2025 – Kein Alkohol, keine Betäubung. Nur der süßeste Sieg meines Lebens.

in #deutsch2 months ago

Ein Jahresrückblick über Schmerz, Selbstwerdung und drei Siege, die niemand als Siege erkannte.

2025 war das schlimmste Jahr meines Lebens.
Und das erfolgreichste.
Beides gleichzeitig – ein Paradox, das ich heute akzeptieren kann.

Ich habe dieses Jahr Dinge verloren, die ich nie verlieren wollte. Das, was mir am meisten bedeutete, wurde durch Geld zerstört: meine Familie.
Die Details werde ich nie öffentlich teilen — nicht hier, nicht anderswo. Sie gehören zu den Dingen, die zu persönlich sind, um sie ins Licht zu zerren.

Aber aus diesem Verlust entstand etwas, das mich bis ins Mark verändert hat:

Individuation.
Nicht als Konzept aus einem Jung-Seminar.
Sondern als gelebte Schmerztransformation.

Ich wurde gezwungen, mich selbst zu sehen — ohne Rollen, ohne Erwartungen, ohne Fremdbestimmung.
Und aus diesem Blick wurde ein Weg.

Drei Siege, die niemand sah

2025 war auch das Jahr, in dem ich drei Mal hintereinander das Annahmeverfahren beim Bundesverfassungsgericht durchlaufen habe — jeweils erfolgreich genug, dass es weiterging, jeweils stark genug begründet, dass das Gericht sich ernsthaft damit befasste.

Die Kammer (der Erste Senat) hat am Ende jedes Mal abgelehnt.
Und für meine Familie waren das:
drei Niederlagen.

Aber für mich waren es:
drei Siege.

Weil ich etwas begriffen habe, was ich früher nie verstanden hätte:
Erfolg bedeutet nicht, dass andere ihn anerkennen.
Erfolg bedeutet, dass du dich nicht in Selbstzweifeln ertränkst, sondern deinen eigenen Wert erkennst — auch wenn niemand sonst ihn sieht.

Das BVerfG ist nicht irgendein Gericht.
Drei Mal dort eine echte Prüfung zu durchlaufen, drei Mal eine rechtliche Hürde zu nehmen, an der 97% schon vorher scheitern — das ist Leistung. Punkt.
Mich hat das getragen.
Mich hat das gestählt.
Mich hat das aus dem Zweifel befreit.
Es war:
ein innerer Sieg gegen die alte Version meiner selbst.

Was ich daraus gemacht habe

Ich hätte zerbrechen können.
Aber ich habe geschrieben.

Steemit wurde mein Ventil, meine Bühne, mein Tagebuch und mein Labor.

Dieses Jahr habe ich:

  • 3 Bücher selbst veröffentlicht
  • 3 weitere bei Verlagen eingereicht
  • nahezu täglich geschrieben
  • meinen Stil und meine Stimme gefunden
  • und zum ersten Mal verstanden, wie viel ich wirklich kann

Ich habe gelernt, mich nicht mehr klein zu machen.
Nicht mehr darauf zu warten, dass jemand „gut gemacht“ sagt.
Nicht mehr fremde Urteile über meinen eigenen Wert zu stellen.

Und dann ist noch etwas passiert…

Ich befinde mich im Gründungsprozess meiner ersten eigenen Firma.
Nicht aus Leichtsinn.
Nicht aus Größenwahn.
Sondern aus Klarheit.

Manchmal bringt einen der totale Zusammenbruch erst auf das Fundament, auf dem man wirklich stehen kann.

Kein Alkohol. Keine Flucht. Nur Wahrheit.

Ich trinke keinen Alkohol.
Nicht aus Moral, sondern aus Klarheit.

Und doch steht im Kühlschrank eine gekühlte Robby-Bubble-Flasche — Kindersekt.
Ein Symbol, kein Getränk.

Ein erwachsener Triumph, gefeiert mit kindlicher Reinheit.
Ein Erfolg ohne Betäubung.
Der süßeste Sieg meines Lebens.

Was bleibt?

2025 hat mir das Liebste genommen.
Und es hat mich zu mir selbst zurückgeführt.

Ich gehe nicht als derselbe Mensch aus diesem Jahr heraus.
Ich gehe als jemand, der weiß:

  • dass Schmerz ein Portal ist
  • dass Scheitern oft Tarnung für Erfolg ist
  • dass Siege nicht immer Beifall haben
  • dass innerer Wert unabhängig von äußerem Urteil existiert

Auf 2026.
Auf Klarheit.
Auf Wachstum.
Auf stille Siege, die niemand feiert außer man selbst.
Und auf die Robby-Bubble-Flasche, die darauf wartet, endlich geöffnet zu werden.

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Na dann „Stößchen“ 🥂

Ich kann das „nüchterne“ Leben auch voll und ganz empfehlen, wenn ich es damals auch, zu Beginn, aus der Not gewählt habe.

Letztes Wochenende habe ich mich, das erste Mal in meiner Abstinenz, getraut wieder an einer dieser Glühweinabende dabei zu sein.

Fröhlich hab ich mit meinem Kinderpuntsch dazwischen gesessen, als einzige nüchtern und festgestellt, dass ich besser gelaunt war, als so manch anderer 😂 Das war mein kleiner Meilenstein zu diesem Thema.

Zeitweise war ich so disreguliert, dass ich in derartigen Menschenhaufen überhaupt nicht verweilen konnte.

Diesmal war ich so entspannt und bei mir, dass ich mir innerlich fröhlich zugeprostet habe. Dazu hat auch gehört, die Party bereits bei Zeiten wieder zu verlassen, als ich genug hatte 😁

Wie du schreibst: der wahre Erfolg ist von außen selten ersichtlich und kann in der gleichen Handlung verborgen sein, die man schon einige Male vollzogen hat, wenn man sie in einer anderen Haltung vollzieht.

Ja, Alkohol schmeckt mir einfach nicht mehr. Ich könnte mich wieder dran gewöhnen, will es aber gar nicht. Außerdem gibt’s da psychologisch diese Gruppendynamik: Wenn viele betrunken sind, passt man sich automatisch an und wirkt für Außenstehende vielleicht selbst betrunken. 😅

Im Sommer gönne ich mir vielleicht mal ein kaltes Radler, aber meistens trinke ich lieber ein RedBull oder eine Cola.

Mein Opa hat mal gesagt: ‚Alkohol trinken kann jeder, aber sich beherrschen, während andere trinken, das ist die Kunst.‘ Ich finde, das stimmt. Ein Glas Rotwein am Abend kann noch gesund sein – eine ganze Flasche eher nicht. 😁