Ein bisschen Schnee 👹🍣🎎 Mein Japan

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Auch im Sommer, der hier in Japan außerordentlich heiß und schwül werden kann, wird man desöfteren daran erinnert, dass es in diesem Land auch noch andere Jahreszeiten gibt. Und gerade der Winter steht wettermäßig in starkem Kontrast zu dem, was wir in diesen Wochen draußen erleben.

Insbesondere die nördlichen Regionen sind im Winter ziemlich schneesicher, was für die einen vielleicht ein Segen sein mag, für viele andere aber oft eher ein großer Fluch ist. Denn gerade im Nordwesten Japans, in den Regionen am Japanischen Meer schneit es oft mehr, als einem lieb sein kann.

In diesen Tagen mag diese kalte und schneereiche Jahreszeit zwar weg sein, aber ein kürzlicher Museumsbesuch hatte uns dann schnell daran erinnert, dass es letztlich ja doch nur einige Monate sind, die uns bleiben, bevor es draußen nicht mehr sonnig blau, sondern verschneit und grau sein wird. Und dass die Leichtigkeit, die einen in der letzten Zeit manchmal verwöhnt hat, dann einem ganz anderen Lebensstil weichen muss.

Nun ja, glücklicherweise gibt es in der heutigen Zeit einige Hilfsmittel, die den Winter erträglicher und angenehmer machen. Angefangen von besseren Heizungen, welche in Japan aber noch viel Raum zur Optimierung bieten, bis zu industriellen Möglichkeit der Schneeräumung. Den letztendlich ist es nicht die Kälte, sondern es sind die Schneemassen, welche den Menschen im Norden das Leben schwer machen können.

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Ich habe uns mal ein Bild von einem Diorama mitgebracht. Dieses zeigt eine verschneite Straße in einer japanischen Kleinstadt, wobei die Schneemassen gewaltig sind. Auch wenn man es kaum glauben mag, aber so hat es bis vor fünfzig oder sechzig Jahren in vielen Städten ausgesehen, bevor es Schneepflüge und Schneeräumfahrzeuge gab.

Die Straßen sehen wie Schneeschluchten aus, während auf den Dächern rund ein Meter Schnee liegt. In unserer Szene sind die Menschen damit beschäftigt, den Schnee von den Dächern zu räumen oder ihn auf die Straße hinunterzubefördern, wo er dann aufgeschichtet liegen blieb.

In der Mitte oben auf diesem Schneeberg gibt es einen kleinen Pfad, auf der sich die Menschen hin- und herbewegen können, wobei sie sich dabei auf der Hähe des ersten Stockes befinden. Die Mengen an Schnee, die hier gezeigt werden, sind schon beeindruckend und machen deutlich, wie schwierig das Leben in solchen Regionen im Winter werden kann.

Links und rechts der Straße gibt es vor den Häusern kleine Vordächer, die Gangi (雁木). genannt werden, und die an vielen Gebäuden in den traditionellen Schneeregionen Japans angebaut wurden. Die Dächer der Häuser werden dabei so weit nach vorne verlängert, dass entlang der Straße ein zusammenhängender überdachter Weg entsteht.

Der Zweck dieser Bauweise war es, den Bewohnern auch während der schneereichen Winter ein sicheres Fortbewegen zu ermöglichen. Während sich auf den Straßen meterhohe Schneewände auftürmten, konnten die Menschen unter dem Gangi geschützt vor Schnee und Eis von Haus zu Haus, zu Geschäften oder zum Markt gelangen.

In einigen Städten bildeten die Gangi oft kilometerlange zusammenhängende Wege, die nur ab und zu von Kreuzungen und Straßenmündungen unterbrochen worden. Da diese aber meist voller Schnee lagen, gab es dort oft einen kleinen Tunnel, der durch den Schnee gegraben wurde.

In der heutigen Zeit wird der Schnee meist industriell geräumt und liegt nicht mehr meterhoch zwischen den Häusern auf der Straße, aber in früheren Zeiten muss das wirklich ein toller Anblick gewesen sein. Zumindest für den, der nicht unmittelbar von diesen Schneemassen betroffen war.

Aber Szenen wie diese machen deutlich, welche wichtige Rolle diese Architektur für das tägliche Leben spielte. Ohne die Gangi wären viele Wege im Winter nur schwer oder gar nicht nutzbar gewesen, was dann wohl sehr oft außerhalb solcher Ortschaften der Fall war.

Heute schneit es zwar in einigen Teilen Japans immer noch sehr viel, aber die Menschen haben glücklicherweise ein paar neue Hilfsmittel, um die Straßen und Wege freizuhalten. Aber auf die Dächer müssen sie manchmal trotzdem noch, denn so ein Meter Schnee auf dem Dach kann die Statik auch neuerer Holzhäuser dann doch beeinträchtigen. Der Winter mag teilweise seinen großen Schrecken verloren haben, aber immer noch sind sich die Menschen hier in Japan bewusst, dass man mit der Natur nicht spaßen sollte. Was jedes Jahr wieder von Neuem bewiesen wird...

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