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RE: Verzwickte Rechtslage trifft wirtschaftliche Krise / Complicated legal situation meets economic crisis

in Deutsch Unplugged4 years ago (edited)

Hm, ich weiß nicht, ob man das auf die wirtschaftliche Situation schieben kann...
Wer ein Pferd erwirbt, musste auch bisher den entsprechenden Aufwand berücksichtigen. Dass die Kosten nun so exorbitant gestiegen sind, kann ich noch nicht feststellen. Ja, alles wird teurer, aber ich würde behaupten, dass die, die sich bisher ein Pferd zulegten, nicht unbedingt auf Hartz IV angewiesen sind. Wer da wirklich dem Tier zugeneigt ist, wird es auch unterhalten können/wollen.
Bleibt also nur die Frage, warum die betreffenden nun nicht mehr für ihr Pferd aufkommen wollen. Ich möchte das fast mit den Tierhaltern vergleichen, die sich während der Corona-Zeit Hühner angeschafft hatten und diese später wieder abstießen, oder Tiere an Kinder verschenken. Mit Tierliebe hat das aus meiner Sicht nichts zu tun.

Ergo: Ich denke, da ist schon von Anfang an was falsch gelaufen und die wirtschaftliche Situation ist vielleicht der Grund, aber nicht die Ursache.

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 4 years ago 

Du bringst genau das, was ich mit dem elitären Image meinte. Pferdehalter können sich das doch leisten... Können sie teilweise eben nicht. Einige - ja, die lachen vielleicht sogar über die armen Tröpfe. Allerdings sind diese nicht unbedingt verantwortungslos. Wenn ich mir überlege, wie ich damals kalkuliert habe, ob und was ich mir leisten kann: Kaufpreis (eher günstig), Ausrüstung (meist gebraucht), gestanden haben sie zu Hause, also keine Stallgebühr, Futter (vom Bauern um die Ecke), Versicherung, Puffer für Notfälle... Ich hatte keine Wege zum Pferd, für die ich auf's Auto angewiesen war. Ich kaufte nicht beim Futterhändler ein, weil das Umfeld es hergab. Tierarzt ist normalerweise genau wie Humanmediziner nicht so mein Ansprechpartner. Es war erschwinglich. Diese Bedingungen haben die wenigsten, da sehen die Rechnungen anders aus. Wenn Futter, Fahrtkosten, Tierarzt und Schmied sich verdoppeln und alles andere nebenher zusätzlich Angst macht, ist kein Spielraum mehr für eine adäquate Versorgung des Tiers. Die meisten Einsteller bei uns sind übrigens Rentner. Also 30 von 40. Dann noch eine Tuppertante, eine freiberufliche Reitlehrerin, drei Krankenschwestern, zwei Lehrer, ein Windanlagen-Ingenieur (der sich als einziger wirklich keine Gedanken um die gestiegenen Preise macht), ein arbeitsunfähiger Ex-Fernfahrer und eine Kulturreferentin. Das ist nicht das Bürgertum, das sind nicht die oberen 10.000. Das sind Leute, die für ihre Pferde alles geben - aber mehr geht eben nicht.

 4 years ago 

Ups, da blieb ich dir noch eine Antwort schuldig. :-|

Du bringst genau das, was ich mit dem elitären Image meinte.

Das war nicht beabsichtigt und so auch nicht gemeint. Mir ist schon klar, dass die Leute sich da nicht für Kostensteigerungen interessieren.
Ich meinte tatsächlich Leute wie du und ich. Ich kenne ja auch selbst (normalsituierte) Pferdehalter. Das was du beschreibst, wäre mir etwas knapp kalkuliert. Jeder kann seine Situation aber nur selbst einschätzen, sollte dabei aber realistisch bleiben und nicht "schönrechnen". Dazu kommt natürlich auch, wie wichtig einem das Hobby ist. Jedes Hobby hat seinen Preis, nur dass es sich bei Tieren um Lebenwesen handelt, die nicht eben mal in die Ecke gestellt werden können, wie eine Modelleisenbahn.

ein Windanlagen-Ingenieur (der sich als einziger wirklich keine Gedanken um die gestiegenen Preise macht)

Kommt auch noch, sehr bald (außer er ist im völlig privat finanzierten Sektor [gibt es da so einen überhaupt?] tätig, was sehr unwahrscheinlich ist)!

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