RE: Vom Feuer entfremdet – Wie der Abriss eines AKW Sinnbild für Selbstzerstörung und geistigen Verfall Deutschlands wurde
Hi,
ich komme aus der Nähe und habe die Türme bei schönem Wetter immer gesehen. Ich hatte oft ein komisches Gefühl und Gedanken: " Was passiert wenn sie explodieren? Ich habe oft an Tschernobyl gedacht und gehofft dass bei uns sowas nicht passiert. Die beiden gesprengten Kühltürme sind schon länger im Rückbau. Neues entsteht.
Recherche:
Der Rückbau des Kraftwerks ist Teil des umfassenden Atomausstiegs, der in Deutschland beschlossen wurde. Dieser Schritt wurde durch politische Entscheidungen und gesellschaftliche Bewegungen vorangetrieben, die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Entsorgung von Atommüll äußerten. In Gundremmingen waren die Reaktoren Block B und Block C betroffen. Block B wurde Ende 2017 und Block C Ende 2021 endgültig abgeschaltet. Die atomrechtlichen Genehmigungen für den Abbau wurden im März 2019 für Block B und im Mai 2021 für Block C erteilt. Beide Blöcke befinden sich nun im Rückbau, der von unabhängigen Sachverständigen gemeinsam mit den Behörden begleitet und beaufsichtigt wird .
Am Standort des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen plant der Betreiber RWE eine zukünftige Nutzung. Bereits wenige Tage nach der Sprengung der Kühltürme soll der Bau eines Batteriespeichers mit einer Kapazität von 700 Megawattstunden beginnen. Dieser Batteriespeicher soll zur Speicherung von Solarenergie dienen und ist derzeit der größte seiner Art in Deutschland. Zusätzlich sind die Errichtung einer Photovoltaikanlage und eines neuen Gaskraftwerks geplant. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Energieversorgung in der Region auch nach dem Rückbau des Kernkraftwerks sicherzustellen..Mal schauen wie lange der Rückbau dauert und wie später alles aussieht.
Der Kommentar zeigt ganz gut, wie stark Emotionen das Thema Atomkraft prägen.
Viele denken bei Kernenergie sofort an Tschernobyl – dabei war das ein Sonderfall aus menschlichem Versagen und veralteter Technik. Moderne Reaktoren sind in ihrer Sicherheitsarchitektur kaum damit vergleichbar.
Der geplante Batteriespeicher klingt beeindruckend, ist aber technisch und ökonomisch kein Ersatz: enorme Kosten, geringe Effizienz, kurze Lebensdauer.
Und der oft beschworene „Atommüll“, der 200–300 Jahre strahlt, ist tatsächlich handhabbar. Dafür bekommen wir CO₂-neutrale, stabile Energieversorgung – etwas, das mit Sonne und Wind allein schlicht nicht geht.
Ich frage mich manchmal, warum wir lieber Unsicherheit und teure Übergangstechnologien fördern, statt auf bewährte, sichere Systeme zu setzen.
Tschernobyl war menschlich tragisch – wissenschaftlich aber ein Glücksfall:
Unter dem ersten Cocon entdeckte man einen Pilz, der Strahlung „frisst“.
Zeigt: Selbst aus Katastrophen wächst Erkenntnis.