Über Ärzte und anderes... 👹🍣🎎 Mein Japan

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In den letzten Jahren hatte es sich nicht vermeiden lassen, dass ich zu einem regelmäßigen Kunden bei einem Arzt in unserer Stadt geworden bin. In Sachen Gesundheit ist leider auch bei mir so einiges nicht in Ordnung, und mein Körper zeigt dies in von Zeit zu Zeit in ungeplanten und wilden Ausbrüchen, bei denen er auch mir seine agressive Seite zeigt. Auf nähere Details will ich hier gar nicht weiter eingehen, denn in Sachen Gesundheit hat wohl jeder sein Päckchen durchs Leben zu tragen, welches mal mehr und mal weniger wiegt.

Worauf ich hinaus will, ist das Thema Ärzte, welches sich wohl nicht nur in Japan, sondern auch in anderen Ländern ganz ähnlich anhören könnte. Genau aus diesem Grund habe ich auch anfangs absichtlich das Wort "Kunde" benutzt, weil dies wohl oft ziemlich zutreffends sein dürfte.

Der Patient ist nur noch eine Nummer, die es schnell abzuarbeiten gilt, damit die nächste Nummer aufgerufen werden kann. Je schneller man den Kunden abgefrühstückt hat, desto besser. Desto mehr Zeit bleibt dem Arzt für andere Sachen, mit denen er sich lieber beschäftigen würde.

Da ich nun hauptsächlich in Japan zum Arzt gehe, sind meine Beobachtungen natürlich recht subjektiv, aber auch in Deutschland sind mir ähnliche Situationen vorgekommen und bekannt. Viele Ärzte bearbeiten ihre Kunden nach der immer gleichen Schema. Auf die Eingangsfrage, wie es einem denn geht, würde der Arzt am liebsten bereits das Rezept vorbereiten. Das Einzige was hierbei stört, sich Fragen, Probleme und Wünsche des Patienten, welcher hier sitzt, um sein Leiden zumindest ein wenig Lindern zu können.

Nun brauche ich persönlich zwar keinen Seelsorger, der mich in den Arm nimmt und tröstet. Aber zumindest erwarte ich, dass der Arzt an einem interessiert ist, und wissen will, was gerade warum beim Patienten umgeht. Aber leider empfinde ich es immer wieder, dass meinem Arzt nähere Details lästig und störend zu sein scheinen. Ich höre daher niemals Fragen, die meinem Problem auf den Grund gehen könnten, sondern bekomme nur dem Lehrbuch entsprechend meine Medizin verschrieben.

Das "Warum" wird komplett ausgeblendet und ignoriert und wenn nötig, vermeidet mein Arzt es auch, mir in den Hals zu schauen oder meinen Bauch zu fühlen, auch wenn mich Hals- oder Magenschmerzen quälen. Der Bluttest ist ausreichend für alles, und der Blick auf die Daten im Computer erscheint wichtiger als der Blick auf den Patienten selber.

Wen ich dann noch selber Fragen stelle oder es sogar wage, andere Therapienöglichkeiten vorzuschlagen, spüre ich sofort eine Unwillen und eine Ablehnung, dies über einmal in Betracht zu ziehen. Letztendlich werde ich fast hinaus komplimentiert, denn der Arzt hat ja noch mehr Nummern anzuarbeiten und wenn ich dann draußen bin, fühle ich mich meist schlechter als vorher. Zumindest was meien Stimmung und Laune angeht.

Klar kann man den Arzt wechseln, aber da ich dies natürlich auch schon ausprobiert habe, weiß ich, dass dies gar nicht so leicht ist. Sich eine zweite Meinung einzuholen macht nur Sinn, wenn sich die beiden Ärzte nicht kennen, was nur in Großstädten möglich ist, wo die Netztwerke der Götter in Weiß nicht ganz so dicht geflickt sind.

Insbesondere im Ausland, wo man der Gastsprache nicht immer ganz so mächtig ist, hat man oft weniger Optionen. Mein Arzt spricht Englisch, was vor einigen Jahren der Grund war, ihm im Krankenhaus aufzusuchen. Mittlerweile hat er seine eigene Praxis, in welche ich nun Stammkunde bin. Zumindest hat das den Vorteil, dass er meine Krankengeschichte und mich kennt, und ich nicht immer wiet ausholen muss. Aber seine Englischkenntnisse zeigt er mittlerweile immer weniger, dafür spricht er um so schneller Japanisch mit mir. Ein weiteres Zeichen dafür, dass er keine Lust hat, sich mit meinem Fall ein wenig intensiver zu beschäftigen.

Mit Sicherheit gibt es auch Ärzte, die sich Zeit für ihre Patienten nehmen und vom einstudierten Schema abweichen. Leider lässt Zeit- und Kostendruck im Gesundheitssystem das immer weniger zu, so dass auch Ärzte zu den Gehetzten geworden sind, die das System so bespielen, dass sie ihm nicht zum Opfer fallen. Alles verständlich, aber trotzdem ändert das nicht an meiner Meinung zum Thema Ärzte. Bestimmt ist diese oft zu verallgemeinert und wie erwähnt auch zu subjektiv. Aber so ist das bei den meisten Meinungen zu den meisten Themen.

Wie auch immer, ich arbeite nun daran, meinen Arzt so wenig wie möglich zu besuchen, auch wenn das im Augenblick gerade ziemlich schwierig ist. Möglicherweise stehe ich dort schon bald wieder vor der Tür und fühle mich als lästiger Bittsteller, der nicht abgewiesen werden möchte. Gerade deshalb will ich die Pausen zwischen meine Arztbesuchen so weit es geht verlängern, was mir hoffentlich auch wieder gelingen wird.

Und dann wird sich meine Laune auch wieder verbessern, und ich kann mich anderen Theman zuwenden, über die ich mich beschweren kann. Davon gibt es doch auch eine ganze Menge, nicht wahr?

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I completely understand what you mean by feeling like a "Kunde" instead of a patient, and I think that's a very interesting dynamic to explore in your post. 🤔👨‍⚕️