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RE: Emanzipation?! / Emancipation?!

in Deutsch Unplugged5 hours ago

Entschuldige, dass ich weiter sabbele.

Dominique Pelicot nennt Gisèle nie beim Namen: Sie ist "seine Heilige", "seine Liebe"; in seiner obszönen Korrespondenz ist sie "seine Schlampe". Keine wirkliche Frau irgendwo, nur ein Meer aus Verallgemeinerungen.

Da sage mir einer, der Typ sei "normal"...
Es könnte sein, dass ein solches Muster häufig vorkommt, aber entspricht es deshalb einem belastbaren Begriff von Normalität?

Das zeigt sich in unzähligen alltäglichen Situationen: Männer, die selten wirklich mit Frauen sprechen; die Gefangene einer sozial konstruierten Unfähigkeit bleiben, ihre eigenen Emotionen zu analysieren und sich in andere hineinzuversetzen. Natürlich gibt es Männer, die reale Frauen lieben – und keine Projektionen. Doch Geschlechternormen, verstärkt durch soziale Medien und Mainstream-Pornografie, behindern weiterhin den Dialog zwischen den Geschlechtern, zu dem ich in “Das Gespräch der Geschlechter” aufgerufen habe.

"Gefangene einer sozial konstruierten Unfähigkeit bleiben" - das halte ich für sehr gut denkbar. Und welche Rolle spielen die Mütter dabei? Ich will nicht ablenken von der Rolle der Väter, sondern darauf hinweisen, dass das gemeinsam betrachtet werden muss. Wenn es eine Perpetuierung solcher sozial konstruierten (Un-)Fähigkeiten gibt, die über zahlreiche Generationen und Jahrhunderte hinweg wirkt und sich in die psychischen Strukturen quasi eingraviert hat, dann genügt es wohl kaum, darüber aufklärerisch zu räsonieren.

Vielleicht steht in M.Garcias gerade von ihr erwähntem Buch mehr darüber. (Wer wird das Buch lesen? Wer wird versuchen, den vorgeschlagenen Dialog zu realisieren? Wann wird welche Saat aufgehen?)

"Du musst dein Leben ändern" (Rilke) könnte der Imperativ des Jahrhunderts sein. Den jede/r an sich selbst zu richten hätte.

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