte beschert. Aber darüber reden mir dann ein andere Mal....


