RE: Wenn Gerichte die Realität ausblenden – Warum das Hamburger Correctiv-Urteil ein rechtsstaatliches Warnsignal ist
In der Tat, auch ein riesen Thema für sich... die Aufmerksamkeitsspanne und das fehlende Textverständnis. In vielen Schulen kann richtiges Textverständnis oft gar nicht mehr unterrichtet werden, weil Lehrer zunächst Grundbegriffe erklären müssen, die viele Kinder schlicht nicht kennen, zum Beispiel „Busch“ oder andere alltägliche Begriffe. Glücklicherweise bin ich recht gebildet, und Freunde sagen oft: „Oh, es ist schön, mit dir zu reden, weil du einfach anders sprichst und formulierst.“ Vieles davon ist erlernt, z. B. durch Bücher wie die von Hermann Hesse, die ich verschlungen habe.
In diesem Fall wurde jedoch eine offensichtliche Lüge verbreitet – trotz gerichtlichem Verbot und unter Strafandrohung – und dann extra weiter wiederholt. Aus der Psychologie wissen wir: Je häufiger etwas wiederholt wird, desto eher fühlt es sich „wahr“ an.
Damit werden klare Doppelstandards deutlich, die immer problematisch sind, egal gegen wen sie eingesetzt werden. Erst wird objektiv festgestellt, dass es eine Lüge war – und dann wird sie trotzdem als „Meinung“ gerettet, solange es politisch passt.
Genau diese Doppellogik untergräbt Vertrauen in Institutionen: Wenn Fakten relativiert werden, wird Recht beliebig. Und ein Staat, dem man nicht mehr vertraut, wirkt irgendwann autoritärer, als er es tatsächlich ist.