Kennst du Sasadango 👹🍣🎎 Mein Japan

in SteemFoodsyesterday

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Das Japan nicht nur Sushi kann, sollte den meisten von euch schon lange bekannt sein. Wenn es ums Essen geht, hat das Land der aufgehenden Sonne noch eine ganze Menge anderer Köstlichkeiten zu bieten, welche meist nicht nur gut schmecken, sondern zusätzlich auch noch recht gesund sein können. Japaner essen traditionell eine ganze Menge an Obst und Gemüse, und dazu auch noch viel Fisch und andere Meeresfrüchte.

Klar hat sich der Lebenstil der Menschen in Japan in den letzten Jahrzehnten geändert, was man auch bei Essen spürt. Internationale Gerichte und Ketten haben hier im Lande Einzug gehalten, was wie üblich Vorteile als auch Nachteile mit sich gezogen hat. Und gleichzeitig haben die Japaner ihre eigene Esskultur in die ganze Welt exportiert, so dass man heute in fast jedem Land der Welt Sushirestaurants finden kann, welche neben den üblichen Verdächtigen auch ganz eigene lokale Kreationen zu bieten haben.

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Aber auf Sushi will ich heute gar nicht hinaus, wobei es trotzdem um eine ganz eigene japanische Köstlichkeit geht. Die verschiedenen Regionen des Inselreiches bieten ganz unterschiedliche Spezialitäten, welche man dann oft auch nur in eben diesen Regionen finden und kaufen kann.

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Ein gutes Beispiel hierfür ist Sasadango(笹だんご),eine traditionelle Spezialität aus der Niigata- Region, die im Nordwesten Japans liegt. Sasadango wird insbesondere im Frühling gegessen und auch bei uns ist sie in diesen Tagen ab und zu in der Küche zu finden.

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Sasadabgo besteht aus einem grünen, leicht zähen Reisteig. Dieser Mochiteig wird mit Yomogi (japanischem Beifuß) aromatisiert und enthält eine süße Füllung aus Anko (Azuki-Bohnenpaste).

Die fertige Kugel wird in zwei Sasablätter (笹) gewickelt und mit einem dünnen Strohband verschnürt. Sasa ist eine Art Zwergbambus, der recht große Blätter ausbildet, die hier bei dieser Süßigkeit ihren ganz großen Einsatz haben und beim Dämpfen ein ganz besonderes Aroma entwickeln.

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Für die Menschen in Niigata ist Sasadango ist nicht nur ein Snack, sondern ein Stück regionaler Identität, das Handwerk, Natur und Geschmack auf besondere Weise verbindet.

Die Süßigkeit entstand wohl bereits in der Zeit der Sengoku‑Kriege, als die Krieger des berühmten Uesugi‑Clans aus Echigo (dem heutigen Niigata) unterwegs haltbare Nahrung brauchten.

Der mit mit süßer Bohnenpaste gefüllte und aromatisierte Mochi‑Teig, der fest in antibakterielle Bambusblätter gewickelt wurde, war ideal: nahrhaft, transportabel und lange haltbar.

Sasadango (笹団子) ist weit mehr als ein lokaler Snack – es ist wahrscheinlich so etwas wie ein kulinarisches Wahrzeichen Niigatas. Es steht für die üppige Natur der Region, für Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, und für die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat. Wer Sasadango isst, schmeckt nicht nur eine Süßigkeit – man schmeckt ein Stück Niigata.

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