𝗘𝗶𝗻𝗳𝗮𝗰𝗵 𝗱𝗿𝗮𝘂𝗳𝗹𝗼𝘀𝘀𝗰𝗵𝗿𝗲𝗶𝗯𝗲𝗻

in #deutsch16 hours ago

𝗼𝗵𝗻𝗲 𝘃𝗼𝗿𝗵𝗲𝗿 𝘇𝘂 𝗿𝗲𝗰𝗵𝗻𝗲𝗻 – 𝗱𝗶𝗲 𝗗𝘂𝗺𝗺𝗵𝗲𝗶𝘁 𝗮𝗹𝘁𝗲𝗿 𝗠ä𝗻𝗻𝗲𝗿 𝗮𝘂𝘀 𝘁𝗶𝗲𝗳𝗲𝗻, 𝗱𝘂𝗻𝗸𝗹𝗲𝗻 𝗪ä𝗹𝗱𝗲𝗿𝗻 📚

Gestern habe ich noch freudig verkündet, dass mein Buch nach dem stilistischen Lektorat nun tatsächlich in seiner finalen Version fertig ist. Aus ursprünglich knapp über 60.000 Wörtern sind inzwischen mehr als 110.000 Wörter geworden.

Das hört sich zunächst beeindruckend an. Fast so, als hätte der alte Mann aus dem tiefen, dunklen Thüringer Wald gewusst, was er tut. Leider hatte dieser alte Mann die Druckkosten aber noch auf Grundlage der ursprünglichen 60.000 Wörter kalkuliert und sich dafür auch entsprechende Angebote eingeholt.

Man könnte nun behaupten, dass es klüger gewesen wäre, vor dem Schreiben einmal nachzurechnen. Aber wo bliebe dann das Abenteuer? Andere Menschen besteigen Berge, springen aus Flugzeugen oder schwimmen mit Haien. Ich schreibe einfach ein Buch doppelt so dick wie geplant und schaue anschließend überrascht auf die Druckkosten.

Ursprünglich sollte es ein ganz normales Softcover werden. Inzwischen nähert sich das Buch allerdings den 600 Seiten. Und ein Softcover mit fast 600 Seiten sieht meiner Meinung nach irgendwann weniger wie ein Roman und mehr wie ein Telefonbuch aus, das sich nach dem ersten Lesen selbstständig in seine Bestandteile zerlegt.

Nun stehe ich also vor mehreren Möglichkeiten.

Entweder mache ich aus dem Buch gleich eine hochwertige Premiumausgabe als Hardcover. Keine Angst: Alle, die das Buch bereits bestellt haben, müssen selbstverständlich keinen Cent mehr bezahlen. Der Preis würde dann lediglich für zukünftige Bestellungen angepasst.

Oder ich teile die Auflage auf. Dann gäbe es eine normale Softcoverausgabe und zusätzlich eine hochwertige Premiumausgabe als Hardcover. Die Premiumversion würde voraussichtlich etwa zehn Euro mehr kosten.

Das sind wieder Entscheidungen. Oje, oje. Aber da ich diesen Unsinn begonnen habe, muss ich ihn nun wohl auch würdevoll zu Ende bringen. Oder zumindest so würdevoll, wie es bei alten Männern aus tiefen, dunklen Wäldern eben möglich ist.

In den nächsten Wochen kümmere ich mich nun um die Grafiken für das Buch. Darauf freue ich mich tatsächlich besonders. Einige erste Studien habe ich bereits erstellt. Insgesamt werden 39 schwarzweiße Federzeichnungen im Stil der DDR-Buchgrafik der 1960er- und 1970er-Jahre entstehen.

Nun noch ein Hilferuf in die Runde:

Ich weiß, dass ich hier vor ungefähr zwei Jahren einmal mit jemandem Kontakt hatte, der entweder eine eigene Druckerei besaß oder in einer Druckerei arbeitete. Leider finde ich die damaligen Nachrichten nicht mehr. Sollte derjenige diesen Beitrag lesen, wäre es wirklich hilfreich, wenn er sich noch einmal bei mir melden würde.

Vielleicht gibt es hier auch jemanden, der beruflich mit Buchdruck, Buchbindung oder Druckvorstufe zu tun hat und mir mit seinem Wissen helfen könnte. Gerade bei der technischen Vorbereitung der Dateien, der Kontrolle der Strichzeichnungen und der Abstimmung mit der Druckerei könnte fachkundige Unterstützung verhindern, dass der alte Mann aus dem Wald noch weitere kostspielige Überraschungen produziert.

Die geplante Premiumausgabe hätte folgende Ausstattung:

𝗪𝗮𝘀 𝘄ä𝗿𝗲, 𝘄𝗲𝗻𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗴𝗲𝗯𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗻 𝘄ä𝗿𝗲𝗻 – 𝗕𝗮𝗻𝗱 𝟭

Format: 135 × 210 Millimeter

Umfang: 576 Seiten beziehungsweise 36 Druckbogen à 16 Seiten. Alternativ 528 Seiten, falls sich der Satz noch sinnvoll verdichten lässt.

Der Buchblock soll fadengeheftet werden und nicht einfach nur mit einer Portion Hoffnung und Klebstoff zusammenhalten.

Der Innenteil wird durchgehend einfarbig in Schwarz gedruckt. Als Papier ist Munken Print Cream mit 80 Gramm pro Quadratmeter und 1,5-fachem Volumen oder ein gleichwertiges cremefarbenes Werkdruckpapier vorgesehen.

Die 39 Federzeichnungen werden als reine Strichzeichnungen ohne Graustufen angelegt und mit 1200 dpi geliefert. Vor Produktionsbeginn soll zwingend ein Andruck auf dem später verwendeten Auflagenpapier erfolgen.

Die Premiumausgabe soll einen festen Einband mit ungefähr 2,5 Millimeter starker Graupappe erhalten. Der Bezug wird vierfarbig bedruckt und matt cellophaniert.

Auf dem Buchrücken sollen Titel, Autor und Verlagssignet in matter Goldfolie geprägt werden. Eventuell kommt die Goldprägung zusätzlich auf den Vorderdeckel.

Der Buchrücken soll rund gearbeitet werden und darf eine Stärke von 45 Millimetern nicht überschreiten. Dazu kommen ein bordeauxfarbenes Lesebändchen, ein Kapitalband und farbige Vorsatzpapiere.

Kurz gesagt: Das Buch soll so aussehen, wie früher und auch heute noch hochwertige Bücher in guten Buchhandlungen aussehen. Kein schnell zusammengeklebter Selbstverlegerziegel, sondern ein richtiges Buch, das man gern in die Hand nimmt, ins Regal stellt und hoffentlich auch liest.

Das alles hat natürlich mit Vernunft, Gewinnmaximierung oder einer besonders schlauen Kalkulation herzlich wenig zu tun. Aber manchmal sollte man etwas genauso machen, wie man es selbst für richtig hält, auch wenn einem der Taschenrechner dabei leise zuflüstert, dass man offenbar nicht mehr ganz bei Trost ist.

Wer das Buch bereits bestellt hat, muss nichts nachzahlen. Alle bisherigen Bestellungen bleiben selbstverständlich zu den vereinbarten Bedingungen bestehen.

Weitere Informationen und Vorbestellung:

https://ddr20buch.de/

Und sollte hier tatsächlich jemand aus dem Bereich Buchdruck, Buchbindung, Druckvorstufe oder Verlagsherstellung mitlesen: Meldet euch bitte bei mir. Vielleicht lässt sich die Dummheit alter Männer aus tiefen, dunklen Wäldern durch die Erfahrung anderer Menschen wenigstens ein wenig begrenzen.

#lifestyle #Buchprojekt #DDR


Veröffentlicht mit Welako