RE: Emanzipation?! / Emancipation?!
In meinem Buch “Wir werden nicht als Unterworfene geboren” habe ich, ausgehend von Simone de Beauvoirs Philosophie, gezeigt, dass weibliche Unterwerfung keine freie Entscheidung ist – jedenfalls nicht in dem Sinne, in dem die Wahl zwischen Tee und Kaffee frei ist. Sie ist eher vergleichbar mit dem Folgen eines markierten Wanderwegs in den Bergen. Soziale Normen sind wie Wege: Für Frauen ist der vorgezeichnete Pfad der der Abhängigkeit, für Männer der der Unabhängigkeit. Man kann den Weg jederzeit verlassen, aber es ist riskanter, anstrengender, und man kann sich leichter verirren.
Hier deutet M.Garcia meiner Meinung nach in die (oder in eine) richtige Richtung: soziale Normen sind IMMER ein Problem, und von ihnen abzuweichen immer anstrengend und riskant. Das war noch nie anders, behaupte ich, und das liegt vermutlich daran, dass soziale Normen von der 'Weisheit' abgekoppelte Leitsprüche und Leitlinien darstellen, die nach ihrer Etablierung stetig mehr verkrusten und ihren ursprüngliche Sinn entleeren. ("Normopathie" heißt eins der Stichwörter hier, und es wäre vielleicht denkbar, dass es daraus 'männliche' Ausbruchsversuche gibt, befeuert durch sexuelle Verklemmung und unkontrollierte Fantasien, die zunehmend Möglichkeiten bekommen, sich auszuagieren. Man könnte hier die Rolle von Pornographie und von Drogenkonsum einschließlich Alkohols zum Thema machen.)