RE: Es kostet nichts und ist trotzdem unbezahlbar
Ich habe jedes Wort gelesen und bin von Deiner sprachlichen Variabilität begeistert. Wahrscheinlich hast Du auch schon Bücher geschrieben, oder? Ich meine, so einen guten Schreibstil entwickelt man nicht so nebenbei. Da wurden wohl schon unzähligen Geschichten verfasst.
Was Deine Erzählung anbelangt, hast Du sehr gut die unterschiedlichen Perspektiven heraus gearbeitet. Jeder kommt irgendwie aus seiner eigenen Welt.
Ich wohne ja in Berlin und hatte einige Jahre in einem Hochhaus gewohnt. Dort hatte ich viele Freunde und Bekannte. Ich wohnte im 14. Stock und wollte ich ein bisschen russisches Flair, bin ich in den 19. Stock mit dem Fahrstuhl gefahren. Das russische Ambiente haben die Leute 1 zu 1 in diese Hochhauswohnung mit genommen. Ich war sehr oft in Russland und weiß das deswegen sehr genau. Mein Freund Piter ein wirklich schwarzer Ghanaer wohnt im 4. Stock. War ich bei Ihm, empfand ich es wie eine Zeitreise. Seine Mutter, die dort auch wohnte, hat ein Stück ihrer Heimat mitgebracht. So konnte ich fast täglich kleine Weltreisen machen ohne mich groß zu bewegen.
Zu den Kindern sage ich mal, auch als Vater, es gibt sehr vieles was wir falsch machen. Kinder, so ab 7, 8 Jahren sind eigentlich schon kleine komplette Persönlichkeiten. Wir sollten aufhören ihnen unsere Sicht auf zu zwingen. Sie erleben die Welt und das Leben mit ihren Augen, ihren Emotionen und wir Eltern wollen oft, dass sie durch unsere Auge in die Welt sehen. Gute Eltern sollten ihr Kind nicht nur lieben, sondern vor allem Raum geben zum eigenen Erfahren.
Deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen und ich bin wirklich beeindruckt, nicht so sehr wegen des Inhaltes, sondern wegen der Wortgewalt, der Art und Weise wie Du das transportiert hast.
Was die geschilderte Episode betrifft, kann die Aussage auch nur begrenzt so dargestellt werden, wie sie komplett hiernachzulesen ist.
Ich wollte nur auf deine Poesie eingehen und ein kleines Beispiel beisteuern, das zeigt, wie schmal der Grad zwischen Unbeschwertheit und Enttäuschung sein kann.
Wusste ich es doch :-). Ich meine das mit den Büchern. Ja, was des einen Freud ist manchmal des anderen Leid. Jedes Ding kann nur Situation-bezogen bewertet werden. Keiner weiß alles, außer Gott und an den glaubt auch kaum noch jemand. Und warum glaubt kaum noch jemand an Gott? Weil es so in die Köpfe eingepflanzt wurde.
Das Problem scheint mir mit Gott, dass das Gros überhaupt keinen Schimmer davon hat, wo er anzutreffen ist. Wenn das blinde Huhn dann doch ein Korn findet, dann kann es mit der Gabe nichts anfangen. Anders ausgedrückt: Sie verstehen seine Sprache nicht.
Ich leite Gespräche über Gott immer so ein: Kannst Du Dir vorstellen, dass ein Auto oder ein Smartphone einfach so durch Zufall entsteht, vollkommen von allein? Dann machen die meisten komische Gesichter und ich sage dann: Ein Mensch ist sehr viel komplexer als ein Auto oder dein Smartphone.
Du überforderst deine Mitmenschen.
Zarathustra ist uns fremder denn je.
Gott gehört in den Himmel und wir sind einzigartig!
Mit dieser Losung lässt sich umgehen und ist zudem ganz einfach zu verstehen.