Die letzte Nachricht #1
Es war 3:17 Uhr nachts, als mein Handy leise piepste.
Eine Nachricht von einer unbekannten Nummer.
„Schau nicht hinter dich.“
Ich lachte leise. Blöder Scherz. Trotzdem drehte ich mich im Bett um – nichts. Nur das dunkle Zimmer und das schwache Licht der Straßenlaternen.
Ich tippte zurück: „Netter Versuch, Vollidiot.“
Sofort kam die Antwort.
„Gut. Du hörst noch zu.“
Mein Magen zog sich zusammen. Die Nachrichten kamen jetzt schneller.
„Du schläfst immer auf der rechten Seite.“
„Du beißt dir die Nägel ab, wenn du nervös bist.“
„Das Lieblingslied deiner Mutter war das, das du auf ihrer Beerdigung gespielt hast.“
Niemand wusste von diesem Lied. Nicht einmal mein bester Freund.
Ich stand auf, das Herz raste, und ging zum Fenster. Die Straße war leer. Mein Spiegelbild starrte mich an – müde Augen, zerzauste Haare.
Das Handy vibrierte erneut.
„Dreh dich um.“
Ich wollte es nicht. Aber mein Körper gehorchte trotzdem. Langsam drehte ich mich.
Das Zimmer war leer.
Dann kam die letzte Nachricht. Diesmal nicht von einer unbekannten Nummer.
Sie kam von mir.
„Du bist seit sechs Tagen tot.
Ich bin derjenige, der noch so tut, als wärst du es.
Und ich werde langsam müde, deine Haut zu tragen.“
Der Bildschirm wurde schwarz.
Ich wollte schreien – aber es kam kein Laut heraus.
Denn das Ding, das seit sechs Tagen auf meinem Handy getippt hatte, schaute endlich auf… und lächelte mit meinem Mund.