📚 𝗠𝗲𝗶𝗻 𝗕𝘂𝗰𝗵 𝗶𝘀𝘁 𝗲𝗻𝗱𝗹𝗶𝗰𝗵 𝗳𝗲𝗿𝘁𝗶𝗴

in #deutsch2 days ago

𝗮𝗹𝘀𝗼 𝘇𝘂𝗺𝗶𝗻𝗱𝗲𝘀𝘁 𝘀𝗼 𝗳𝗲𝗿𝘁𝗶𝗴, 𝘄𝗶𝗲 𝗲𝗶𝗻 𝗕𝘂𝗰𝗵 𝗯𝗲𝗶 𝗺𝗶𝗿 𝗷𝗲𝗺𝗮𝗹𝘀 𝘀𝗲𝗶𝗻 𝗸𝗮𝗻𝗻. 😅

Nun hoffe ich tatsächlich, endlich die finale Version meines Buches fertig zu haben. Wobei ich das Wort „final“ inzwischen nur noch sehr vorsichtig verwende. In den vergangenen Wochen war das Buch nämlich schon ungefähr achtmal fertig und jedes Mal stellte sich heraus, dass es davon selbst offenbar noch nichts wusste.

Nach dem stilistischen Lektorat bekam ich so viele Änderungsvorschläge und Hinweise, dass ich das gesamte Buch noch einmal überarbeitet habe. Und was ist dabei herausgekommen? Ich traue mich kaum, es zu sagen: Aus ursprünglich knapp 62.000 Wörtern sind inzwischen mehr als 110.000 geworden. Das Buch hat sich damit fast verdoppelt. Andere Menschen kürzen ihre Manuskripte beim Lektorat. Meines hat sich offenbar unbeaufsichtigt vermehrt.

Ich habe darauf geachtet, dass ein besserer Lesefluss entsteht. Es gibt viele kurze Passagen und Einzeiler, aber auch deutlich mehr Gespräche zwischen den handelnden Figuren. Die Geschichte soll sich schließlich nicht wie ein 400-seitiger Vortrag lesen, sondern wie eine Welt, in der Menschen leben, reden, streiten, lachen und gelegentlich genauso wenig wissen, was sie gerade tun, wie der Autor selbst.

Ich mache mir dabei nichts vor: Das Buch ist ein Nischenbuch. Es wird vermutlich vor allem in den Bücherregalen von Menschen zwischen 60 und 80 Jahren stehen, die selbst etwas mit der DDR zu tun hatten, sich für das Thema interessieren oder mir einfach ein Buch abkaufen wollen, weil sie mich schon so lange ertragen haben und nun wissen möchten, wozu das alles geführt hat.

Für die Leser dürfte es erfreulich sein, dass der Stil meiner Meinung nach deutlich besser geworden ist und das Buch nun erheblich umfangreicher ausfällt. Weniger erfreulich ist das für mich, denn der doppelte Umfang bedeutet natürlich auch deutlich höhere Druckkosten. Das war so nicht einkalkuliert. Aber nun ist es eben so. Wer ein Buch mit 62.000 Wörtern plant und am Ende bei über 110.000 landet, darf sich schließlich nicht darüber wundern, dass die Druckerei nicht aus reiner Begeisterung kostenlos zusätzliches Papier einlegt.

Geld verdienen werde ich damit ohnehin nicht. Jeder, der schreibt und selbst verlegt, weiß, dass man dadurch in den seltensten Fällen reich wird. Man wird höchstens um einige Erfahrungen reicher und finanziell etwas beweglicher, weil das Konto danach wesentlich weniger Gewicht zu tragen hat.

Eine weitere große Änderung betrifft die Illustrationen. Es wird keine Vierfarbgrafiken mehr geben. Stattdessen bekommt das Buch klassische schwarz-weiße Federillustrationen in der Tradition der DDR-Buchkunst der 1960er- und 1970er-Jahre. Die Zeichnungen orientieren sich an der klaren Linienführung Werner Klemkes und an der expressiven Tuschezeichnung Josef Hegenbarths.

Vielleicht hatten einige von euch früher solche Bücher in der Hand und erinnern sich an diesen besonderen Stil: klare Konturen, Kreuzschraffuren, reines Schwarz auf weißem Grund und trotzdem mehr Atmosphäre als in manchem heutigen Hochglanzbild. Ein Beispiel habe ich hier mit veröffentlicht. Diese Zeichnung wird später auch genau so im Buch zu finden sein.

Ich persönlich finde, dass dieser Stil wesentlich besser zur Geschichte und zum gesamten Charakter des Buches passt. Wobei man natürlich vorsichtig sein muss: Was man selbst monatelang geplant, verändert, verworfen und wieder neu gemacht hat, findet man irgendwann schon deshalb besonders gelungen, weil man sonst vermutlich anfangen würde, mit dem Drucker zu reden.

Wenn ich wieder in Weimar bin, werde ich das Buch noch einmal komplett in ausgedruckter Form querlesen. Natürlich mit einem Markierstift in der Hand, denn nichts ist für ein angeblich fertiges Buch gefährlicher als sein eigener Autor mit einem gelben Textmarker.

Danach werde ich hoffentlich wirklich zum letzten Mal die gefundenen Fehler bearbeiten. Anschließend dürfen 10 bis 20 Menschen das gesamte Buch lesen und nach jedem Kapitel eine Bewertung abgeben. Diese Menschen wissen noch nicht genau, worauf sie sich einlassen. Aber irgendjemand muss schließlich überprüfen, ob 110.000 Wörter tatsächlich ein Buch ergeben oder nur ein ziemlich umfangreicher Beweis dafür sind, dass ich nicht rechtzeitig aufhören kann.

Bis jetzt ist eine Auflage von 500 Exemplaren geplant, und ich denke, dabei wird es auch bleiben. Ich gebe mich keiner Illusion hin: Dieses literarische Meisterwerk wird vermutlich kein Bestseller. Es ist ein persönliches Projekt, das mir sehr wichtig war und noch immer wichtig ist. Genau deshalb wollte ich es so machen, wie ich es mir vorgestellt habe, auch wenn es am Ende umfangreicher, teurer und vermutlich auch etwas verrückter geworden ist als ursprünglich geplant.

Wer dieses literarische Meisterwerk trotzdem bereits im Vorverkauf erwerben möchte, kann das hier tun:

https://ddr20buch.de/

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Veröffentlicht mit Welako